Experten klären auf

Wetterphänomen aus Afrika sorgt in NRW für Aufsehen: Wie gefährlich ist der Sahara-Staub?

NRW staunt derzeit über ein besonderes Phänomen in Sachen Wetter. Sahara-Staub weht aus Afrika in den Westen Deutschlands. Ist das gefährlich?

Dortmund - Normalerweise kennen wir in NRW dunkel eingefärbte Fensterbänke und Autos als Folge des Ruhr-Bergbaus. Dieser ist längst passé - doch staubige Oberflächen sind trotzdem keine Seltenheit im Westen. Zuletzt ist dafür allerdings ein Wetterphänomen aus Afrika verantwortlich: der Sahara-Staub. Wie gefährlich ist das Naturspektakel?

WetterphänomenSahara-Staub
EntstehungSahara, größte Trockenwüste der Erde
KontinentAfrika

Sahara-Staub in NRW: Wie gefährlich ist das Wetter-Spektakel?

Zuerst einmal gilt: Eine Menge von dem, was als Staubpartikel in der Welt umherschwirrt, stammt aus der Sahara und weiteren Wüsten. Und was von der Sahara weggeweht wird, hat unter Umständen auch Einfluss auf unser Wetter in NRW.

Damit der Sahara-Staub zu uns in den Westen nach NRW kommt, sind spezielle Winde nötig. Treten sie in der Höhe auf, können sie den Sand aus der Sahara tausende Kilometer aus Afrika zu uns nach Zentraleuropa transportieren.

Sahara-Staub in NRW: Sonnenuntergänge sind eingetrübt

Die Folge: Die Sonnenauf- und -untergänge sind leicht gelblich und milchig eingefärbt. Auf Autodächern und Fensterbänken bildet sich eine dünne Staubschicht. Und der Himmel ist diesig.

Aber ist der Sahara-Staub auch gefährlich für den Menschen? Laut den Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind die Staubpartikel so klein, das sie nur einen geringen Gesundheitseffekt bewirken. „Jedoch können robuste und langlebige Krankheitskeime auf strukturierten Partikeloberflächen weit transportiert werden“, heißt es vom DWD.

Wetterphänomen: Krankheitserreger aus der Sahara in NRW?

Diese mikrobiellen Gemeinschaften seien besonders resistent und könnten zum Teil in völlig unterschiedlichen Lebensräumen überleben, heißt es dazu in einer Studie unter Beteiligung der Uni Innsbruck. Es könnten sich dabei auch Krankheitserreger etablieren, was zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko für Mensch, Tier und Umwelt führen könne.

Am Dienstagmorgen gab es wegen des Sahara-Staubs einen besonders schönen Sonnenaufgang (Archiv).

Im Winter sammeln sich die Mikroben in Eis und Schnee an – etwa in den Alpen. Schmelzen die Gletscher, kommt es zu einer wahren Mikrobenschwemme. Die Folgen dessen sind noch unklar. Die Vereinten Nationen warnen indes, das sich Asthma und Bronchitis dort mehrt, wo der Staub gehäuft niedergeht. Zudem machen Allergene, Bakterien und Pilze im Sand vielen Allergikern Probleme. Dabei haben sie schon jetzt aufgrund des milden Wetters mit dem Pollenflug zu kämpfen.

Neu ist das Phänomen des Sahara-Staubs in Deutschland - vor allem im Süden - allerdings nicht. Gegenüber der Deutschen Welle sagt Werner Thomas Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst: „Das ist etwas Natürliches, das immer schon passiert ist.“

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

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