Supermarktkette verkauft

Mitarbeiter von Real bangen: Supermarktkette verkauft - was passiert mit den 30 Filialen? 

Real ist verkauft. Nach monatelangen Ringen wechselte die Supermarktkette den Besitzer. Die Mitarbeiter in NRW müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. 

  • Die Supermarktkette Real ist verkauft worden.
  • Rund 30 Filialen sollen schließen.
  • Tausende Mitarbeiter, auch in NRW, müssen um ihr Jobs bangen.

Düsseldorf/NRW - Es ist ein bitterer Tag für die Mitarbeiter: Die Metro-Gruppe hat die Supermarktkette Real verkauft. Der neue Eigentümer, der Finanzinvestor SCP, will Real jetzt offenbar zerschlagen. Mehrere Filialen sollen schließen. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet dadurch die Vernichtung von Tausenden Arbeitsplätzen.

Real: 30 Filialen der Supermarktkette sollen schließen

In der Nacht zu Mittwoch (19. Februar) wurde der Übernahmevertrag unterzeichnet. Betroffen sind davon 34.000 Beschäftige in 276 Filialen. Allein in Dortmund beschäftigte Real bislang rund 400 Mitarbeiter. Doch wie es für die Angestellten und die Filialen nun weitergeht, bleibt unklar. Die Partei die Linke in Dortmund befürchtet jedoch große Unsicherheiten für Real-Mitarbeiter.

Laut SCP soll ein großer Teil der Real-Märkte an Wettbewerber wie Kaufland, Globus oder Edeka verkauft werden. Voraussichtlich sollen jedoch auch 30 Filialen von Real schließen. Nur rund 50 Standorte sollen unter diesem Namen noch für zwei Jahre weitergeführt werden.

Real: Verdi befürchtet "Vernichtung von 10.000 Arbeitsplätzen"

Doch welche und wie viele der 18 Filialen von Real in NRW von Schließungen betroffen sind, bleibt weiter unklar. Und für Angestellte und Kunden wird die Ungewissheit noch weiter anhalten. Denn zunächst muss das Bundeskartellamt den Weiterverkauf prüfen. Und das kann dauern.

Verdi-Gewerkschafterin Stefanie Nutzenberger spricht derweil gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von einem "bitteren Tag für die Real-Beschäftigten". Sie warnt vor der möglichen Vernichtung von rund 10.000 Arbeitsplätzen.

Entlassungen bei Real "möglichst verhindern" - Verdi befürchtet "Beruhigungspille"

Doch das Unternehmen gibt sich zunächst versöhnlich. Laut SCP-Chefin Marjorie Brabet-Friel werde versucht, "Schließungen und Entlassungen so weit wie möglich zu verhindern".

Die Supermarktkette Real wurde verkauft.

Davon gehen Branchenexperten derweil nicht aus: "Es wirkt wie eine Beruhigungspille, dass angeblich nur 30 Filialen geschlossen werden sollen. Wir befürchten, dass die Zahl noch deutlich steigen könnte", sagte Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman der dpa.

Real: Mitarbeiter sollen nach Verkauf übernommen werden

Der bisherige Eigentümer der Real-Märkte, Metro-Chef Olaf Koch, macht sich wenig Sorgen um die Mitarbeiter: "Viele der erfahrenen und qualifizierten Real-Mitarbeiter haben eine gute Chance auf Weiterbeschäftigung", meinte er gegenüber der dpa. Für Beschäftigte, die aus betrieblichen Gründen ihre Stelle verlieren, würden Übergangsregelungen vereinbart.

Metro hatte bereits 2018 bekannt gegeben, Real - das auch eines der größten Online-Marktplätze in Deutschland betreibt - verkaufen zu wollen. Zuletzt hatte das Unternehmen noch einige Standorte, etwa in Neuss, umgebaut und modernisiert. Künftig will sich das Unternehmen auf den Großhandel konzentrieren und nur noch Waren etwa an Gastronomen und kleinere Händler zu verkaufen. Mit dpa-Material

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