Ruhrgebiet

Zu trocken im Ruhrgebiet: Ruhrverband muss Talsperren im Sauerland öffnen

Das trockene Sommerwetter stresst Flüsse und Seen. Nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland. RUHR24 hat nachgefragt, wie es um die Ruhr steht.

Dortmund – Der Rhein, der längste Fluss in Deutschland, ächzt unter der Trockenheit und dem damit einhergehenden Niedrigwasser. Auch in Teilen von NRW leiden Tiere und Pflanzen am Niedrigwasser, etwa in der Stever bei Haltern. Und wie sieht es an der Ruhr in NRW aus?

BundeslandNRW
FlüsseRhein und Ruhr
ThemaNiedrigwasser aufgrund von trockenem Wetter

Wasserstand in der Ruhr – Naturschutzgruppe aus dem Ruhrgebiet äußert sich

Update, Donnerstag (25. August), 13.30 Uhr: In der Zwischenzeit haben wir zum Wasserstand der Ruhr auch eine Antwort von der „Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station“ erhalten. Die ehrenamtlichen Naturschützer bestätigen unseren bisherigen Wissensstand.

Per E-Mail heißt es von einer Sprecherin: „Bei niedrigem Wasserstand wird der Ruhr über die Talsperren im Sauerland Wasser zugeführt, um einen Ausgleich (u.a. für die Trinkwasserversorgung) zu schaffen. Die Tier- und Pflanzenwelt ist daher hier im mittleren Ruhrtal nicht ganz so stark beeinträchtigt“.

Schaut man sich den Pegelstand der Ruhr in Hattingen an, stellt man dennoch vom 20. bis zum 25. August 2022 einen leichten Rückgang des Wasserstandes fest. Der Wasserdurchfluss dagegen ist wegen der Maßnahmen gleichbleibend.

Dürre in NRW bringt den Rhein in Bedrängnis – Ruhrverband verrät, wie die Lage an der Ruhr ist

Erstmeldung: Montag (22. August), 10.22 Uhr: Gegenüber RUHR24 gibt der Ruhrverband an, dass die Ruhrtalsperren aktuell eine sogenannte Mindestwasserführung an den Pegeln Villigst bei Schwerte und ab dem Pegel Hattingen bis zur Mündung gewährleisten würden. Eine Mindestwasserführung ist der Mindestwasserbedarf eines Flusses, um eine ökologische Qualität aufrecht zu halten.

Aktuell gebe man im Sauerland von den Talsperren sowohl in Ruhr und Lenne täglich 1,5 Millionen Kubikmeter ab. Ohne diese Abgabe wäre die Ruhr in jedem Fall an einigen Stellen bereits trockengefallen (mehr News in NRW bei RUHR24).

Laut Ruhrverband sei aber weder das Ökosystem, noch die Fahrgastschifffahrt auf dem Baldeneysee bis zur Mündung in den Rhein aktuell gefährdet.

Dürre in NRW offenbart Flussgeheimnisse – auch an der Ruhr

Unabhängig von der aktuell stabilen Lage der Ruhr: Der Pegel sinkt trotzdem und legt wie auch am Rhein Geheimnisse offen. So sind an ausgetrockneten Stellen Knochen gefunden worden. Die Polizei ermittelt.

Die Dürre in NRW hat auch Folgen für die Ruhr.

Die Knochen seien laut Ruhrverband schon sehr lange im Wasser. In anderen Gegenden, unter anderem auch am Rhein, sind teilweise die sogenannten Hungersteine zu sehen. Hungersteine sind bei Niedrigwasser im Flussbett zu sehen. Menschen haben sich in der Vergangenheit mit Inschriften verewigt, die nachfolgende Generationen an Dürre und Hunger erinnern sollte.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Wetter in den kommenden Tagen und Wochen entwickelt. Regen ist kurzfristig erst einmal nicht in Sicht. In einer früheren Version ist der Ruhrverband mit dem Regionalverband RUHR (RVR) verwechselt worden. Wir haben den Fehler angepasst.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Rupert Oberhäuser

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