Vier Linien betroffen

Totalausfall bei S-Bahnen in NRW: DB bekommt Problem nicht unter Kontrolle

Drei S-Bahn-Linien in NRW sind am Mittwoch stundenlang ausgefallen. Weitere solcher Vorfälle können im Nah- und Fernverkehr auf Reisende zukommen.

Dortmund – „Fahrt entfällt“: diese Nachricht haben viele S-Bahn-Nutzer in NRW am Mittwoch (20. Juli) in ihrer DB App oder auf dem Bahnsteig zu lesen bekommen. Die drei Linien S9, S11 und S12 fuhren bis spät in die Nacht gar nicht mehr. Auch die S2 kam nicht so oft wie normalerweise. Das Problem ist kein neues und wird DB-Kunden auch die nächsten Wochen weiter ärgern.

EreignisAusfälle von S-Bahnen in NRW
DatumMittwoch, 20. Juli 2022
Betroffene StreckenS2, S9, S11 und S12
BetreiberDeutsche Bahn (DB)

Stundenlange Bahn-Ausfälle in NRW am Mittwoch (20. Juli): S2, S9, S11 und S12 waren betroffen

Betroffen von kompletten Ausfällen am Mittwoch waren die S9 (Hagen Hbf – Recklinghausen Hbf), die S11 (Düsseldorf Flughafen – Bergisch Gladbach) und die S12 (Au (Sieg) – Horrem). Sie fuhren laut Angaben des WDR bis drei Uhr nachts überhaupt nicht.

Auch die S2 (Dortmund – Essen) war beeinträchtigt, fiel aber nicht gänzlich aus. Stattdessen kam nicht in ihrem gewohnten Takt, sondern eine einem ausgedünnten Rhythmus.

Als Grund für die Ausfälle nennt die Deutsche Bahn außergewöhnlich viele Krankheitsfälle. In der jüngsten Vergangenheit kommt es bei der DB vermehrt zu Zugausfällen durch Personalmangel – auch in NRW. Es fehlen Triebfahrzeugführerinnen und -führer, aber auch Stellwerke bleiben unbesetzt.

Erst am Samstag (16. Juli) fielen einige Züge des RE1 wegen kurzfristiger Krankheitsfälle beim Personal aus. Am Dienstag (19. Juli) fuhren aus demselben Grund auf den Linien RE 16, RB 46, RB 50, RB54 und RB 91 für mehrere Stunden keine Züge. Außerdem sorgen Baustellen auf zahlreichen Strecken in NRW während der Sommerferien für zusätzliche Verspätungsrisiken.

S-Bahn-Ausfälle in NRW: Krankheitsfälle schränken Regionalverkehr ein

Inzwischen fahren die am Mittwoch betroffenen S-Bahnen wieder wie gewohnt. Kurzfristig scheint das Problem auf diesen Strecken also gelöst zu sein. Aber die Personalprobleme bleiben.

Beispielsweise wird der RE49 zwischen Wesel und Wuppertal bis zum 7. August ganz eingestellt. Weiterer Ausfälle auf anderen Linien sind nicht ausgeschlossen.

Krankheitsfälle belasten nicht nur DB, sondern auch mehrere NRW-Verkehrsunternehmen

Die DB ist mit Personalproblemen nicht alleine. Mehrere Verkehrsunternehmen in NRW haben damit zu kämpfen. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Anfang Juli ergeben. Beispielsweise musste der Dortmunder Verkehrsbetrieb DSW21 am Wochenende vom 9. und 10. Juli Busse ausfallen lassen.

Die Gründe für die Personalengpässe sind überall gleich: Unter anderem sind Corona-Erkrankungen und die folgende Quarantänezeit der Mitarbeiter schuld. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Mitarbeitende wegen der Sommerferien im Urlaub sind.

Am Mittwoch (20. Juni) kam es auf vier S-Bahn-Strecken in NRW zu mehreren Ausfällen.

Deutsche Bahn im Juni 2022 so unpünktlich wie lange nicht

Schon die Zahlen aus dem Juni 2022 stellen der Deutschen Bahn kein gutes Zeugnis aus: Der Monat war der unpünktlichste seit Ende 2010. Im Juni waren nach eigenen Abgaben im Fernverkehr gerade mal 58 Prozent der Verbindungen pünktlich. Im Nahverkehr waren immerhin noch 88,5 Prozent der Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Ziel.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch, Christian Ohde/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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