Virologen geben Empfehlung

Coronavirus: Neue Regeln für Corona-Quarantäne in NRW geplant

Wer aktuell mit dem Coronavirus infiziert sein könnte, muss für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Doch diese Corona-Regel könnte bald geändert werden.

  • Seit Monaten gilt in Deutschland und NRW wegen des Coronavirus die Quarantänepflicht von zwei Wochen.
  • Diese greift bei Corona-Verdacht oder einem positiven Testergebnis.
  • Nun wird über eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit diskutiert.

NRW - Wer aktuell verreisen möchte, sollte sich vorher ganz genau überlegen, wohin es in den Urlaub gehen soll. Denn wer aus einem Corona-Risikogebiet wieder nach Deutschland einreist, muss erst einmal mit Quarantäne rechnen. Und auch sonst gilt die Regel: Bei Verdacht auf eine Infektion oder gar einem positiven Corona-Test stehen 14 Tage Quarantäne an.

Infektionskrankheit

Coronavirus (Covid-19)

Symptome

Fieber, trockener Husten, Müdigkeit u.a.

Infizierte

59.811 (NRW, 7. September)

Corona-Quarantäne in NRW: Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gelten zwei Wochen

Die Coronaeinreiseverordnung gibt es vor: Einreisende aus Risikogebieten wie der Türkei, Spanien oder den USA müssen sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Darauf haben sich Bund und Länder verständigt - in NRW gilt diese Regel vorerst bis zum 15. September.

Die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer gilt nur dann nicht, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden ist. Maßgeblich für die Frist ist der Zeitpunkt der Feststellung des Testergebnisses. Der Test kann auch in Deutschland nachgeholt werden – allerdings müssen dann bis zum Erhalt des negativen Ergebnisses die Quarantäneregeln eingehalten werden.

Coronavirus in NRW: Virologe Drosten regt Verkürzung der Quarantäne-Zeit an

Auch wer nicht im Urlaub war und sich über andere Wege das Coronavirus eingefangen hat oder eingefangen haben könnte, darf seine eigenen vier Wände für 14 Tage nicht mehr verlassen.

Angeregt durch eine Aussage des Berliner Virologen Christian Drosten wird nun jedoch diskutiert, ob die vorgegeben zwei Wochen Quarantäne-Zeit zu lang sind. Drosten hatte Anfang September für eine Verkürzung plädiert, "um die Akzeptanz für die Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten."

Verdacht auf Corona-Infektion: Fünf Tage Isolation sollen reichen

Menschen mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich nur noch 5 statt 14 Tage isolieren müssen. Mit diesem Vorschlag gehe er "bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie", sagte er am in seinem NDR-Podcast "Coronavirus-Update".

Er regte zudem an, die fünf Tage nicht für Tests zu "verschwenden", sondern erst nach Ablauf der Zeit zu testen, ob die Betroffenen infiziert waren und noch infektiös sind. (Mehr News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de)

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.

Corona-Quarantäne in NRW: Laschet ist für Vorschlag offen

Besteht nun also die Möglichkeit, dass die Corona-Quarantäne in NRW bald schneller abzusitzen ist? Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte sich am Freitag (4. September) offen für diesen Vorschlag. "Es würde das ganze System erleichtern", so der Politiker.

Allerdings müsse ein solcher Schritt wissenschaftlich abgesichert sein. Es sei immer klug, bei all diesen Vorschlägen auf den Rat der Experten zu hören, so Laschet. "Und wenn es am Ende Konsens aller Virologen sein sollte, dass in der Tat sieben oder acht Tage ausreichen für eine Quarantäne, dann wird sich die Politik dem nicht verschließen", zitiert ihn die Deute Presse-Agentur (dpa).

Sind die Corona-Regeln in NRW unnötig streng?

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (SPD) kündigte zuletzt an, dass in der Europäischen Union die Quarantäne-Zeit nach Reisen aus Risikogebieten werden sollen. Die EU-Gesundheitsminister hätten sich auf einen Zeitraum von zehn Tagen geeinigt. Geprüft werde außerdem, diesen bei einem negativen Corona-Test auch auf fünf Tage zu reduzieren.

Laut einem Bericht des WDR könnten die bislang geltenden Quarantäne-Regeln tatsächlich unnötig streng sein. So könne der weltweit zum Nachweis von Corona-Infektionen genutzte PCR-Test auch sehr kleine Virusmengen sicher nachweisen.

Coronavirus in NRW: Nicht von jedem Infizierten geht Ansteckungsgefahr aus

Das führe dazu, dass zahlreiche Menschen ein positives Testergebnis bekommen. Dabei ist die Infektion bei ihnen schon so weit fortgeschritten, dass sie kaum mehr Viren im Körper haben und von ihnen deshalb auch keinerlei Ansteckungsgefahr mehr ausgehe.

Eine lange Quarantäne wäre also in solchen Fällen nicht zwingend notwendig. Bisher sei diese Sichtweise allerdings noch umstritten, heißt es im WDR-Bericht.

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