Sauerland: Junge (1) stirbt nach Schlägen mit Staubsauger - 12 Jahre Gefängnis für Pflegevater

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Plettenberg: Pflegevater misshandelt Pflegesohn. Foto: dpa

In einem Moment der Überforderung soll ein Pflegevater (30) aus Plettenberg seinen Pflegesohn geschüttelt und geschlagen haben. Das Kind starb daran.

In einem Moment der Überforderung soll ein 30-Jähriger aus Plettenberg im Januar seinen Pflegesohn geschüttelt und geschlagen haben. So heftig, dass das Kind an seinen Verletzungen starb.

  • Das Hagener Schwurgericht verurteilt den Pflegevater zu einer langen Haftstrafe.
  • Die leibliche Eltern hatten sich zuvor bemüht, ihr Kind wieder bei sich aufnehmen zu können.
  • Eine Entschuldigung des Pflegevaters nahmen sie nicht an.

Zwölf Jahre Haft - so lange muss der Pflegevater des Einjährigen hinter Gittern. Er soll am 2. Januar dieses Jahres das Kind brutal misshandelt haben. An den Folgen der Misshandlungen starb der Junge. Auch, weil der 30-Jährige zunächst keine Hilfe holte.

Pflegevater aus Plettenberg nahm den Tod des Kindes in Kauf

Das Gericht in Hagen kam deswegen auch zur Auffassung, der Pflegevater habe den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen. Zuvor hatte er den Einjährigen in Plettenberg aus Frust und Überforderung geschüttelt und mit dem Rohr seines Staubsaugers brutal auf den Kopf geschlagen.

Laut Sauerlandkurier starb der Pflegesohn wenige Stunden nach der Tat an den Folgen der Gewalteinwirkung durch den Pflegevater. Es war an der Netzhaut des Kindes zu Einblutungen gekommen, sowie zu schweren Verletzungen im Gehirn. Jede Verletzung für sich hätte bereits zum Tod geführt.

Leibliche Eltern wollten ihren Sohn zurück

Die aus Gelsenkirchen stammenden leiblichen Eltern, die den Prozess in Hagen verfolgten und als Nebenkläger auftraten, konnten und wollten eine halbherzig vorgebrachte Entschuldigung des Verurteilten nicht annehmen. Erst 2018 hatte die Stadt das Kind in Obhut genommen.

Besonders hart für die Eltern: Berichten von RTL zufolge, hatten sie sich vor dem Tod ihres Kindes darum bemüht, ihren Sohn wieder bei sich aufnehmen zu dürfen. Mit dpa-Material