"Empfindlicher Schlag"

Irres Geschäftsmodell: Polizei legt "Kokain-Drive-in" in NRW lahm

Die Polizisten errichteten eine Straßensperre vor der mutmaßlichen "Zentrale" der Drogendealer in Paderborn.
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Die Polizisten errichteten eine Straßensperre vor der mutmaßlichen "Zentrale" der Drogendealer in Paderborn.

In Paderborn ist der Polizei ein "empfindlicher Schlag" gegen den Drogenhandel gelungen. Ermittler legten einen "Kokain-Drive-in" still.

  • Drogenfahnder der Polizei Paderborn haben fünf mutmaßliche Top-Drogendealer festnehmen können.
  • Sie hatten bis zu 50 Drogengeschäfte am Tag abgewickelt – mit dem Konzept eines "Drive-ins".
  • Landrat und Polizeibehördenleiter Manfred Müller zeigte sich am Freitagabend erfreut.

Paderborn – Nach wochenlangen Ermittlungen hat die Polizei in Paderborn fünf mutmaßliche "Top-Drogendealer" dingfest machen können. Die fünf Tatverdächtigen zwischen 18 und 28 Jahren, laut ihren Pässen albanische Staatsangehörige, hätten täglich rund 50 Drogengeschäfte in der Innenstadt und stadtnahen Parks durchgeführt, wie RUHR24.de* berichtet.

Stadt

Paderborn

Regierungsbezirk

Detmold

Einwohner

151.633 (31. Dezember 2019)

Bürgermeister

Michael Dreier (CDU)

Paderborn: Polizei nimmt Top-Drogendealer hoch – bis zu 50 Drogengeschäfte am Tag

Dafür hatten sie offenbar das altbekannte "Drive-in"-Konzept, wie es in vielen Schnellrestaurants gang und gäbe ist, für ihre illegalen Drogendeals umfunktioniert. Hinter einem Haus in Paderborn, so die Polizei, habe sich ein regelrechter Drive-in entwickelt.

Die Kunden fuhren mit Fahrzeugen vor und wurden umgehend "bedient" – und das nicht selten unter den Augen der Anwohner und anderer Zeugen. So fand auch der polizeiliche Zugriff statt (alle NRW-Artikel auf RUHR24*).

Der "Kokain-Drive-in" befand sich hinter dem Haus an der Ecke Borchener Straße in Paderborn.

Polizei Paderborn gelingt empfindlicher Schlag gegen Drogenhandel – mengenweise Kokain gesichert

Am Freitagnachmittag (21. August) umstellten Zivilfahnder der Kripo Paderborn unter Unterstützung weiterer Kollegen aus den Nachbarkreisen das betroffene Haus weiträumig. Die mutmaßliche "Zentrale" der Drogendealer hätte man zuvor durch verdeckte Ermittlungen ausfindig gemacht und sich einen Durchsuchungsbeschluss gesichert.

Gegen 17 Uhr griffen die Einsatzkräfte zu und nahmen die fünf Tatverdächtigen zeitgleich fest. Einen von ihnen in flagranti – er war gerade damit beschäftigt, ein Drogengeschäft auf der Straße abzuwickeln. Auch sein "Kunde" wurde kurzfristig festgenommen, kam aber nach der Personalienfeststellung für das Strafverfahren gegen ihn wieder frei.

Drei Männer wurden in dem Haus an der Borchener Straße in Paderborn festgenommen, wobei ein Mann einen Fluchtversuch unternahm. Der fünfte mutmaßliche Komplize wurde auf der Bahnhofstraße festgenommen.

Nach Schlag gegen Drogenhandel in Paderborn: Landrat Müller lobt Hartnäckigkeit

Im Haus wurden mithilfe zweier Drogenspürhunde mengenweise verkaufsfertig verpackte Drogen sichergestellt. Hauptsächlich habe es sich dabei um Kokain gehandelt. Größere Mengen Bargeld wurden ebenfalls aufgefunden und sichergestellt. Zwei Tatverdächtige wurden bereits am Samstag (22. August) dem Haftrichter am Paderborner Amtsgericht vorgeführt.

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Laut den Beamten der Drogenfahndung seien die Festnahmen ein empfindlicher Schlag gegen den Drogenhandel*. Landrat und Polizeibehördenleiter Manfred Müller äußerte sich dazu am Freitagabend. "Den Einsatzkräften zolle ich meinen höchsten Respekt. Bei den hohen Temperaturen sind sie die letzten Tage hartnäckig am Ball geblieben, um die Festnahmen optimal vorzubereiten."

"Es nützt uns nichts, wenn die mutmaßlichen Dealer mangels Beweisen wieder auf freien Fuß kommen. Deswegen sind die akribischen Ermittlungen im Vorfeld so wichtig, auch wenn sie länger dauern." *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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