Schulstart nach den Ferien

Schule in NRW: Ministerin Gebauer verrät neuen Distanzunterricht-Plan

Am Montag (10. Januar) starten die Schulen in NRW nach den Weihnachtsferien wieder in den Unterricht. Droht bald wieder Distanzunterricht?

Update, Donnerstag (6. Januar), 16 Uhr: Das Land NRW hat in der durch das Schulministerium versendeten „Schulmail“ neue Corona-Regelungen für den Schulstart am 10. Januar bekannt gegeben.

Update, Mittwoch (5. Januar), 11.20 Uhr: In einer vorgezogenen Schalte beraten die Kultusminister der Länder aktuell darüber, wie es vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Omikron-Welle an den Schulen weitergehen soll. Bislang hat nicht jedes Bundesland die gleiche Antwort auf die Frage, ob es für die Schüler im Wechsel-, Distanz- oder doch im Präsenzunterricht weitergehen soll.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Schulstart nach den WeihnachtsferienMontag, 10. Januar 2022
Inzidenz 216,9 (Stand 4. Januar)

Distanzunterricht an Schulen in NRW in der Corona-Pandmeie: Gebauer hat klare Meinung

Doch schon vor der Sonderschalte erklärte Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und Präsidentin der Kultusministerkonferenz laut ZDF, dass festgestellt worden sei, dass „Kollateralschäden von Schulschließungen so groß sind, dass wir jetzt alles dafür tun müssen, dass die Schulen geöffnet bleiben können.“

Auch NRW-Schulministerin Gebauer (FDP) erteilte schon vor der Konferenz sowohl dem Wechsel- als auch dem Distanzunterricht eine klare Absage. Besonders der Wechselunterricht steht für die Politikerin nicht zur Debatte. Das Unterrichtsmodell, so Gebauer laut WAZ, stelle eine maximale Belastung für alle Lehrkräfte dar und sei die schlechteste Variante. Weiter erklärte sie: „Wenn es jetzt um Kontaktreduzierungen gehen sollte, dann macht auch Wechselunterricht keinen Sinn“. Dann müsse man wieder in den Distanzunterricht starten. Allerdings sei der Präsenzunterricht weiterhin oberstes Gebot.

Erstmeldung, Dienstag (4. Januar), 15.05 Uhr: NRW – Noch am Mittwoch (5. Januar) wollen sich die Kultusminister der Länder zu einer vorgezogenen Schalte treffen. Eine der drängendsten Fragen der Runde ist, ob der Präsenzunterricht an den Schulen weiterhin flächendeckend stattfinden kann. In NRW ist von Distanzunterricht bisher keine Rede gewesen. Doch in Thüringen starteten die Schüler nach dem Ende der Ferien am Montag (3. Januar) bereits wieder im Distanzunterricht.

Schulen in NRW: Zwingt Corona die Schüler zurück in den Distanzunterricht?

Nordrhein-Westfalen gehört zu den Bundesländern, in denen die Schulen nach den Weihnachtsferien als Letztes starten. In fünf Bundesländern, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz, gehen die Schüler bereits seit Montag (3. Januar) wieder zur Schule. Doch am Freitag enden auch in NRW die Weihnachtsferien und die Schüler kehren am Montag (10. Januar) wieder in den Unterricht zurück (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW auf RUHR24).

In NRW bedeutet das für die Schüler tatsächlich, dass sie wieder im Klassenraum sitzen dürfen. In Thüringen heißt es dagegen: Matheheft und Deutschbuch liegen ab sofort wieder auf dem Schreibtisch im Kinderzimmer.

In dem eher kleinen Bundesland liegt die Inzidenz laut der thüringischen Staatskanzlei bei über 400 (Stand 4. Januar) – und die Schulen starten aufgrund der Corona-Lage zunächst im Distanzunterricht. Ab dem 5. Januar 2022 sollen Schulen laut Deutschlandfunk dann selbst entscheiden können, ob es Präsenz-, Wechsel oder Distanzunterricht geben wird.

Corona und Schule: Kultusminister müssen sich Fragen zu Distanzunterricht stellen

Drängendste Frage für die Kultusminister am Mittwoch (5. Januar) scheint demnach nun zu sein, wie es mit den Schulen im neuen Jahr weitergeht. Kann das Versprechen, Schüler weiterhin flächendeckend im Präsenzunterricht zu unterrichten, gehalten werden? Für die Bundesländer, in denen die Schule eine Woche später als in Thüringen startet, könnten somit noch vor Schulbeginn wichtige Fragen geklärt sein (mehr News zur Corona-Pandemie im Live-Ticker auf RUHR24).

Denn das Versprechen, Schulen in jedem Fall offenzuhalten, wird laut RND zunehmend in Frage gestellt. So soll der Verband Bildung und Erziehung (VBE) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk geäußert haben, dass es Präsenzunterricht nicht um jeden Preis geben müsse. Auch Lehrerverbände ließen laut Tagesschau bereits Ende Dezember Ähnliches verlauten: Die Rückkehr zum Wechsel- oder gar Distanzunterricht dürfe „kein Tabu“ sein, so Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Schule in der Corona-Pandemie: NRW hält an Präsenzunterricht fest

Für NRW schließt Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Schulschließungen bislang aber konsequent ab. So lange wie es irgendwie vertretbar sei, müssten die Schulen geöffnet bleiben, so Wüst laut ARD-Morgenmagazin. Kinder hätten in der Pandemie bereits genug gelitten. Auch das NRW-Schulministerium schloss sich laut WDR dem bereits am Montagabend (3. Januar) an.

Zudem würden mit Beginn des Unterrichts nach den Ferien die Schüler wieder flächendeckend und regelmäßig getestet werden – was nach Auffassung von Schulministerin Yvonne Gebauer einen Beitrag dazu leiste, das Infektionsgeschehen besser kontrollieren zu können. An weiterführenden Schulen werden in NRW drei Schnelltests, an Grund- und Förderschulen zwei PCR-Lolli-Pooltests durchgeführt. Infektionsherde können so schnell aufgespürt werden.

Unterstützung erhält NRW vom Bundeselternrat. „Im Zuge der Chancengerechtigkeit sehen wir den Präsenzunterricht nicht nur aus Sicht des Lernerfolgs, sondern auch für die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen als äußerst wichtig an.“ Bereits seit Beginn der Pandemie kritisieren Experten die deutlichen negativen Folgen des Distanzunterrichts für die Entwicklung der Kinder.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch, Andrej Ivanov/AFP; Collage: RUHR24

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