An heiklen Orten

Immer mehr Drohnen am NRW–Himmel: Besorgniserregender Verdacht

Ausgerechnet über sehr brenzligen Orten hat sich die Zahl der Drohnen-Sichtungen in Nordrhein-Westfalen verdoppelt. Die Politik ist alarmiert.

Dortmund – In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Drohnen-Sichtungen an besonders heiklen Orten im Jahr 2021 verdoppelt: über Gefängnissen. Wie das Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, habe es bis Mitte Dezember bereits zehn solcher Sichtungen gegeben. 2020 waren es fünf.

NRW: Zahl der Drohnen-Flüge über Gefängnissen verdoppelt – Angst vor Schmuggel

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) befürchtet, dass bei den Drohnen-Überflügen über Gefängnisse Drogen, Waffen, Mobiltelefone oder andere verbotene Gegenstände in die Gefängnisse geschmuggelt werden. Das gefährdet die Sicherheit der Justizvollzugsanstalten (mehr News zu Kriminalität bei RUHR24).

Grundsätzlich gilt über Gefängnissen in NRW und der näheren Umgebung solcher ein Überflugverbot für Drohnen. Biesenbach geht das allerdings nicht weit genug. Der CDU-Politiker fordert härtere Maßnahmen, um die sich die Hersteller der Drohnen kümmern sollen.

NRW: Biesenbach will Drohnen-Flüge über JVA verhindern – Bayern schießt sie einfach ab

Sie sollen verpflichtet werden, ihre Drohnen mit einer sogenannten harten Geo-Fencing-Funktion auszustatten. Eine solche Software würde verhindern, dass Drohnen überhaupt in gesperrten Luftraum fliegen können. Denn die Einhaltung des bisherigen Flugverbots ließe sich kaum überwachen und Verstöße seien nur schwer zu ahnden.

Da es solche Probleme nicht nur an den Gefängnissen in NRW gibt, haben die Justizminister der Länder bereits Mitte November bei der Bundesregierung darum gebeten, sich für eine EU-weite Lösung des Problems einzusetzen.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) fordert härtere Maßnahmen im Kampf gegen Drohnen über Gefängnissen.

An Gefängnissen in Bayern werden derweil sogenannte Drohnendetektionssysteme installiert. Diese sollen die Flugobjekte frühzeitig erkennen und dann abschießen. Allerdings sind diese Abwehrsysteme teuer. Etwa 600.000 Euro kostet laut Bayerischem Rundfunk etwa ein solches System, welches aktuell in der JVA Amberg installiert wird.

Rubriklistenbild: © Joe Raedle/Getty via AFP, Marcel Kusch/DPA; Collage: RUHR24

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