Ausbildungsplätze werden rar

Schul-Dilemma in NRW: Nur ein Abschluss bietet Chancen im Berufsleben

Böse Überraschung bei der Ausbildungssuche in NRW: Nur ein Schulabschluss bietet echte Chancen.

Dortmund – Die Halbjahreszeugnisse sind geschrieben, die Suche nach Ausbildungsplätzen hat begonnen. Tausende Schülerinnen und Schüler in NRW wollen den Übergang von der Schule ins Berufsleben mit einem interessanten Ausbildungsplatz meistern. Das Problem: Die Unternehmen picken sich nur die Besten heraus.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
LandeshauptstadtDüsseldorf
Auszubildendeca. 300.000 (2019)

Ausbildung in NRW: Nur ein Schulabschluss hat echte Zukunftschancen

Unternehmen in NRW setzen bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen immer stärker auf Schüler mit Abitur statt auf Haupt- und Realschüler. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, über die die Rheinische Post berichtete.

Abitur sei der einzige Schulabschluss, der mit Sicherheit eine Zukunftschance eröffnet. Für alle anderen Abschlüsse gebe es zum Teil erhebliche Einschränkungen, heißt es dort weiter.

NRW: Ausbildungsplatzsuche ist mit Abitur einfacher als mit Realschulabschluss

Laut dem Bericht beginnen 60 Prozent der Haupt- und Realschulabsolventen eine Ausbildung, außerdem startet ein Drittel derjenigen ohne Abschluss eine solche. Erst kürzlich hat die Polizei in NRW angekündigt, künftig Realschülern einen Einstieg in den Polizeiberuf zu ermöglichen.

Zugleich beginnen 55 Prozent der Abiturienten in NRW eine Ausbildung. Insgesamt sei die Zahl der Ausbildungsplätze in NRW gesunken, was Bewerbern mit höherem Abschluss ebenfalls in die Hände spiele.

In NRW ist die Zahl der Ausbildungsplätze gesunken.

NRW: Ohne Berufsabschluss gibt es kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Laut den aktuellen Arbeitsmarktzahlen haben fast 60 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund NRW (DGB) schlägt deshalb vor, dass Ungelernte mehr Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote brauchen. Unter anderem sollen Arbeitslose durch eine Art „Weiterbildungsgeld“ angeregt werden, sich ausbilden oder weiterbilden zu lassen.

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bietet unter anderem die Agentur für Arbeit Hilfe an. Auf der Webseite heißt es, dass die meisten Ausbildungsbetriebe sich von der Arbeitsagentur geeignete Bewerberinnen und Bewerber vorschlagen lassen. Passende Jobangebote gibt es auch auf RUHR24Jobs.  

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