Karneval erreicht Höhepunkt

Karneval und Rosenmontag 2020: Feiertag oder schulfrei? Das sind die Regeln in NRW

Rosenmontag - Feiertag und sogar Schulfrei? Diese drei Damen lassen es jedenfalls krachen.
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Rosenmontag - Feiertag und sogar Schulfrei? Diese drei Damen lassen es jedenfalls krachen.

Rosenmontag 2020: Viele Menschen haben an Karneval frei. Doch wie sieht die offizielle Regelung in NRW aus? Gibt es schulfrei oder gar einen Feiertag?

  • Auch wenn Rosenmontag in NRW kein Feiertag ist, wird er vielerorts so behandelt.
  • Schüler in Nordrhein-Westfalen haben nicht zwingend schulfrei.
  • Auch bei den Geschäften gibt es unterschiedliche Regelungen - dabei spricht das Gesetz eine klare Sprache.

Update, Sonntag (23. Februar), 12.50 Uhr: Dortmund/Köln/Düsseldorf - Ein Unwetter hat heute NRW und das Ruhrgebiet erreicht. Aufgrund des Unwetters sind Karnevalszüge in Köln und Düsseldorf abgesagt worden. Fällt jetzt auch der Rosenmontag 2020 ins Wasser?

Erstmeldung, Mittwoch (19. Februar): Der Karneval in NRW steht vor seinem Höhepunkt, der Rosenmontag steht am 24. Februar vor der Tür. Vor allem in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf fühlt sich der Tag an wie ein echter Feiertag. Aber ist er auch ein gesetzlicher Feiertag? Und: Was ist mit den Schülern in NRW - haben sie schulfrei?

Rosenmontag in NRW: Feiertag? Schulfrei?

Zunächst zum Thema Schulferien. In Nordrhein-Westfalen gilt die Regelung, dass neben den normalen Ferien jeder Schule pro Schuljahr aktuell vier bewegliche Ferientage zur Verfügung stehen.

Wann genau diese beweglichen Ferientage sein sollen, entscheidet die Schulkonferenz im Einvernehmen mit dem Schulträger, heißt es von der Landesregierung. Dabei muss mindestens einer der beweglichen Ferientage den Festen und Bräuchen vor Ort entsprechend festgelegt werden - etwa an Karneval.

Manche Schulen in NRW geben Schülern an Rosenmontag frei

Es kann also sein, dass manche Schulen in NRW ihren Schülern an Rosenmontag freigeben - etwa in Köln, wo Karneval gelebte Tradition ist - und in anderen Städten nicht. Ist an Rosenmontag schulfrei, gibt die Schulleitung den Schülern rechtzeitig Bescheid. 

In vielen Grundschulen ist es in NRW unterdessen Usus, zwar kein Schulfrei zu geben, dafür aber den Rosenmontag im Sinne des Karnevals zu gestalten - etwa mit kleinen Partys während der Schulzeit oder Unterricht in Karnevals-Verkleidung.

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Konkreter ist der Rosenmontag im Bereich der Landesbehörden gestaltet. In der "Dienstregelung am Rosenmontag", die im Januar 1970 in Kraft getreten ist, heißt es: "Der Rosenmontag ist bei den obersten Landesbehörden und den nachgeordneten Behörden in Düsseldorf dienstfrei." Die Leiter der nachgeordneten Dienststellen außerhalb von Düsseldorf sind zudem ermächtigt, die Dienstzeit am Rosenmontag entsprechend den örtlichen Verhältnissen unter Berücksichtigung der karnevalistischen Tradition nach eigenem Ermessen zu regeln. Ausgenommen von der Regelung sind Beamte der Landespolizei.

Rosenmontag ist in NRW kein gesetzlicher Feiertag

Wichtig: Ein gesetzlicher Feiertag ist Rosenmontag in NRW allerdings nicht. Arbeitgeber können also nicht einfach freinehmen, ohne einen Urlaubstag einzureichen. In manchen Betrieben im Rheinland, so ist zu hören, ist es aber Usus, dass Arbeitnehmer am Rosenmontag zwangsweise einen Urlaubstag nehmen müssen, weil der Betrieb ruht. Das wird Anti-Karnevalisten ärgern, weil sie dadurch einen Urlaubstag verlieren.

In Köln ist Rosenmontag, so wie in NRW, kein Feiertag - aber er wird im Grunde so behandelt.

Unterdessen machen sich erste Karnevalisten im Rheinland dafür stark, den Rosenmontag künftig als gesetzlichen Feiertag anzuerkennen. Die Begründung in einer Petition, die über 24.000 Unterzeichner hatte, lautet: "Rosenmontag gehört in den Karnevalshochburgen am Rhein zu einem festen Bestandteil der Tradition. Es sollte keinem Bürger in NRW verwehrt sein, an einem der Züge teilzunehmen oder ihn sich anzuschauen." NRW, so die Aufforderung, könnte sich ein Beispiel an Städten wie Berlin nehmen, wo SPD, Grüne und Linke im Abgeordnetenhaus mehrheitlich den internationalen Frauentag am 8. März zum Feiertag machten.

Petitionsausschuss will Rosenmontag nicht in einen Feiertag in NRW verwandeln

In Nordrhein-Westfalen ist man für einen zusätzlichen Feiertag allerdings noch nicht bereit. Die Petition wurde vom Petitionsausschuss abgewiesen. Zunächst müsse ein politischer Prozess zur Bewertung eines neuen Feiertags in Gang gesetzt werden. Die Fragen, die zu klären seien: Welche Akzeptanz hätte der Rosenmontag als Feiertag in NRW? Und: Wie würde die Wirtschaft dadurch belastet?

Die Begründung für die Ablehnung der Forderung für einen Rosenmontag als Feiertag lautete am Ende: "In den Karnevalshochburgen ist es allgemein akzeptiert, dass Rosenmontag nicht gearbeitet wird. Von einer landesweiten Tradition kann allerdings nicht ausgegangen werden."

Obwohl Karneval ein fröhlicher Tag sein sollte, ist die Stimmung besonders in Hessen gedrückt. In Volkmarsen in Hessen gab es eine Horror-Fahrt eines Mannes am Rosenmontag (24. Februar). Derzeit ermittelt die Polizei, wieso der Mann in den Karnevalsumzug gefahren ist.

Shoppen an Rosenmontag? Die meisten Geschäfte in NRW haben normal geöffnet

Das wiederum würde auch die Frage beantworten, ob an Rosenmontag in NRW die Geschäfte geöffnet haben - in den meisten Städten können Verbraucher normal einkaufen gehen - etwa im Ruhrgebiet - wo natürlich trotzdem einige beachtliche Rosenmontagszüge stattfinden. Im Rheinland sollte man sich vor einer Shopping-Tour aber vielleicht vorsichtshalber über Öffnungszeiten an Rosenmontag informieren.

Und so müssen Karnevalisten, die den Rosenmontag als eine Art Feiertag genießen wollen, in die rheinischen Karnevalshochburgen ziehen. Ein gesetzlicher Feiertag ist Rosenmontag aber auch da nicht.

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