Fall sorgte für Aufsehen

NRW: Misshandelter Junge im Schrank – Urteil soll heute fallen

Im Dezember 2019 hatte die Polizei eine vermisste Person im Schrank eines Mannes gefunden. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Bald soll ein Urteil gesprochen werden.

Dortmund – Vor etwa zwei Jahren sorgte der Fall deutschlandweit für Aufsehen: Ein damals 13-Jähriger ist 2017 aus seiner Wohngruppe in Oer-Erkenschwick im verschwunden und anschließend nicht mehr aufgetaucht. Zwei Jahre später fand die Polizei ihn in einem Schrank eines damals 44-Jährigen aus Recklinghausen.

NRW: Junge nach zwei Jahren wieder im Schrank im Ruhrgebiet aufgetaucht

Über den Vermisstenfall wurde auch in der ZDF-Sendungen „Aktenzeichen XY ungelöst“ berichtet. Die Entdeckung des heute 17-jährigen Opfers ist allerdings zufällig und nicht über Zuschauer-Hinweise erfolgt. Eigentlich haben die Polizisten während einer Razzia nach kinderpornografischen Material in der Wohnung des heute 46-jährigen Recklinghäusers gesucht, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Der Junge, der ursprünglich aus Duisburg kommt, soll die Wohnung des Angeklagten rund zweieinhalb Jahre nicht verlassen haben. Nach Angaben der Polizei habe er bei seiner Entdeckung auch weder passende Kleidung noch passende Schuhe getragen (mehr News zu Kriminalität in NRW bei RUHR24 lesen).

NRW: Entführter Junge wurde etliche Male misshandelt

Bereits 2020 wurde der entführte 17-Jährige aus Duisburg zum ersten Mal vernommen. Laut Staatsanwaltschaft sei er während der Zeit bei dem 46-Jährigen über 400 Mal sexuell missbraucht worden. Am Donnerstag (2. September) gegen 12 Uhr wollen die Richter des Landgerichts in Bochum das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt elf Jahre Haft und die Anordnung der anschließenden Sicherungsverwahrung beantragt. Wohl zum Schutz der Allgemeinheit.

Der Angeklagte hatte in dem Prozess monatelang geschwiegen, letztendlich aber doch sexuelle Handlungen zugegeben. Die Schuld habe er dabei aber auf den 17-Jährigen geschoben

Laut eigenen Angaben habe der 46-Jährige den Minderjährigen über eine WhatsApp-Gruppe kennengelernt und sich sofort mit ihm getroffen. Nur wenige Tage später sei der damals 13-Jährige mit ihm in seine Wohnung gekommen. Er habe fünf Jahre bleiben wollen, bis zu seiner Volljährigkeit.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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