Jahreswechsel

Silvester 2021: Böllerverbot greift – diese Regeln gelten in NRW

Silvester steht in NRW vor der Tür und viele fragen sich: Darf ich Feuerwerk und Böller zünden? Jein, lautet die ehrliche Antwort. RUHR24 klärt die Lage.

Dortmund – Silvester wird von 2021 auf 2022 ähnlich wie im vergangenen Jahr leiser als gewohnt – wegen Corona*. Bund und Länder haben sich Anfang Dezember bereits auf das Verkaufsverbot von Böllern und Feuerwerk zum Jahreswechsel geeinigt. Aber bedeutet das auch gleichzeitig ein generelles Böller- und Feuerwerkverbot für NRW*? RUHR24* erklärt die diesjährigen Regeln.

RegelungFeuerwerksverkaufsverbot
BundeslandNRW
Zusätzliche Regelungteilweises Ansammlungsverbot

NRW: Regeln für Silvester – wieder Verbot von Feuerwerksverkauf in 2021

Grundsätzlich gilt: Wer schon Böller und anderes Feuerwerk gekauft hat, soll es auch am kommenden Jahreswechsel zünden dürfen. Knallen ist also auch 2021/2022 nicht grundsätzlich verboten in NRW. Es soll dafür allerdings wieder bestimmte Zonen geben, wo dies erlaubt ist – bzw. wo nicht. In Dortmund ist das Abbrennen von Feuerwerk in Teilen der Innenstadt verboten*.

Um die Krankenhäuser in der angespannten Corona-Lage nicht zusätzlich zu belasten, raten Bund und Länder allerdings dazu, das Knallen in diesem Jahr lieber freiwillig sein zu lassen. Die Städtischen Kliniken Dortmund veröffentlichen zur Untermalung in jedem Jahr unappetitliche Fotos*, um zu veranschaulichen, was missglücktes Böllern verursachen kann.

Dass vom Silvester-Feuerwerk abgeraten wird, hat auch einen weiteren Corona-Grund: Man will Ansammlungen und damit die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in NRW* verhindern. Zumal sich bis zum Jahreswechsel die neue Corona-Variante „Omikron“ in NRW noch weiter ausgebreitet haben dürfte. Doppelte Impfungen wirken gegen Omikron nicht mehr so gut*, wie gegen den Urtypen oder die Delta-Variante.

NRW: Kein Verkauf von Silvester-Feuerwerk in 2021 – Corona ist der Grund

Schon jetzt wird erwartet, dass die Klinikbelastung aufgrund der vielen Corona-Patienten weiter steigen und wahrscheinlich an Weihnachten einen „traurigen Höhepunkt“ erreichen werde, wie der ausgeschiedene Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst ankündigte. Deswegen wird es in NRW, festgelegt durch die Kommunen, auch Versammlungsverbote an bestimmten Orten geben. Wo genau, teilen die jeweiligen Städte und Kreise mit.

Die Regelungen für NRW an Silvester wurden in der neuen Coronaschutzverordnung verankert, die seit dem 22. Dezember greift. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nannte die Silvester-Regelung für dieses Jahr einen „Mindeststandard“, um die Folgen des Coronavirus einzudämmen.

Andreas Pinkwart (FDP) will Feuerwerkshersteller wie Weco aus NRW noch stärker entschädigen.

Während das Böllerverkaufsverbot vor allem von Tier- und Umweltschützern in NRW gefeiert wird, schauen NRW-Feuerwerkshersteller wie die Firma „Weco“ aus dem Rhein-Sieg-Kreis mit Sorge in die Zukunft. Schon jetzt erhält die Firma Entschädigungszahlungen aus öffentlicher Hand. Die FDP in NRW wolle sich zudem für weitere Hilfsgelder für die Branche starkmachen, kündigte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kürzlich an.

Silvester-Regeln für NRW: DUH fordert dauerhaftes Böllerverbot

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert indes, das Verkaufsverbot für private Silvesterböller dauerhaft einzuführen – unabhängig von Corona. Private Nutzung von Pyrotechnik solle beendet werden, um Tiere, vorerkrankte Menschen (etwa Asthmatiker) und die Krankenhäuser vor unnötigen Belastungen zu schützen. „Für die Zeit nach Corona empfehlen wir den Kommunen kreative Licht- und Lasershows oder gar eine Drohnenshow“, empfiehlt die DUH als Alternative. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau, Roland Weihrauch/dpa; Collage: RUHR24