Hitzewelle

NRW-Bauarbeiter aktuell in großer Gefahr – „Das ist brandgefährlich“

Die Hitze lähmt NRW – vor allem das Arbeiten im Freien kann sehr gefährlich sein. Bau-Experten erzählen, wie heftig es gerade ist – und geben Tipps.

Dortmund – Arbeiten im Homeoffice? Davon können die Tausenden Bauarbeiter in NRW aktuell nur träumen. Die Männer und Frauen auf den vielen Baustellen im Land müssen bei jedem Wetter raus – und begeben sich dabei in große Gefahr. Was machen die aktuell hohen Temperaturen in NRW mit ihnen?

GewerkschaftIG BAU
Gründung1. Januar 1996
Mitglieder247.181 (2018)

Hitze in NRW: Wasser und Eis für die „Draußen-Jobber“ 

Christel Heiming-Mechlinski, Geschäftsführerin und Inhaberin der Heiming GbR Zimmerei und Baugeschäft im nördlichen Ruhrgebiet, trägt die Verantwortung für knapp 50 Mitarbeitende. Viele davon sind auch bei Hitze auf Baustellen und Dächern im Kerngebiet von NRW im Einsatz.

„Bei dieser Hitze bieten wir flexible Arbeitszeiten an. Diese können schon um 5 Uhr morgen beginnen. Dann wird die Arbeit schon am frühen Nachmittag beendet“, so Christel-Heiming-Mechlinski gegenüber RUHR24. 

Chefin bringt Bauarbeitern bei Hitze in NRW Eis und Wasser

Die Unternehmerin aus Dorsten fährt an heißen Tagen auch Baustellen in der Nähe ab und versorgt ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Hitze mit kühlen Getränken und Eis.

Ihre „Draußen-Jobber“ werden zudem mit Kopfbedeckungen und Sonnencremes ausgestattet. „Und sollte die Hitze besonders schlimm sein, wird die Arbeit abgebrochen“, so die Unternehmerin. 

Hitze in NRW: Gesundheit der „Draußen-Jobber“ schützen 

So sieht es auch die Industriegewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (IG BAU): „Keiner sollte die hohe UV-Einstrahlung auf die leichte Schulter nehmen. Sie kann zu dauerhaften Schäden auf der Haut bis hin zu Krebs führen“, sagt Bezirksvorsitzende Gabriele Henter. In der Bau- und Agrarwirtschaft müssten „Draußen-Jobber“ bei der Hitze in NRW besonders aufpassen.  

Extremes Wetter: Bauarbeiter in NRW haben es bei den aktuellen hohen Temperaturen nicht leicht.

Unternehmen müssten den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der heißen Jahreszeit ernst nehmen, fordert Henter: „Selbst, wenn das Haus schnell fertig werden soll – bei Temperaturen um die 30 Grad kann die Mittagspause auch einmal länger dauern. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, ihr Personal vor Gesundheitsgefahren im Job zu schützen.“ 

Hitze in NRW: Freier Oberkörper ist nicht sexy 

Henter betont: „Klar ist: Das Arbeiten mit freiem Oberkörper ist nicht sexy, sondern brandgefährlich“. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) verzeichnete im vergangenen Jahr bundesweit rund 2.600 Verdachtsanzeigen für weißen Hautkrebs. Von Olaf Hellenkamp

Rubriklistenbild: © Christel-Heiming Mechlinski

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