Dreharbeiten abgebrochen

Sat.1: Nach Vorwürfen von Schlagstar Ikke Hüftgold – Sender zieht die Reißleine

Ikke Hüftgold
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Schlagersänger Ikke Hüftgold hat schwere Vorwürfe gegen Sat.1 und die Produktionsfirma ImagoTV erhoben.

Schlagersänger Ikke Hüftgold sollte an der Sat.1-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich“ teilnehmen. Mitten im Dreh brach der Sänger ab und spricht jetzt von „Missachtung des Kindeswohls“.

Update, Sonntag (30. Mai), 10.26 Uhr: NRW – Nachdem der Ballermann-Schlagerstar Ikke Hüftgold (44) den Dreh der TV-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich“ plötzlich abgebrochen und schwere Vorwürfe erhoben hatte, reagiert nun der Sender – und zwar mit einem drastischen Schritt.

SchlagersängerIkke Hüftgold
Geboren17. September 1976 (Alter 44 Jahre), Limburg an der Lahn
Vollständiger NameMatthias Distel

Sat.1: Sender gesteht Fehler ein und stoppt TV-Show nach Kritik von Ikke Hüftgold

Wie Sat.1 am Samstag (29. Mai) in einer Mitteilung auf Twitter bekannt gab, wird die Sendung „mit sofortiger Wirkung“ beendet. Und das ist noch nicht alles. Der Sender habe beschlossen, dass die TV-Show nicht mehr zu Sat.1 passe, weshalb es keine neuen Folgen mehr gebe – auch die, die bereits gedreht wurden, sollen nicht ausgestrahlt werden.

Sat.1 räumte ein, dass hier eindeutig Fehler passiert seien. Dafür möchte der TV-Sender bei der Öffentlichkeit und der Familie um Entschuldigung bitten, heißt es weiter in dem Twitter-Post. „Es war und ist niemals Ziel von SAT.1 Menschen zu verletzen“, reagierte Sat.1 auf den Vorwurf von Ikke Hüftgold, dass bei der Show „das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten“ wurde.

Ikke Hüftgold soll indes nach den öffentlichen Behauptungen eine Unterlassungsklage der Produktionsfirma ImagoTV erhalten haben. Das berichtet Promiflash. „Ich habe von der Imago TV mittlerweile eine Unterlassungsklage bekommen, die das Ziel haben soll, das Video aus dem Netz zu nehmen. Mir wird vorgeworfen, falsche Tatsachen zu behaupten“, habe der Musiker in seiner Instagram-Story verlauten lassen.

Erstmeldung, Mittwoch (26. Mai), 14.16 Uhr: Eigentlich sollte Matthias Distel, auch bekannt als Ikke Hüftgold, in der Sat.1-Show „Plötzlich arm, plötzlich reich“ eine Woche lang das Leben mit einer Familie aus sozial schwächeren Verhältnissen tauschen und sich dabei von Kameras begleiten lassen. Nach zwei Tagen brach der Mallorca-Sänger den Dreh ab - und wirft Sat.1 und ImagoTV jetzt „Missachtung des Kindeswohls im deutschen Fernsehen“ vor.

„Plötzlich arm, plötzlich reich“ (Sat.1): Ikke Hüftgold erhebt in Instagram-Video schwere Vorwürfe

Es ist ein knapp 20 minütiges Video auf Instagram, das derzeit die TV-Welt aufrüttelt: Schlagersänger Ikke Hüftgold, der gerade den Umzug von Werner Hansch von Dortmund nach Limburg plant, berichtet mit gebrochener Stimme von einem TV-Dreh mit der Produktionsfirma ImagoTV für das Sat.1-Format „Plötzlich arm, plötzlich reich.“ Dabei tauscht eine wohlhabende Familie eine Woche das Leben mit einer Familie, die in sozial schwächeren Verhältnissen lebt.

Auch Ikke Hüftgold sollte Teil des Projekts sein - und hat den Dreh nach nur zwei Tagen abgebrochen. Die Erklärung dafür liefert er auf Instagram und auf seiner Website: Der Sänger habe zuvor nichts über die Tauschfamilie gewusst, ist vor Ort jedoch aus allen Wolken gefallen.

Instagram-Video: Ikke Hüftgold spricht über „skandalöse Zustände bei Sat.1 und der ImagoTV“

Ikke Hüftgold spricht unter anderem von „skandalösen Zuständen bei Sat.1 und der ImagoTV GmbH! Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten!“ Auch von einer „gewissenlosen Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder“ ist die Rede.

Der Hintergrund: Bereits nach zehn Minuten habe Matthias Distel weinend in der Wohnung seiner Tauschfamilie gestanden, schockiert von den dort herrschenden Zuständen. „Die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten Aufenthalt weinend vor der laufenden Kamera standen, soll lediglich deutlich machen, welche Emotionen beim Anblick dieser Zustände aus uns herausbrachen. Die Redakteurin weinte mit uns“, so der Sänger.

Ikke Hüftgold bricht Sat.1-Dreh von „Plötzlich arm, plötzlich reich“ ab

Später habe er herausgefunden, dass zwei der vier Kinder und die Mutter seit längerem in psychologischer Behandlung seien. „Sofort kam die Frage bei uns auf, ob man Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem 8 Tage am Stück bis zu 10 Stunden gearbeitet werden sollte“, fragt Ikke Hüftgold in den Raum.

Die Produktionsfirma hätte laut dem Entertainer über „die Behandlung der Kinder“ Bescheid gewusst. „Ich stellte Fragen, aber ich bekam anfänglich für mich nur unbefriedigende Antworten der Redakteurin, die zunehmend nervöser wurde“, so der Sänger. Später habe man sich auf die Aussagen der Mutter und ein Telefonat mit der Familienhilfe bezogen.

Ikke Hüftgold schockiert von „Plötzlich arm, plötzlich reich“ bei Sat.1: Sänger erhebt Vorwürfe

Bei einem Gespräch mit der besten Freundin der Mutter habe Distel laut eigenen Angaben dann noch vor laufenden Kameras erfahren, dass die Kinder in der Vergangenheit von ihrem leiblichen Vater misshandelt worden seien. Für den Sänger war daraufhin das Maß voll, er brach die Dreharbeiten ab (mehr Nachrichten über NRW-Promis bei RUHR24 lesen).

Später habe Matthias Distel außerdem erfahren, dass sich in seiner Wohnung ebenfalls dramatische Szenen zwischen den Kindern abgespielt hätten. Die Vorfälle seien „direkt der Chefetage übermittelt worden. Jeder einzelne dieser Vorfälle hätte mit dem Hintergrundwissen des Senders und der Produktion zum sofortigen Abbruch des Formates führen müssen. Anstatt dessen wurde appelliert, die laufende Produktion nicht zu gefährden und den Dreh fortzuführen!“, berichtet Ikke Hüftgold weiter.

Video: So lebt Schlagersänger Ikke Hüftgold

Ikke Hüftgold: Sat.1 und ImagoTV haben auf Vorwürfe reagiert - Folge wird nicht ausgestrahlt

Sat.1 und ImagoTV haben inzwischen auf die schweren Vorwürfe des Schlagersängers reagiert: Sat.1 zeigte sich in einem Instagram-Post schockiert. Man habe zuvor nichts über die Umstände des Drehs gewusst. „Unmittelbar nachdem wir seine Nachricht erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und die Zusammenhänge aufzuarbeiten. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.“

Weiter gab der Sender bekannt: „Fest steht, dass Sat.1 keine Sekunde dieser Folge zeigt.“ Auch die Produktionsfirma Imago TV räumte gegenüber DWDL „Fehler bei der Recherche“ ein und gab zu, „zu leichtgläubig“ gewesen zu sein.

Die konkreten Missbrauchs-Vorwürfe seien tatsächlich erst während des Drehs bekannt geworden. Zuvor habe man in 25 Gesprächen ausführlich mit der Mutter über Probleme und die familiären Hintergründe gesprochen und zudem das Einverständnis der Familienhilfe für den Dreh bekommen.

Ikke Hüftgold (re.) erreichte im August 2020 den zweiten Platz bei „Promi Big Brother“. Den ersten Platz belegte Werner Hansch.

Vorwürfe von Ikke Hüftgold gegen Sat.1 und ImagoTV: Promis aus NRW sind schockiert

Die Enthüllungen von Ikke Hüftgold schlagen in den sozialen Netzwerken große Wellen - und haben auch bei vielen Prominenten für Aufruhr gesorgt. Auch die NRW-Promis Claudia Effenberg (55) und Ex-“Bachelor“ Andrej Mangold (34), dessen Kollege Oliver Sanne (34) vor kurzem auch gegen RTL gewettert hat, zeigen sich von dem Bericht schockiert.

Claudia Effenberg kommentierte auf Instagram: „Ich bin geschockt. Und ich mochte dich schon vor deiner so ehrlichen Aussage. Ich ziehe den Hut vor dir“. Andrej Mangold findet: „Danke dir für deinen Mut und die Courage! Diese Industrie kann wirklich grauenhaft sein.”

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