Entsetzliche Zustände

Horrorfund im Ruhrgebiet: Behörden finden verweste Katzen und verwahrloste Tiere

Im Ruhrgebiet sind Mitarbeiter des Ordnungs- und Veterinäramts auf eine Art Horror-Kleintier-Zoo gestoßen. Sie konnten ihren Augen nicht trauen.

Hamm – Tote, teils bereits verweste Katzen und Katzenföten lagen in dem Privathaushalt zwischen jeder Menge Müll und Tierexkrementen auf dem Boden. 14 Katzen und vier Hunde wurden in Hamm (NRW) lebend aus der Behausung geholt. Für vier weitere Katzenbabys kam der Einsatz zu spät: Sie starben nach kurzer Zeit, teils noch am selben Tag, im Tierasyl.

StadtHamm
BundeslandNRW
EreignisHorror-Fund

Tierrettung in Messi-Haus: Hinweis durch Bekannte

Wie die Stadt am Dienstag (10. Mai) mitteilte, war der tierische Einsatz bereits Mitte April in die Wege geleitet worden. Eine Zeugin hatte sich da bei der Stadt gemeldet und auf die offensichtlich unhaltbaren Zustände in der Heessener Doppelhaushälfte aufmerksam gemacht. Belegt hatte sie das auch mit Fotos. Auch in Dortmund werden des Öfteren verwahrloste Tiere gefunden.

Bei der Hinweisgeberin handelte es sich übrigens nach Auskunft der Stadt nicht um eine Nachbarin, sondern um eine Bekannte der allein mit ihren Tieren lebenden Frau (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Die Stadt reagierte auf den Hinweis offenbar unverzüglich. Eine Haushaltsüberprüfung wurde veranlasst, allerdings standen die Ordnungsamtsmitarbeiter da vor verschlossenen Türen. Als nächstes wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt und Ende April auch umgesetzt. Sechs Mitarbeiter – je zwei vom Ordnungsamt, dem Tierasyl und dem auch für Hamm zuständigen Kreisveterinäramt in Unna – rückten nach Heessen aus und trafen die Bewohnerin dieses Mal auch persönlich an.

Wohnung komplett vermüllt, Tiere verhaltensauffällig

Die Zustände in der Doppelhaushälfte wurden von der Stadt am Dienstag als „schockierend“ bezeichnet. Die Wohnung sei komplett vermüllt gewesen und es habe entsetzlich gestunken. Die noch lebenden Tiere hätten einen überaus verwahrlosten Eindruck gemacht. Sie seien unterernährt und verhaltensauffällig gewesen und hätten verschiedene unbehandelte Krankheiten gehabt. Alle Tiere seien ins Tierasyl gebracht worden, berichtet wa.de.

Zum Zustand der in der Haushälfte lebenden Frau wurde nichts weiter bekannt. Der sozialpsychiatrische Dienst im Hammer Gesundheitsamt sei über die Situation informiert worden und werde Kontakt zu ihr aufnehmen, teilte die Stadt mit.

Zahlreiche Tiere wurden in Hamm-Heessen gerettet. Einige schafften es leider aber auch nicht.

Auf die Frau komme ferner eine Tierhaltungsuntersagung durch das Ordnungsamt zu. Daneben habe die Stadt Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gestellt, was ein entsprechendes Strafverfahren der Staatsanwaltschaft zur Folge haben dürfte.

Tiere werden weitervermittelt, 15 Tierhaltungsuntersagen jährlich

Den geretteten Tieren gehe es mittlerweile den Umständen entsprechend gut, hieß es weiter aus dem Rathaus. Sie verblieben bis auf weiteres zur weiteren Pflege und Beobachtung im Tierasyl, bevor sie zur Aufnahme weitervermittelt werden könnten.

Wie die Stadt am Dienstag weiter mitteilte, spreche das Ordnungsamt in der Regel jährlich rund 15 Tierhaltungsuntersagungen aus – die meisten wegen der Haltung von großen und/oder gefährlichen Hunden. Dass wie im vorliegenden Fall Untersagungen gleich für mehrere Tierarten angeordnet würden (Katzen und Hunde wegen gravierender Mängel in der Haltung) sei eher selten.

Ansprechpartner bei konkreten Hinweisen oder Beobachtungen zu nicht tierschutzgerechter Haltung von Tieren ist das Ordnungsamt (ordnungsamt@stadt.hamm.de, Telefon 02381/17 7201).

Wer eine Katze hat, sollte beim Hausputz vorsichtig sein. Manche Putzmittel sind nämlich gefährlich für die Tiere. Wir erklären, warum - und worauf Sie achten sollten.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/DPA

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