Bananenwürfe und „Bimbo“-Rufe

Schockierende Einblicke: Neue Amazon-Doku zeigt ekligen Rassismus gegen S04- und BVB-Spieler

Rassismus. Immer wieder auch Thema im Fußball. Die neue Amazon-Prime-Doku „Schwarze Adler“ behandelt den Kampf – und zeigt schockierende Szenen.

Berlin/Dortmund – In Dortmund hat sich der Traum von der Champions League ausgeträumt. 1:2 verlor der BVB gegen Manchester City am Mittwochabend (14. April) im eigenen Stadion. Die Zuschauer sahen nicht nur ein spektakuläres Spiel, schon vor Anpfiff erregte eine Szene Aufmerksamkeit: Die Spieler knieten sich hin. Eine Erinnerung der Black-Lives-Matter-Bewegung.

StreamingdienstPrime Video
BetreiberAmazon
Online seit7. September 2006

Rassismus im Fußball: Amazon-Prime-Doku „Schwarze Adler“ greift ernstes Thema auf – Aussagen schockieren

Es ist eine Bewegung, die nach dem gewaltsamen Tod am 25. Mai 2020 von George Floyd ins Leben gerufen wurde. Sie rückte das Thema Rassismus wieder in das Bewusstsein der Menschen. Ebenso wie eine neue Dokumentation von Amazon Prime.

Am Donnerstag (15. April) wurde der Film „Schwarze Adler“ bei dem Streamingdienst veröffentlicht. Es geht um Rassismus im Fußball. Unterschiedliche Fußballstars sprechen über ihre Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit. Der Film zeigt die chronologische Entwicklung, welche Erfolge der Fußball im Kampf gegen Hass erzielte und welche Rückschläge er hinnehmen musste.

Amazon-Prime-Doku: BVB- und S04-Legenden berichten in „Schwarze Adler“ über Erfahrungen mit Rassismus

14 Protagonisten, darunter Größen wie BVB-Legende Otto Addo (45) und S04-Ikone Gerald Asamoah (42), kommen zu Wort. Letzterer ist beim FC Schalke 04 als Vereinsbotschafter zuständig und setzt sich aktiv gegen Rassismus ein. In der Doku sagt der in Ghana geborene 42-Jährige: „Diesen Hass habe ich nirgendwo anders kennengelernt.“ Die Erfahrung von Ojokojo Torunarigha (51), Ex-Profi beim Chemnitzer FC, schockiert geradezu: „Ich wurde geliebt als Fußballer und abgelehnt als Mensch“, sagte er.

Auch Otto Addo, der aktuell beim BVB Co-Trainer von Edin Terzic (38) ist, setzt sich aktiv gegen Rassismus ein. In der Doku „Schwarzer Adler“ auf Amazon Prime berichtete er: „Ich konnte mich nicht so mit Deutschland identifizieren, obwohl ich hier aufgewachsen bin.“ Beide, Otto Addo und Gerald Asamoah, wurden im Stadion unter anderem mit Bananen beworfen.

Ex-S04-Profi Gerald Asamoah wurde unter anderem mit Bananen beworfen.

Rassismus: „Du kannst bei mir auf der Plantage arbeiten“ - Fußballer kontert auf Beleidigung

Es sind nicht nur Bananenwürfe, auch schockierende Interviews greift die Dokumentation bei Amazon Prime auf. So auch das legendäre Interview im „Sportstudio“ mit Anthony Baffoe (55), ehemaliger Spieler bei Fortuna Düsseldorf, als er berichtete, wie er als „Bimbo“ bezeichnet worden sei. Seine Antwort auf die rassistische Beleidigung: „Du wirst nächstes Jahr arbeitslos, du kannst bei mir auf der Plantage arbeiten.“

Damals ein großer Schritt im Kampf gegen den Rassismus im Fußball. Aber Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass sind nicht aus der Welt und auch nicht aus den Stadien. BVB-Co-Trainer Otto Addo bemängelt: „Das sind dieselben Probleme wie vor 20-30 Jahren, da hat sich nicht viel verändert.“

„Schwarze Adler“ auf Amazon Prime: Rassismus bleibt ein Thema im Fußball

Dokumentationen wie „Schwarze Adler“ auf Amazon Prime klären auf, bringen Menschen dazu, auch eigene Muster zu hinterfragen und rücken das Thema Rassismus wieder in den Vordergrund. Selbst wenn bereits viel erreicht wurde, der Tenor des Films ist: Viele Errungenschaften wurden erzielt, doch am Ziel ist man 2021 noch längst nicht.

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