Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen

Kinderpornografie in NRW: Polizei-Razzia bei 80 Beschuldigten

Polizei NRW - Aktuell läuft eine Razzia. Es geht um den Verdacht auf Kinderpornografie
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Polizei NRW - Aktuell läuft eine Razzia. Es geht um den Verdacht auf Kinderpornografie

Die NRW-Polizei hat am Donnerstag (1. Oktober) eine große Razzia durchgeführt. Es ging um Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornografie.

Die Staatsanwaltschaft Köln teilte heute (1. Oktober) mit, dass Ermittler gegen insgesamt 80 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie vorgehen.

Bundesland NRW
Bevölkerung 17,93 Millionen
Hauptstadt Düsseldorf

Verdacht auf Kinderpornografie: Staatsanwaltschaft Köln hat 80 Verdächtige im Fokus

„Die Durchsuchungsmaßnahme richten sich gegen Beschuldigte, die sich oder anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen“, teilte die Staatsanwaltschaft Köln heute (1. Oktober) mit.

Aktuell seien 64 Objekte im Fokus der Beamten. Es seien viele Datenträger sichergestellt worden. Einige der Beschuldigten hätten sich bereits geständig eingelassen. Auch am Nachmittag würde der Einsatz noch laufen.

Verdacht auf Kinderpornografie: Keine Haftbefehle vollstreckt

Man habe zudem darauf hingewiesen, dass es sich bei der Aktion nicht um einen Einsatz der Ermittlungsgruppe „Berg“ in Köln handeln würde, die den gesamten Fall des Kindesmissbrauchs in Bergisch Gladbach aufklären soll. Die Leitung habe bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW gelegen.

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Köln seien keine Haftbefehle vollstreckt worden. Allerdings habe es weitere Straftaten wie illegalen Besitz von Schusswaffen oder Besitz einer Cannabis-Plantage gegeben.

Verdacht auf Kinderpornografie: NRW hat Organisation verändert

Die Polizei NRW hat das Thema Kinderpornografie zu einem Kriminalitätsschwerpunkt erklärt. In der jüngsten Vergangenheit ist es im Bundesland immer wieder zu Einsätzen im Zusammenhang mit Kinderpornografie gekommen. Neben der Ermittlungsgruppe „Berg“, die sich um den Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach und dessen Folgen kümmern, standen auch noch Fälle wie Münster oder Lüdge im Fokus der Beamten.

Video: EU-Kommission plant Maßnahmenpaket gegen Kindesmissbrauch

In Lüdge, im Osten von NRW, haben zwei Männer in einem Wohnwagen auf einem Camping-Platz jahrelang Kinder missbraucht. Beide Haupttäter (34 und 56 ) müssen jahrelang ins Gefängnis.

Abriss der Gartenlaube im Missbrauchsfall von Münster

In Münster ist es im Juni 2020 zur Aufdeckung eines schrecklichen Falles von Kindesmissbrauch gekommen. In einer Gartenlaube soll ein 27-jähriger Hauptverdächtiger zusammen mit anderen Männern jahrelang Kinder missbraucht haben. Die Ermittlungen dauern an.

Kinderpornografie in NRW auf einer Relevanzstufe wie Mord und Totschlag

Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte im September 2020 an, dass sexuelle Kindesmisshandlung im Bundesland NRW nun anders behandelt werden würde. Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch werden ab dem 2. September 2020 nur noch von den Kriminalhauptstellen in NRW bearbeitet werden. „Damit behandeln wir diese Delikte organisatorisch genauso hochrangig wie Mord und Totschlag“, so der NRW-Innenminister.