Scharfe Kritik am VRR

Werbung für "Schoko-Ticket" mit dunkelhäutigem Jungen: Rassismus-Vorwürfe gegen den VRR

Wegen seiner Werbung für das Schoko-Ticket steht der VRR unter massiver Kritik.
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Wegen seiner Werbung für das Schoko-Ticket steht der VRR unter massiver Kritik.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) wirbt mit einem dunkelhäutigem Jungen für das "Schoko-Ticket". Für diese Werbung hagelt es nun Kritik. 

  • Wegen seiner Werbung für das "Schoko-Ticket" ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in die Kritik geraten.
  • Das Schoko-Ticket wird an der Stelle erwähnt, an dem auch ein schwarzer Junge abgebildet ist.
  • Sowohl Kunden als auch der WDR-Sender "Cosmo" äußerten sich kritisch.
NRW/Gelsenkirchen - Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist wegen einer aktuellen Werbung in die Kritik geraten. Zu sehen: Das Foto eines dunkelhä utigen Jungen und knapp darüber die Werbung für das sogenannte "Schoko-Ticket", wie RUHR24.de* berichtet.

Verbund

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Kundenservice

01806504030

Gründung

1. Januar 1980

Zentrale

Gelsenkirchen

Rechtsform

Anstalt des öffentlichen Rechts

CEO

José Luis Castrillo (1. Jan. 2014 - )

Nach Werbung für "Schoko-Ticket": Heftige Kritik am VRR

Sowohl mit einem Faltblatt als auch im Internet wirbt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für sein Schülerticket, das auch als "Schoko-Ticket" bekannt ist. Auf mehreren Seiten lassen sich alle Informationen rund um das Ticket des NRW Verbundes finden (alle Nachrichten aus NRW bei RUHR24*).

Ebenfalls abgebildet sind die Fotos von Kindern. Überwiegend von hellhäutigen Kindern. Bis auf einen dunkelhäutigen Jungen. Direkt über ihm: Eine Sprechblase, in der vom "Schoko-Ticket" gesprochen wird.

Werbung des VRR für das "Schoko-Ticket" als geschmacklos bezeichnet

Dafür hagelt es nun ordentlich Kritik von allen Seiten. Kunden bezeichneten die Werbung als geschmacklos oder halten es für alltags-rassistisch. Besonders in Anbetracht der derzeitigen Proteste in den USA wegen der Diskriminierung von dunkelhäutigen Menschen. Auch vom WDR-Sender "Cosmo" gab es Kritik.

In einem Tweet zeigt er die entsprechende Seite des Flyers des VRR und erklärt, dass auf allen Seiten lediglich weiße Menschen abgebildet seien, nur beim "Sch oko-Ticket" nicht. Dort sei ein schwarzer Junge abgebildet.

Über dem Tweet stellt der Sender die Frage, warum genau an dieser Stelle und nur dort, ein schwarzes Kind abgebildet sei. Tituliert wird es mit "Geschmackloser VRR-Flyer".

Auch interessant: Ein Schüler aus Dortmund droht eventuell, seinen Abschluss zu verpassen. Der Grund - er hatte keine Schutzmaske während der Corona-Pandemie auf. 

Nach Kritik an "Schoko-Ticket" Werbung: Entschuldigung des VRR

Nach dem Aufflammen der Kritik nahm der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das Bild aus dem Internet. Gefolgt von einer Entschuldigung.

Der VRR bezeichnet sein Schülerticket auch als Schoko-Ticket.

Auf Anfrage des WDR soll eine VRR-Sprecherin am Donnerstag erklärt haben, dass man es bedaure, dass die Diversität "nicht in angemessener Form" dargestellt worden sei. Das Unternehmen lege großen Wert darauf, niemanden zu diskriminieren. Auch in den gedruckten Faltblättern soll das Bild ausgetauscht werden. Die Folge ist jedoch, dass nun noch weniger Menschen mit interkulturellem Hintergrund in der Broschüre des VRR abgebildet werden - also noch weniger Diversität gezeigt wird. 

Kritik am VRR-Schoko-Ticket: Politikerin empfiehlt interkulturelles Training

Auch Nadia Khalaf, SPD-Vorsitzende der AG Migration und Vielfalt in NRW, äußert sich zu der Kritik an der Werbung des VRR. "Das geht überhaupt nicht zusammen", bestätigt die SPD-Politikerin. 

Sie empfiehlt dem VRR ein interkulturelles Training für alle Mitarbeiter zu initiieren, an dem diese auch teilnehmen sollten. Das sei unter anderem eine Möglichkeit, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiere, so Naida Khalaf gegenüber dem WDR.

Mit Rassismus-Vorwürfen wurde zuletzt auch die Polizei Essen konfroniert. Eine Familie aus Mülheim an der Ruhr warf dieser vor, sie aus rassistischen Gründen gewaltsam behandelt zu haben. Nun überprüft die Polizei Bochum den Fall.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks