Sorge um entstehende Lücken

Schule in NRW: Sommerferien ade? Grüne sorgen mit Corona-Vorstoß für Aufsehen

Die Schulen in NRW bleiben während des Corona-Lockdowns bis zum 14. Februar grundsätzlich geschlossen. Die Grünen fordern Kompensation in den Ferien.

NRW – Die Opposition in Nordrhein-Westfalen ist mit der Schulpolitik während des Corona-Lockdowns nicht zufrieden, berichtet RUHR24.de*. SPD und Grüne warfen der schwarz-gelben Landesregierung am Donnerstag (28. Januar) im Landtag Planlosigkeit und fehlende Konzepte mit Blick auf den weiteren Schulbetrieb in der Corona-Pandemie vor.

LandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Schulen in NRW: Opposition kritisiert Planlosigkeit im Corona-Lockdown

Es gebe keine systematische Vorbereitung für den Betrieb nach dem 14. Februar, kritisierte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Jochen Ott (46). „Sie müssen jetzt regieren und mit Wechselmodellen die Sicherheit geben, wie es nach dem 14. Februar weitergehen kann.“ Klar ist bislang nur: Die Schulen in NRW bleiben gemäß der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse grundsätzlich bis zum 14. Februar geschlossen*.

Kritik äußerte auch Grünen-Schulexpertin Sigrid Beer (64). Sie fordert Verlässlichkeit für dieses Schuljahr. Niemand könne davon ausgehen, dass die Schulen nach Mitte Februar wieder in den Präsenzunterricht gehen können. Dennoch wisse man nicht, welche Vorkehrungen Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) für diesen Fall treffe.

Grünen-Schulexpertin Sigrid Beer fordert mehr Verlässlichkeit für das laufende Schuljahr in NRW.

Schulen in NRW während der Corona-Pandemie: Grüne fordern Nachhilfe für Schüler in den Ferien

Für viele Schüler sei schon das jetzt endende erste Schulhalbjahr wegen der Corona-Pandemie von ausgefallenem Unterricht und Quarantäne-Zeiten geprägt gewesen. Zur „Wahrheit“ gehöre laut Sigrid Beer auch, dass der momentan praktizierte Distanzunterricht eine unterschiedliche Qualität habe (alle News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de).

Da während des Lockdowns Wissenslücken entstehen, haben die Grünen schon vor der Schuldebatte im Landtag am Donnerstag eine Forderung gestellt. Die Partei fordert in der Corona-Krise Nachhilfe für Schüler in den Ferien. Der Rheinischen Post liegt das entworfene Ferienprogramm vor.

Vorrangig benachteiligte Kinder sollen ein Angebot der Schulen in NRW bekommen und vor Ort in kleinen stabilen Gruppen unterrichtet werden. Lehrer und Sozialarbeiter sollen gemeinsam mit den Eltern die Auswahl treffen. Eltern könnten sich aber auch von sich aus an die Schulen wenden. Den Unterricht der Kinder in den Ferien sollen demnach Lehramtsstudierende, Schulsozialarbeiter oder freiwillige Lehrkräfte übernehmen.

NRW: Grüne fordern Ferienprogramme an Schulen – benachteiligte Schüler im Fokus

„Wir schlagen ein verbindliches Ferienprogramm vor, das schon in den Osterferien beginnen und durchgängig in allen Ferien stattfinden soll“, so Sigrid Beer von der Grünen-Fraktion gegenüber der Rheinischen Post. Ein solches Programm ließe sich aus normalen Haushaltsmitteln bestreiten. „70 Millionen Euro für Ferienprogramme sind noch nicht abgerufen. Hinzu kommen 200 Millionen Euro, die übrig sind, weil Lehrerstellen nicht besetzt werden können.“

Weiter vorangeschritten sind derweil die Planungen für die Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen in NRW hinsichtlich des Einsatzes von mehr Schulbussen, um Kinder und Jugendliche besser zu verteilen. Das Land unterstützt diese Maßnahme mit mehr als 33 Millionen Euro. Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hat jetzt noch einmal für dieses Programm geworben.

Rückkehr zum Präsenzunterricht an Schulen in NRW: Hendrik Wüst wirbt für „Bus-Programm“

„Ich darf Ihnen für Ihre laufenden Planungen zur Vorbereitung der Rückkehr in den Präsenzunterricht noch einmal versichern, dass die Landesregierung weiterhin die Entzerrung des Schülerverkehrs zu 100% finanzieren wird“, heißt es in einem Brief, welcher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Das gelte sowohl für die Anmietung zusätzlicher Buskapazitäten als auch für zusätzliche Fahrten bereits eingesetzter Busse.

Gemeinsam mit Verkehrsunternehmen und Schulen will Hendrik Wüst die Schulzeiten so entzerren, dass übervolle Busse im Schulverkehr ausgeschlossen werden können. Dabei gehe es nicht darum, den Unterrichtsbeginn an einer Schule zu staffeln – sondern an verschiedenen Institutionen. So könnte eine Schule morgens früher starten als eine andere. Mit dpa-Material / *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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