Forensik Bedburg-Hau

Gefährliche Insassen einer forensischen Psychiatrie geflohen +++ Nach Schussabgabe eine Person gestorben

Am Montagabend sind zwei Insassen einer Forensik in NRW geflohen. Beide gelten als gefährlich - die Polizei hat eine Großfahndung eingeleitet.

  • Am Montagabend nahmen zwei Forensik-Insassen einen Pfleger als Geisel.
  • Die als gewaltbereit eingestuften Insassen konnten fliehen.
  • Die Polizei sucht mit Hochdruck nach den beiden Männern.

Update, Dienstag (26. Mai) 21.18 Uhr: Bedburg-Hau/Essen - Die Polizei Essen macht inzwischen nähere Angaben zur Festnahme der zwei geflohenen Insassen und der Schussabgabe. Laut Pressemitteilung wurde durch den Schuss einer der flüchtigen Männer so stark verletzt, dass er kurz darauf trotz sofortiger notärztlicher Versorgung verstarb.

Zuvor trafen die Polizeibeamten die beiden Männer auf der Joseph-von-Görres-Straße an. "Dabei kam es zu einer kurzfristigen Bedrohungssituation einer unbeteiligten Frau", heißt es. Bei der Festnahme kam es dann zur Schussabgabe. Welcher der beiden Männer getroffen wurde und letztendlich verstarb, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Ermittlungen dazu übernimmt aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Mönchengladbach.

Forensik Bedburg-Hau: Geflohene Männer konnten festgenommen werden - es kam zur Schussabgabe

Update, Dienstag (26. Mai), 20.29 Uhr: Inzwischen konnten die beiden Flüchtigen gefasst werden. Bei einem Polizeieinsatz konnten die beiden Männer in Aachen festgenommen werden. 

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung berichtet, kam es bei der Festnahme zur Schussabgabe. Dabei wurde eine Person verletzt. Wer verletzt wurde, ist bisher nicht klar. "Die näheren Umstände werden aktuell ermittelt", heißt es in der Mitteilung.

Erstmeldung, Dienstag (26. Mai), 19 Uhr: Am späten Montagabend (25. Mai) entschließen sich zwei Patienten der forensischen Psychiatrie in Bedburg-Hau einen Pfleger mit einem Messer zu bedrohen und zu fliehen. Die Insassen Peter B. (38) und Stefan K. (43) schlossen einen weiteren Pfleger ein und zwangen die Geisel, die Außentür zu öffnen.

Name der EinrichtungLVR-Klinik Bedburg-Hau
AdresseBahnstraße 6, 47551 Bedburg-Hau
Mitarbeiter1.700
Betten950

Forensik Bedburg-Hau: Geisel blieb unverletzt - Insassen können fliehen

"Sie haben ihn genötigt, der Pforte Bescheid zu sagen, er müsse jetzt mal in den Außenbereich, um Müll zu entsorgen", erzählt Polizeisprecher Ingo Schankweiler gegenüber der Deutsche Presse-Agentur (dpa). Kurze Zeit später saßen die beiden Männer im Auto des Pflegers und konnten flüchten - die Geisel ließen sie zurück.

Nachdem die Insassen das Gelände der Psychiatrie verlassen haben, schlägt der Pfleger sofort Alarm, auch sein eingesperrter Kollege konnte sich in der Zwischenzeit befreien und die Polizei verständigen. Beide Mitarbeiter sind in dieser Nacht unverletzt geblieben.

Aachen: Fluchtfahrzeug gefunden - von den Insassen keine Spur

Die Polizei beginnt sofort mit der großangelegten Fahndung, auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Zehn Streifenwagen der Klever Kreispolizei und die Kripo sind an der Suche beteiligt. "Alles, was wir auf der Straße hatten, war eingebunden", sagt eine Sprecherin gegenüber der dpa.

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, ist das Fluchtfahrzeug, ein weißer Ford Mondeo, inzwischen in Aachen gefunden worden. Ein Zeuge meldete sich bei der Polizei, ihm war der Wagen im Ortsteil Verlautenheide aufgefallen - von den flüchtigen Insassen jedoch noch keine Spur.

Polizei Essen: Flüchtige gelten als gewaltbereit

Beide Männer gelten laut Polizei Essen als gewaltbereit. Der 38- und der 43-Jährige waren wegen Raubdelikten verurteilt worden. Seit Oktober beziehungsweise Dezember 2019 waren sie in der forensischen Klinik

Dort werden im sogenannten Maßregelvollzug unter hohen Sicherheitsmaßnahmen psychisch kranke und suchtkranke Straftäter untergebracht, die schuldunfähig oder vermindert schuldfähig sind. Einzelheiten über die Taten der beiden und die genauen Gründe für ihre Unterbringung in Bedburg-Hau teilen die Behörden am Dienstag (26. Mai) nicht mit.

Aus der Forensik Bedburg-Hau konnten zwei Insassen fliehen - sie gelten als gewaltbereit.

Aachen: Fahndung läuft - einer der Täter soll noch im Besitz des Messers sein

Wie die Polizei mitteilt, laufen die Ermittlungen im Großraum Aachen weiterhin auf Hochtouren. Die Bevölkerung wird gebeten, den Notruf 110 anzurufen, wenn einer der als gefährlich eingestuften Männer gesichtet wird.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir sie aufspüren und festnehmen werden", sagt ein Sprecher. Helfen sollen dabei auch Fotos der beiden Straftäter. Doch Achtung! "Mindestens einer der beiden Flüchtigen dürfte sich noch im Besitz des Messers befinden, welches bei der Tatausführung eingesetzt wurde", heißt es im Polizeibericht.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet sollen die beiden Männer inzwischen zur internationalen Fahndung ausgeschrieben sein. Im Nachbarland Niederlande seien die Behörden informiert worden. "Welche Maßnahmen die treffen, wissen wir aber nicht", sagt die Polizeisprecherin. Mit dpa-Material.

Rubriklistenbild: © Arnulf Stoffel/dpa, Friso Gentsch/dpa; Collage: RUHR24

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