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In NRW soll es bald ein noch strengeres Rauchverbot geben. Konkret soll das Rauchen im Auto verboten werden, wenn Schwangere oder Kinder mitfahren. Gefordert haben das die Landtagsfraktionen von CDU, FDP, SPD und Grünen.

Ziel ist ein besserer Schutz der Nichtraucher. Insbesondere, wenn es dabei um Kinder und Jugendliche, aber auch Schwangere geht. Der gemeinsame Vorstoß der Fraktionen wird in der kommenden Woche im NRW-Landtag diskutiert.

Rauchen kann als Kindswohlgefährdung gelten

Bereits im September vergangenen Jahres äußerten sich Sachverständige auf Antrag der SPD zu dem Thema. Aus dem Rauchen im Auto könne sich sogar eine Kindswohlgefährdung abgeleitet werden, so
Dr. Matthias Brockstedt vom Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin.

Passivrauchen ist für Kinder besonders schädlich, da sie eine höhere Atemfrequenz hätten. Die Lungen, die noch dazu nicht voll entwickelt sind, werden schnell geschädigt. Wird im Auto geraucht, so Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums, liegt die Konzentration krebserregender Stoffe in der Luft fünf mal so hoch wie in einer Kneipe, in der noch geraucht würde.

Rauchverbot im Auto entspricht Gurtpflicht und Handyverbot

Gegner eines Rauchverbots im Auto bemängeln vor allem die schwierige Kontrollierbarkeit des Verbots. Die Ärztekammer Nordrhein erwiderte darauf, dass auch die Gurtpflicht oder das Handyverbot am Steuer gesetzlich eingeführt worden seien und auch kontrolliert würden.

Eine Stellungnahme des Juristen Prof. Dr. Wolfgang Löwer macht zudem klar: In das elterliches Erziehungsrecht greift ein solches Verbot nicht ein. Ganz einfach deshalb, weil es die Beziehung zwischen Eltern und Kind nicht betrifft. Außerdem stellt der Experte klar: „Wenn der Nichtraucherschutz das Rauchverbot in Gaststätten rechtfertigt, ist es erst Recht zugunsten von Minderjährigen im Kraftfahrzeug gerechtfertigt.“

Aktuelle Top-Themen:

Passivrauchen verursacht laut Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Erkrankungen der Atemwege, Asthma, bei jungen Frauen auch Brustkrebs, bei Kinder führt es schnell zu Atemnot. Ungeborene Kinder können dadurch, dass die Mutter während der Schwangerschaft rauch einatmet, kleiner sein, einen geringeren Kopfumfang und ein geringeres Körpergewicht aufweisen.