Düsseldorf: 400 Jugendliche gehen auf Familienvater los +++ erneut Tumulte im Freibad

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Im Rheinbad in Düsseldorf haben gestern 400 Jugendliche einen Familienvater angegriffen. Foto dpa

Ein Streit in einem Freibad in Düsseldorf hat am Samstag zu Tumulten geführt. Hunderte Badegäste umringten eine Familie. Die Polizei musste das Bad räumen.

Bei einem Streit in einem Freibad in Düsseldorf ist es am Samstag (29. Juni) zu Tumulten gekommen. Hunderte Jugendliche umringten eine Familie. Die Polizei musste anrücken.

  • Im Rheinbad in Düsseldorf gab es am Samstag Tumulte.
  • Die Polizei musste eine Familie aus dem Freibad eskortieren.
  • Das Bad musste geräumt werden.

Update, Montag (1. Juli), 10.20 Uhr: Nachdem es erneut zu Ausschreitungen kam, schloss das Freibad auch am Sonntag vorzeitig. Bereits am Samstag kam es zu Streits und Schlägereien im Düsseldorfer Rheinbad. Und auch am Sonntag mussten wieder Dutzende Polizisten vor Ort eingreifen.

Schließlich entschloss sich der Betreiber dazu, das Freibad - wie schon am Samstag - vorzeitig zu schließen. Verletzt wurde am Sonntagabend niemand.

Erstmeldung, Sonntag (30. Juni) 2019 18.55 Uhr: Offenbar war gegen 18 Uhr ein Streit zwischen einem Badegast und Jugendlichen hochgekocht. Wie die Rheinische Post berichtet, hatten sich anschließend bis zu 400 Badegäste mit den Jugendlichen solidarisiert.

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Erst vor Kurzem waren Badegäste in Essen auf Bademeister losgegangen. In Gelsenkirchen gab es sogar eine Messerattacke.

Rangeleien im Rheinbad

Wie die Polizei Düsseldorf am Sonntag mitteilt, hatten diese eine Familie umringt und angeschrien. Der Vater habe sich schützend davor gestellt. Zwischenzeitig sei es zu Rangeleien gekommen.

Als die Beamten schlichten wollten, seien auch sie von der größeren Gruppe angepöbelt und mit Getränkekartons beworfen worden. Anschließend habe sich die Lage aber beruhigt.

Freibad in Düsseldorf geschlossen

Die Familie wurde von Beamten aus dem Freibad eskortiert. Weil sich zahlreiche Jugendliche weigerten, das Bad zu verlassen, wurde es anschließend geräumt und geschlossen. Ein Badegast wurde in Gewahrsam genommen. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben der Polizei sei ein Teil der aggressiven Personengruppe später erneut durch Geschrei am Messebahnhof aufgefallen.

Weil es jüngst immer wieder zu Auseinandersetzungen in Freibädern kommt, wird in Dortmund nun Security eingesetzt.

Schwimmmeister schlägt Alarm

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister beklagt schon länger, dass Badegäste aggressiver werden. "Ich bin jetzt 45 Jahre im Job", sagt Verbandspräsident Peter Harzheim. "Man hat sicherlich einiges erlebt, aber was sich in den letzten 40 Jahren getan hat, ist doch erschreckend. Das Wort 'Respekt' hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute", sagt er. Das habe sich gründlich geändert.

Jetzt bekomme man eher Sprüche zu hören wie "Alter, was willste?" Auch die Eltern lebten ihren Kindern häufig vor, dass sie sich nichts gefallen lassen müssten. Dazu kämen kulturelle Unterschiede, etwa im Umgang mit Frauen.

Harzheim macht diese Entwicklung traurig: "Ein Bad ist doch ein Ort der Erholung, der Wellness, des Kennenlernens, der Kommunikation." Da sollte man sich eigentlich locker machen können. Mit dpa-Material