Festnahme in Paderborn (NRW)

SEK-Einsatz nach Überfall: Falsche Person verhaftet?

Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei verlassen am 16.01.2014 ein Wohnhaus in Frankfurt am Main ein.
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In Paderborn (NRW) verhaftete das SEK vermutlich einen unschuldigen Mann (Symbolbild)

Nach einem Raubüberfall auf einen Kiosk in Paderborn (NRW) fahndete die Polizei nach den Tätern. Später wurden sie in einem Großeinsatz des SEK überwältigt – doch vermutlich handelte es sich um eine Verwechslung.

Paderborn – Offenbar ist es im westfälischen Paderborn zu einer verhängnisvollen Verwechslung gekommen. Die Geschichte begann im August dieses Jahres. Zwei Männer hatten am 17. August um 21.50 Uhr einen Kiosk am Liboriberg/Rosentor überfallen. Die Täter bedrohten einen Angestellten mit einer Waffe und forderten Geld, wie owl24.de* berichtet.

StadtPaderborn
Einwohner148.126
BundeslandNRW

Fahndung und Festnahme durch SEK nach Kiosk-Raub in Paderborn (NRW)

Nach der Tat rannten sie davon und flohen in Richtung Leostraße. Anschließend schrieb die Polizei Paderborn die Männer zur Fahndung aus. Sie sollten zwischen 16 und 20 Jahre alt sowie 1,70 bis 1,80 Meter groß gewesen sein. Beide waren jedoch vermummt und trugen schwarze Kleidung und weiße Handschuhe. Dem Kiosk-Angestellten war es also nicht möglich, die Gesichter der Täter zu erkennen. Als Fluchtauto wurde ein weißer VW Polo mit Oberhausener Kennzeichen vermutet.

Zeitsprung zum 25. September 2020: An jenem Freitag wurde vom SEK um 6 Uhr morgens die Wohnung eines 25-Jährigen in der Südstadt von Paderborn gestürmt. Bei ihren Ermittlungen war die Polizei über die Fahndung nach dem weißen VW Polo auf den Mann aufmerksam geworden. Der Verhaftete wurde als Teil des Duos verdächtigt, welches den Kiosk ausgeraubt haben soll. Die Staatsanwaltschaft erließ umgehend Haftbefehl.

Folgenschwere Verwechslung? Vermeintlicher Täter aus Paderborn (NRW) wieder frei

Etwa drei Wochen nach dem SEK-Einsatz in der Südstadt hat die Polizei Paderborn* den verdächtigen 25-Jährigen wieder freigelassen. Es steht die Vermutung einer Verwechslung im Raum. Auf Anfrage von Radio Hochstift sagte Detlev Binder, Verteidiger des festgenommenen Mannes, dass sich offenbar zwei Täter zu dem Raubüberfall auf den Kiosk in Paderborn bekannt und sich gestellt hatten. Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an.

Auch bei den Ermittlungen in einem weiteren Fall aus der Stadt tut sich etwas: Vor 26 Jahren kam es in Paderborn zu einem Brandanschlag auf eine griechische Familie*. Die Justiz geht trotz Indizien davon aus, dass es sich bei dem tödlichen Anschlag nicht um eine rassistisch motivierte Tat gehandelt hat. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes)

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