Nur noch wirklich infizierte Kinder

NRW-Schulen im Corona-Chaos: Laumann kündigt Quarantäne-Änderung an

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verspricht eine Änderung in der Quarantäne-Regelung für Schüler und Schülerinnen. (Symbolbild)
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NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verspricht eine Änderung in der Quarantäne-Regelung für Schüler und Schülerinnen. (Symbolbild)

Über 30.000 Schüler waren zeitweise in Corona-Quarantäne – das ist eine Ansage. Für die aktuellen Regelungen hagelt es Kritik. Doch es soll eine Änderung geben.

Dortmund/Düsseldorf – Die Coronavirus-Pandemie nimmt immer weiter an Fahrt auf, dennoch sollen Schüler und Schülerinnen weiter im Präsenzunterricht bleiben. Das führte in den vergangenen Wochen zu einem regelrechten Quarantäne-Chaos. Doch jetzt verspricht NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Besserung.

LandtagNordrhein-Westfalen
Abgeordnete199
Erste Sitzung2. Oktober 1946

Corona-Quarantäne-Regeln in NRW: Teilweise wurden ganze Schulklassen nach Hause geschickt

Teilweise waren über 30.000 Kinder in NRW in Quarantäne. Das liegt zumindest nicht allein an den hohen Inzidenzwerten in NRW, sondern auch daran, dass teilweise ganze Klassen bei einem positiven Corona-Test in die zweiwöchige Quarantäne geschickt werden. Das Gesundheitsamt Dortmund hatte regelrecht aufgegeben, wenn es um die aktuell geltende Quarantäne-Regelung ging.

Eigentlich sieht die aktuelle Verordnung in NRW vor, dass „enge Kontaktpersonen“ bei einem Corona-Fall ebenfalls in Quarantäne müssen. In Dortmund habe das Gesundheitsamt es als nicht mehr leistbar gesehen, Sitzplätze zu studieren und enge Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Lehrer könnten das besser beurteilen. So wurde die Verantwortung auf sie abgewälzt.

Corona-Regeln an Schulen: Gebauer und Laumann wollen Änderung

So wundert es nicht, dass SPD und Grüne in einer Sondersitzung des NRW-Landtages von einem „Quarantäne-Chaos“ sprechen. Doch NRW-Gesundheitsminister Laumann hat bereits Besserung gelobt. Laumann ist sich sicher, dass man „bald dazu übergehen kann“, nur noch infizierte Schulkinder in Quarantäne zu schicken. Das Testkonzept und die Einhaltung der Hygieneregeln machten dies möglich.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) fordert eine bundesweite Lockerung der Quarantäne-Regeln.

Bereits am Mittwoch (1. September) hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf eine bundesweite Lockerung der Quarantäne-Regeln an Schulen gedrängt. Demnach sollten nur noch Schüler und Schülerinnen in Quarantäne geschickt werden, die nachweislich mit Corona infiziert sind. Ein entsprechender Beschluss bei den laufenden Bund-Länder-Gesprächen steht noch aus.

Kritik an Quarantäne-Regeln in NRW: „Nicht alltagstauglich“

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty wie auch Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul forderten in der Sondersitzung unterdessen, fünf statt 14 Tage Quarantäne mit der Möglichkeit auf eine Freitestung. Die von Gebauer angekündigten Quarantäne-Regelungen seien dagegen „schlicht nicht alltagstauglich“.

Die Sondersitzung des NRW-Landtags hatte die SPD beantragt. Sie wollte über die besonders hohen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen diskutieren und hatte in ihrem Antrag vor einem „Kontrollverlust“ gewarnt. mit dpa-Material.

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