Hilfe kommt zu spät

Horror-Fund: Frau findet  Bruder tot in Wohnung - Polizei hat einen Verdacht

+
Symboldbild: In Ratingen wurde eine Leiche in einem Wohnhaus gefunden. Bild: Paul Zinken/dpa

Am Donnerstag wurde ein Mann in einem Wohnhaus in Ratingen bei Düsseldorf tot aufgefunden. Die Polizei hat eine Vermutung.

  • Am Donnerstagabend wurde in Ratingen bei Düsseldorf ein Toter in einem Wohnhaus aufgefunden.
  • Die Ursache steht inzwischen auch fest.
  • Drei Personen wurden verletzt und kamen in ein Krankenhaus.

Am Donnerstag (28. November) hat gegen 19.30 Uhr eine Frau ihren 57-jährigen Bruder leblos in der Wohnung in der Kaiserswerther Straße in Ratingen bei Düsseldorf aufgefunden. Wie die Polizei berichtet, habe die Frau den Notdienst gerufen, doch als die Einsatzkräfte eintrafen, schlugen bereits im Treppenhaus des Wohnhauses die Messgeräte für die Kohlenmonoxid-Konzentration an. Das Gas ist in hoher Konzentration giftig für den Menschen.

Ratingen: Hohe Kohlenmonoxidwerte bei Tatort

Die Einsatzkräfte zogen sich daraufhin gezwungenermaßen zurück und forderten die Unterstützung der Feuerwehr an. Diese sperrte die Gaszufuhr des Mehrfamilienhauses am Haupthahn ab und suchte die restlichen Wohnungen des Hauses auf verletzte Personen ab. Dabei führten die Einsatzkräfte weitere Kohlenstoffmonoxid-Messungen durch.

In allen Wohnungen des Gebäudes maß die Feuerwehr eine zu hohe CO-Konzentration. Daraufhin unterzogen die Kräfte jeden Raum einer intensiven maschinellen Belüftung. Erst dann konnte die Feuerwehr den Tatort in der Wohnung im zweiten Obergeschoss betreten.

Ratingen: Genaue Umstände für Tod bisher unklar

Die eingesetzte Notärztin konnte nur noch den Tod des 57-jährigen Bewohners feststellen. Die Ratinger Polizei sperrte außerdem den Fundort ab. Kriminalisten übernahmen sofort die ersten Ermittlungen und Maßnahmen zur Spurensicherung. Ein Ermittlungsverfahren zum Grund für den Tod des Mannes wurde eingeleitet. Bisher ist jedoch noch unklar, wie es zu dem genau Hergang des Todes des Mannes kam.

Insgesamt wurden drei Personen, darunter auch die Schwester des Opfers, mit Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Zwei Personen blieben vorerst vorsorglich zur stationären ärztlichen Behandlung. Ein Hausbewohner konnte nach einer ambulanten Behandlung entlassen werden. Auch fünf Einsatzkräfte wurden ambulant versorgt.

Für die Einsatzdauer war die innerörtliche Kaiserswerther Straße zwischen Suitbertstraße und Hauser Ring gesperrt. Der Verkehr wurde von der Polizei umgeleitet und es kam nur zu geringen Verkehrsstörungen.

Kohlenmonoxid: Ein tückisches, unauffälliges Gas

Kohlenmonoxid ist ein Gift, welches durch die Atmung aufgenommen wird. Über die Lunge gelangt es in den Blutkreislauf. Das Gift ist ein farbloses und geruchsloses Gas. Das macht es besonders tückisch.

Kohlenmonoxid sorgt dafür, dass der Sauerstoff im Körper nicht mehr ausreichend transportiert wird. Dadurch entsteht ein massiver Sauerstoffmangel im Körper. Je nachdem wie viel Kohlenmonoxid über einen bestimmten Zeitraum eingeatmet wird, kann es unterschiedliche Symptome auslösen. Dazu zählen je nach Konzentration unter anderem Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Apathie, Atemnot und schlimmstenfalls der Tod.

In Hattingen musste Anfang November 2019 ein Swinger-Club wegen des Verdachtes zu hoher Kohlenmonoxid-Werte evakuiert werden. Circa 350 Gäste wurden in Sicherheit gebracht.

Mehr zum Thema