Schulmail vom Ministerium

Distanzunterricht, Testpflicht, Notbetreuung in NRW: Regeln für den Schulstart am Montag

Wie geht es für Schulen in NRW angesichts der kniffligen Corona-Lage nach Ostern weiter? Yvonne Gebauers Schulministerium hat jetzt erste Entscheidungen getroffen.

Update, Freitag (9. April), 6 Uhr: Nach den Osterferien sollen die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen zunächst für eine Woche Distanzunterricht erhalten. Eine Ausnahme gibt es nur für die Abschluss-Jahrgänge. In den Kindergärten geht dagegen der eingeschränkte Regelbetrieb weiter. Die Abiturprüfungen sollen wie geplant am 23. April 2021 beginnen. Ab dem 19. April soll der Unterricht – sofern es das Infektionsgeschehen zulasse – dann wieder im Wechselmodus laufen - also mit Präsenzanteilen und in halbierter Klassenstärke.

LandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
BildungsministerinYvonne Gebauer (FDP)

Schule in NRW: Ab Montag wieder Distanzunterricht geplant – Probleme bei Lieferung von Tests

Update, Donnerstag (8. April), 17.05 Uhr: Nach aktuellen Informationen der Rheinischen Post, plant NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer offenbar, das Schüler in NRW ab Montag wieder per Distanzunterricht lernen. Damit würden die Schulen vorerst geschlossen bleiben. Eine Ausnahme bilden die Abschlussklassen. Als Begründung für die Entscheidung habe das NRW-Schulministerium die ungewisse Infektionslage genannt.

Update, Donnerstag (8. April), 08.00 Uhr: Wenige Tage vor dem Schulstart in NRW soll es zu Verzögerungen bei der Auslieferung der Corona-Schnelltests für Schulen geben. Das geht aus einem Erlass der Ministerien für Schule und Kommunales hervor, der am Mittwoch an die Schulleitungen versendet wurde. Grund für die Verschiebung der Anlieferungen sei ein erhöhter Zeitbedarf bei der Zusammenstellung der Sendungsinhalte.

Aktuell gehe man davon aus, dass die Tests aber heute und am Freitag (9. April) an den Schulen ankommen. Sollte es jedoch weitere logistische Probleme geben, könne man auch eine Zustellung am Samstag nicht ausschließen. Zunächst sollen Grund-, Förder- und Hauptschulen mit den Selbsttests versorgt werden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte jedoch am Mittwoch (7. April) betont, dass eine Öffnung der Schulen nur infrage komme, wenn dort „überall das Testen funktioniert“. Das sei eine Bedingung für einen Unterricht im Präsenzmodus.

Corona in NRW: Schule nach Ostern? Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) berät zu Wechselunterricht

Update, Mittwoch (7. April), 12.40 Uhr: Düsseldorf – Das Land NRW hält weiter an der Testpflicht für Schüler nach den Osterferien fest. Das bestätigte das Schulministerium NRW auf Anfrage von RUHR24. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Mittwoch in Schwelm* zudem: „Die Schule kann nur dann öffnen, wenn überall das Testen funktioniert.“

Noch unklar ist aber offenbar, ob es auch bei dem geplanten zweiwöchigen Wechselunterricht bleiben wird. Dieser sollte zumindest zwei Wochen nach den Ferien für die Schulen in NRW gelten, hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) Anfang April angekündigt. Eine entsprechende Frage dazu wollte das Ministerium heute zunächst aber nicht beantworten.

Laut Armin Laschet beraten die Kultusminister der Länder heute, wie es mit dem Unterricht in den Schulen nach den Osterferien weitergehen soll. Offensichtlich wird dabei auch der Wechselunterricht erneut Thema sein. Dabei soll laut Schulministerium auch geklärt werden, wie die Testpflicht genau aussieht. Konkrete Informationen dazu werden bis heute Abend erwartet.

Klar ist bislang nur: Die Schüler testen sich zweimal pro Woche in der Schule – und nicht bereits vor dem Unterricht zu Hause. Engpässe bei der Verteilung der Tests an die Schulen gebe es bislang nicht. Laut Bildungsministerium wurden bereits vor den Osterferien rund 3,3 Millionen Selbsttests ausgeliefert. In den Ferien seien auch Grund- und Förderschulen beliefert worden, heißt es aus dem Ministerium.

Corona in NRW: Schule nach Ostern? Yvonne Gebauer trifft Entscheidung über Unterricht

Update, Donnerstag (1. April), 22.27 Uhr: Jetzt kommt die Testpflicht. Wie die Landesregierung NRW mitteilt, soll eine Testpflicht für Schüler und Schülerinnen eingeführt werden. Wie genau die Pflicht umgesetzt werden soll, steht bisher allerdings noch nicht fest. In einer Mitteilung heißt es: „Die konkrete Ausgestaltung der Testpflicht sowie die rechtlichen Grundlagen werden derzeit auch im Austausch mit anderen Ländern finalisiert und rechtzeitig vor Schulbeginn bekannt gegeben.“ Doch es gibt bereits mögliche Corona-Test-Szenarien für Schüler*, wie WA.de schreibt.

Der Schulbetrieb soll nach den Osterferien für die Dauer von zwei Wochen – abhängig vom Infektionsgeschehen – in den Wechselunterricht starten. Außerdem sollen Schüler und Schülerinnen aller Schulen zweimal in der Woche Selbsttests durchführen. „Mit der Testpflicht schaffen wir eine weitere Voraussetzung dafür, dass so viel Unterricht wie möglich in Präsenz stattfinden kann“, erklärt Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer.

Erstmeldung, Freitag (26. März), 9.56 Uhr: Öffnen oder nicht öffnen, das ist hier – in NRW – die Frage. Was passiert angesichts des sich wieder ausbreitenden Coronavirus* mit tausenden Schülern im bevölkerungsreichsten Bundesland? Das Schulministerium hat nun mitgeteilt: Nach Ostern wird der Betrieb weiterhin eingeschränkt bleiben. RUHR24.de* erklärt, was dann genau passiert.

Zuletzt hatte es – vor allem vonseiten einiger SPD-Bürgermeister wie Thomas Westphal aus Dortmund* – die Aufforderung gegeben, die Schulen in NRW wieder zu schließen. Pauschal fürs ganze Land ist die Landesregierung dem nicht nachgekommen. Es wird nicht geschlossen – es wird aber auch nicht so richtig geöffnet.

Das Ergebnis: Auch nach Ostern wird es in den Schulen in NRW keinen Regelbetrieb geben. Präsenzunterricht ist zwar möglich, aber immer nur mit dezimierter Klassenstärke und auch nur in solchen Städten, in denen die Corona-Zahlen verlässlich unter der Inzidenz von 100 liegen.

NRW: Kein Präsenzunterricht in sechs Städten und Kreisen – Corona-Inzidenz über 100

Das war bis zu den Osterferien (Stand 26. März) in folgenden Städten nicht der Fall – daher galt hier zuletzt nach Absprache mit dem Land in mehreren Jahrgangsstufen komplett Distanzunterricht:

  • Hagen,
  • Wuppertal,
  • Kreis Düren,
  • Märkischer Kreis,
  • Oberbergischer Kreis und
  • Kreis Siegen-Wittgenstein.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) kündigte in einer Schulmail am Donnerstag (25. März) indes an: „Sofern es die Lage zulässt, soll der Schulbetrieb nach den Ferien unter den derzeitigen Beschränkungen stattfinden.“

Man werde die Corona-Lage in NRW bis zum Ende der Osterferien am 11. April „weiterhin aufmerksam beobachten“ und den Schulstart mit allen Beteiligten „sorgfältig vorbereiten“. Am 12. April wolle das Schulministerium dann auch auf die Ergebnisse der nächsten Bund-Länder-Konferenz schauen.

Indes steigen schon jetzt die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen stark an. Das hat eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) ergeben. Als Gründe nennen Experten die Öffnung von Kitas und Schulen – aber auch mehr Tests.

NRW: Erste Pläne für Unterricht nach den Osterferien stehen

Stand jetzt ist folgendes an NRW-Schulen nach den Osterferien geplant:

  • Schulbetrieb nach den Osterferien bis einschließlich zum 23. April 2021 auf der Grundlage der Schulmail vom 5. März 2021*,
  • das weitere Vorgehen plant das NRW-Schulministerium in der zweiten Woche der Osterferien unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens,

Heißt konkret: Alle Schüler in NRW von Klasse 1 bis zur Oberstufe dürfen grundsätzlich Präsenzunterricht im Wechsel mit Distanzunterricht erhalten, so es die Infektionslage in der jeweiligen Stadt zulässt.

Coronavirus in NRW: Pädagogische Betreuung statt Präsenzunterricht für Schüler der Klassen 5 und 6

Wichtig für Eltern: An jenen Tagen, an denen ihre Kinder aus den Klassen 5 oder 6 nicht im Präsenzunterricht sein dürfen, gibt es an den Schulen eine pädagogische Betreuung.

Eltern, die ihren Kindern daheim keine „lernförderliche Umgebung“ bieten können, dürfen ihre Kinder auch in die Schule schicken, selbst wenn sie nicht für den Präsenzunterricht zugeteilt wurden. Je nach Ressourcen soll es diesen Schülern möglich sein, unter Aufsicht in den Räumen der Schule an den Aufgaben aus dem Distanzunterricht zu arbeiten.

Schulen in NRW: Abiturienten bereiten sich nach den Osterferien auf die Abiprüfungen vor

Wie im Erlass vom 7. Dezember 2020 angekündigt, beginnt am ersten Tag nach den Osterferien für die Abiturienten der Gymnasien, Gesamtschulen und Weiterbildungskollegs die Abiturvorbereitung in den Abiturprüfungsfächern. Der Unterricht in den übrigen Fächern entfällt für diese Schüler.

Anders als vor den Osterferien, als die NRW-Landesregierung den weiterführenden Schulen 1,8 Millionen Corona-Selbsttests* zur Verfügung stellte, sollen die Testungen nach Ostern erweitert werden. Jeder Schüler an weiterführenden Schulen soll sich dann zweimal pro Woche testen lassen können. Dafür sollen laut dem Bildungsministerium weitere 1,5 Millionen Schnelltests zur Verfügung stehen, die noch bis zum Start der Osterferien den Schulen vorliegen sollen.

NRW plant Coronatests auch für Grundschüler – Lolli-Methode denkbar

Nicht nur die Schüler ab Klasse 5 sollen sich in NRW künftig auf das Coronavirus testen lassen können. Die NRW-Landesregierung plant für Grundschüler „schnellstmöglich ein alters- und kindgerechtes Testangebot“. In Köln wird bereits seit dem 8. März in Kitas ein mögliches Verfahren getestet: die Lolli-Methode. Dabei müssen die Kinder an einem Stäbchen lutschen wie an einem Lolli. Denkbar ist, dass diese Methode auch in Grundschulen zur Anwendung kommt. Wichtig sei für das Land die Verfügbarkeit solcher Tests.

An Kitas in NRW werden bereits kindgerechte Corona-Tests durchgeführt.

Änderungen gibt es in Sachen Corona-Tests auch für Lehrer und weiteres Personal an Schulen. Bisher durfte sich diese Gruppe zweimal pro Woche bei niedergelassenen Ärzten beziehungsweise in Testzentren testen lassen. Bereits in der Woche nach Ostern werden Lehrern und weiterem Schulpersonal stattdessen zwei Selbsttests pro Woche zur Verfügung gestellt. Diese Selbsttests werden zusammen mit den Selbsttests für die Schüler an die Schulen geliefert. (Hier weitere NRW-Corona-News auf RUHR24.de lesen.)

NRW: Coronatests finden weiterhin in den Schulen statt – Gewerkschaft fordert Test von daheim

Damit finden die Coronatests in NRW weiterhin in den Schulen statt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW fordert dagegen, dass die Tests nicht wie bisher unter Kontrolle der Lehrkräfte in der Schule durchgeführt, sondern unter elterlicher Aufsicht zuhause oder durch mobile Testcenter abgenommen werden. Corona-Schnelltests sind vor Ostern nun auch online bei Amazon erhältlich*, berichtete msl24.de

Der Nordrhein-Westfälische Lehrerverband (NRWWL) hingegen fordert Impfungen für alle Lehrer in NRW. Bislang impft das Land nur Lehrer an Grund-, Förder- und Sonderschulen. Nur mit flächendeckenden Impfungen können wir erneute Schulschließungen in dieser Phase der Pandemie vermeiden“, kommentiert Andreas Bartsch, Präsident des NRWL. Hinweis: In den sechs oben genannten Städten und Kreisen gab es vor Ostern nicht kompletten Distanzunterricht, wie wir zunächst berichtet hatten, sondern nur in einigen Jahrgangsstufen. *RUHR24.de WA.de und msl24.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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