Infos für Schüler und Eltern

Coronatest, Maskenpflicht und große Hitze: Was für den Schulbeginn 2020 in NRW wichtig ist 

Der Schulbeginn 2020 in NRW steht unter besonderen Umständen. Hier die Infos für Eltern über Coronatest, Maskenpflicht und große Hitze.

  • Wegen der Coronavirus-Krise ist es 2020 ein äußerst denkwürdiger Schulstart in NRW
  • Die Schüler und Lehrer müssen trotz Hitze eine Maske tragen – auch im Unterricht. 
  • Über eine Teststrategie für Schüler und Lehrer wird noch diskutiert.

Nordrhein-Westfalen – Am Mittwoch (12. August) ging es los: Das neue Schuljahr hat begonnen und NRW startet trotz Coronavirus in den Regelunterricht zurück. Für 2,5 Millionen Schüler und rund 200.000 Lehrer wird das zu einer echten Herausforderung, denn sie müssen alle trotz sommerlichen Temperaturen eine Maske tragen.

Bundesland: 

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Fläche:

34.098 km²

Bevölkerung:

17,93 Millionen (2019)

Hauptstadt:

Düsseldorf

Schulstart in NRW 2020: Maskenpflicht soll Schulstart ermöglichen

Nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland rund zwei Monate der Unterricht zwangsweise ausgefallen oder zu Hause stattgefunden hatte, wurde nun wochenlang diskutiert, um nach den Sommerferien wieder einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen. Doch wie sollte der in Zeiten von Corona aussehen?

Wie soll man vorgehen, dass Schüler nicht zu Superspreadern oder Schulen etwa die neuen Corona-Hotspots werden? Um das zu vermeiden, hab sich die einzelnen Bundesländer nun unterschiedliche Strategien überlegt, eine klare Linie gibt es nicht. In NRW setzt man unter anderem auf die Maskenpflicht im Unterricht.

Schulstart in NRW 2020: Maskenpflicht im Unterricht bis Ende August

NRW ist das einzige Bundesland, das die Maskenpflicht nicht nur auf dem Gelände und im Schulgebäude, sondern eben auch im Unterricht durchsetzt. In welchen Situationen der Mund-Nase-Schutz abgenommen werden darf, hängt von der einzelnen Schule und deren Kreativität ab.

So dürfen an einigen Schulen, die Schüler die Maske zum Trinken absetzten. An anderen müssen sie dazu zusätzlich noch den Klassenraum verlassen. Bis Ende August soll in NRW die Maskenpflicht im Unterricht zunächst gelten. Ausgenommen von der Regelung sind Grund- und Förderschüler der unteren Klassen. 

Schulstart in NRW 2020: Diese Regeln gelten wegen der Coronavirus-Krise

Und das ist noch nicht alles. NRW hat noch weitere Maßnahmen beschlossen, die für den Schulstart 2020 gelten:

  • Wegen der aktuellen Hitze-Welle war die Maskenpflicht in die Kritik geraten. Daher wurde die Hitzefrei-Regelung an den Schulen in NRW angepasst: Steigt die Temperatur im Klassenzimmer auf mehr als 27 Grad, können die Schüler hitzefrei bekommen. Alternativ können Stunden verkürzt werden oder die fünfte und sechste Stunde ausfallen.
  • Bei Verstoß gegen die Maskenpflicht im Unterricht, gibt es zwar kein Bußgeld, aber den Schulen ist es vorbehalten "erzieherische Maßnahmen" durchzusetzen. Halten sich Schüler nicht an die Vorgaben der Maskenpflicht, können sie zum Beispiel nach Hause geschickt werden. 
  • Außerdem gilt an den Schulen weiterhin der Mindestabstand von 1,5 Metern sowie eine feste Sitzordnung im Unterricht.
  • Regelmäßige Coronatests bei Schülern sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. Lehrer in NRW haben hingegen die Möglichkeit sich vom Schulstart bis zu den Herbstferien regelmäßig testen zu lassen. Der zweiwöchige Test ist aber freiwillig, die Kosten dafür übernimmt das Land. 

Schulstart in NRW 2020: Coronatest und Eigenverantwortung

In anderen Bundesländern wie etwa in Bremen oder Schleswig-Holstein wird der Schulstart mit Coronatests begleitet. Hier sollen Kinder, Eltern und Lehrkräfte wöchentlich getestet werden. In Hamburg dagegen setzt man nur auf die Maskenpflicht in den Pausen, die Abstandsregelung und die Vernunft.

In Schleswig-Holstein sollen Schüler wöchentlich getestet werden, in NRW verzichtet man zum Schulstart auf diese Maßnahme. 

Schleswig-Holstein geht damit einem Vorschlag des Robert Koch-Instituts nach. Denn das RKI empfiehlt Test bei allen Menschen, sobald diese Anzeichen einer Atemwegserkrankung aufweisen. Das heißt, auch Grundschüler, die einen Schnupfen haben, sollten umgehend getestet werden. 

Schulstart in NRW 2020: Kritik an rigoroser Teststrategie

An einer derart rigorosen Teststrategie gab es vermehrt Kritik. So plädierte der Kinderarzt Till Reckert gegenüber der Apotheken Umschau für Augenmaß und Gelassenheit: "Ein Schnupfen ohne andere Krankheitsanzeichen ist noch kein Ausschlussgrund für einen Schulbesuch."

Die Schulen in Baden-Württemberg haben sich deshalb dazu entschlossen, dass ein Schnupfen noch kein Grund zu Sorge sein sollte, hat das Schulkind allerdings Fieber, muss es zu Hause bleiben. 

In NRW hat man sich auf ein ähnliches Vorgehen geeinigt. Da heißt es vonseiten des Bildungsministeriums: "Schülerinnen und Schüler, die im Schulalltag Covid-19-Symptome (wie insbesondere Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks-/Geruchssinn) aufweisen, sind ansteckungsverdächtig. Sie sind daher zum Schutz der Anwesenden gemäß § 54 Absatz 3 SchulG – bei Minderjährigen nach Rücksprache mit den Eltern – unmittelbar und unverzüglich von der Schulleitung nach Hause zu schicken oder von den Eltern abzuholen."

Schulstart in NRW 2020: Was tun, wenn nun massenhafte Infektionsfälle auftreten?

Was passiert nun, wenn die Rückkehr zum regulären Unterricht in NRW nach hinten losgeht und in den nächsten Wochen vermehrt Coronavirus-Fälle an Schulen auftreten? Laut den Grünen in NRW gibt es dafür keine Pläne. 

Sie werfen der Landesregierung vor, keine klaren Vorgaben zu liefern. Die Entscheidung, ob und wann Schulen dann wieder schließen müssten, werde komplett den örtlichen Gesundheitsbehörden überlassen, kritisierte der Landesvorsitzende der Grünen NRW, Felix Banaszak. In NRW sind bereits auch erste Schulen wieder zu - das ist fatal, findet auch RUHR24-Redakteur Daniele. 

Schulstart in NRW 2020: Digitaler Unterricht ist noch keine Option

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer habe keine Konzepte erarbeitet, wie im Notfall der Unterricht in Kleingruppen mit Sicherheitsabständen aussehen könnte. Außerdem habe sie versäumt, zusätzliche Räume und weiteres Personal zu organisieren.

Denn auch das digitale Home-Schooling ist noch keine Option. So kommen laut einer WDR-Umfrage in NRW im Schnitt auf 30 Schüler ein Laptop und auf knapp 13 Schüler ein Tablet. Zusätzlich mangelt es in einigen Regionen noch an schnellem Internet, sodass das digitale Unterrichten aktuell noch nicht hinreichend möglich ist. Es gibt in NRW daher die Forderung, dringend bei der Digitalisierung der Schulen aufzurüsten. 

Rubriklistenbild: © Wort & Bild Verlag/iStock/FatCamera, Collage: RUHR24.de

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