Heiße Sommer, wenig Regen

NRW: Hitze-Peitsche – müssen wir uns jetzt Sorgen um unser Trinkwasser machen?

Es wird wieder warm und trocken in NRW. Müssen die Menschen im Ruhrgebiet bald wieder Wasser sparen?

Dortmund – Die erste Hitzewelle des Jahres rollt auf NRW zu. Temperaturen über der 30-Grad-Marke sind nicht auszuschließen – nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. Dennoch werden Erinnerungen an die Hitzesommer 2018 bis 2020 wach. Wochenlange Hitze und Dürre trockneten das Land förmlich aus. Erste Mahnungen, sparsam mit dem Wasser umzugehen, wurden laut. Straßenbäume mussten gegossen werden. Und in diesem Jahr? Droht NRW ein Trinkwassermangel?

BundeslandNRW
RegionRuhrgebiet
ThemaTrockenheit und Dürre

Droht NRW Trockenstress wie im Osten Deutschlands? So sieht die aktuelle Lage aus

Wassermangel aufgrund von Trockenheit ist aktuell wieder ein Thema – und zwar in den unterschiedlichsten Regionen der Bundesrepublik. Im Osten Deutschlands sind bereits erste Anzeichen von Trockenheit zu spüren. In der obersten Bodenschicht fehlt es an Wasser. In zehn Zentimeter Tiefe herrscht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bereits Trockenstress.

Auf einer Karte des DWD wird deutlich, dass nahezu der komplette Osten trocken ist. Niederschläge in den Gebieten sind vorerst nicht in Sicht. Trockenheit ist auch in NRW keine Seltenheit mehr. Laut einer Analyse der DWD-Meteorologen war der Frühling im Land zu trocken und zu warm. Auch die Autobahnen Westfalen warnten im Mai vor Staubwolken aufgrund anhaltender Trockenheit.

Es fiel deutlich weniger Regen als im Jahr zuvor – im Durchschnitt 130 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: 2021 tröpfelten noch 205 Liter pro Quadratmeter vom Himmel.

In Bayern wird das Wasser knapp – Ostwestfalen-Lippe schlägt Trinkwasser-Alarm

Wird das Wasser also auch in NRW zur Mangelware? Bayern schlägt bereits Alarm. So berichtet merkur.de, dass unter Bayerns Böden das Wasser langsam knapp werde. Die Grundwasserspeicher bleiben in vielen Regionen Bayerns nur mager gefüllt.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt in wurden an 44 Prozent der Messstellen niedrige Pegelgestände verzeichnet. Die Lage der Speicher ist insgesamt niedriger als im langjährigen Durchschnitt.

Sorgenfalten auch in NRW: In Ostwestfalen-Lippe machten sich die Wasserwerker Gedanken, ob die Menschen im Sommer genügend Wasser aus den Hähnen bekommen, berichtet der WDR.

Trockenheit in NRW: Gibt es noch genügend Trinkwasser im Sommer 2022?

Klar ist: Heiße Temperaturen, trockene Sommer und Flutkatastrophen wie im vergangenen Jahr werden in Folge des Klimawandels häufiger vorkommen. Darauf muss sich auch die Wasserbranche einstellen.

Die Ruhr versorgt das Ruhrgebiet bislang verlässlich mit Trinkwasser. Laut Angaben des Ruhrverbands werden knapp 4,5 Millionen Menschen vom Fluss beliefert. Die Wasserwerke entnehmen dem Fluss Wasser und bereiten es durch Versickerung in den oberflächlichen Grundwasserspeicher und verschiedene technische Verfahren zu Trinkwasser auf.

Das östliche Ruhrgebiet mit unter anderem Städten wie Dortmund, Bochum, Herne, Unna und Hamm beziehen ihr Wasser von den Wasserwerken Westfalen. Diese sind Vorlieferant für DEW21 und Gelsenwasser.

Der Frühling war in NRW viel zu trocken.

Wassermangel im Ruhrgebiet? Talsperren sind aktuell noch gut gefüllt

Sechs Wasserwerke betreibt das Unternehmen entlang des Flusses. Sie stehen in Witten, Westhofen, Villigst, Hengsen, Halingen und Echthausen. Entscheidend für den Wasservorrat und letztendlich dann für der Versorgung im Ruhrgebiet ist aber der Pegelstand in den Talsperren, die die Ruhr mit Wasser speisen.

„Wir sind in der luxuriösen Lage, dass wir gleich mehrere Talsperren haben, um die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet sicherzustellen“, sagt Tanja Vock, Sprecherin der Wasserwerke Westfalen gegenüber RUHR24.

Acht Talsperren im Sauerland dienen als Trinkwasserreserve – und die Talsperren sind gut gefüllt. Der Füllstand beträgt am Dienstag (14. Juni) 90,7 Prozent. Trotzdem: Die Trockenjahre 2018 bis 2020 haben das Talsperrensystem stark beansprucht. Aus den Talsperren in NRW wird die Ruhr stetig mit Wasser versorgt. Wie viel Wasser an den Fluss abgegeben wird, regelt der Ruhrverband.

Die Talsperren in NRW sind gut gefüllt

In niederschlagsreichen Zeiten wird das Wasser in den Talsperren aufgestaut und in Trockenzeiten geben die Talsperren das Wasser zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung wieder an die Ruhr ab, erklärt Markus Rüde, Sprecher des Ruhrverbands gegenüber RUHR24.

Wasserwerke und Ruhrverband stellen sich auf den Klimawandel ein – Wasserversorgung gesichert

Die Wasserwerke Westfalen und der Ruhrverband stellen aber auch fest, dass Trockenheit und Dürre keine Seltenheit mehr sind. Insgesamt waren im Ruhreinzugsgebiet die letzten 13 Jahre niederschlagsärmer als im langjährigen Durchschnitt, berichtet Rüdel. Aber die gute Nachricht für Millionen von Menschen: „Wir werden in diesem Jahr kein Wasserversorgungsproblem haben“, so der Ruhrverband.

Trotzdem müsse man auf den Klimawandel reagieren. Der Ruhrverband will erreichen, dass weniger Wasser an die Ruhr abgegeben wird, um den „Wasserschatz in den Talsperren“ in trockenen Phasen länger bewahren zu können. Der Ruhrverband bespricht diese Thematik seit einiger Zeit mit dem Landesumweltministerium – eine Einigung erhoffe man sich im Herbst dieses Jahres.

Für diesen Sommer heißt es aber erst einmal: Wasser marsch! „Die Menschen brauchen sich keine Sorgen machen, dass bald kein Wasser mehr aus ihren Hähnen kommt. Die Lage ist im normalen Bereich“, so Tanja Vock gegenüber RUHR24.

Rubriklistenbild: © C. Hardt/Future Image/Imago; J.Krick/Future Image; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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