Konzept vorgestellt

NRW-Regierung will jetzt Wälder per Video überwachen

Wer in NRWs Wäldern spazieren gehen möchte, könnte künftig auf Videokameras treffen. Diese haben eine bestimmte Aufgabe.

NRW – Der Wald gehört zu den Lieblingsorten vieler Menschen in Deutschland. Die Nähe zur Natur, die Ruhe und auch die frische Luft sind nur drei Gründe für einen Waldbesuch. In Zukunft müssen Waldgänger jedoch mit Videokameras vorlieb nehmen. Die Gründe sind brandgefährlich.

BundeslandNRW
GefahrWaldbrand
ThemaKonzept zur Bekämpfung von Waldbränden

NRW wird häufiger von Waldbränden heimgesucht: Regierung stellt Konzept vor

Der Sommer 2022 in NRW ist erneut heiß und trocken. Die Waldbrandgefahr ist Anfang August vor allem im Süden des bevölkerungsreichsten Bundeslandes hoch. Aber auch im Ruhrgebiet brannte in diesem Jahr bereits wertvoller Waldboden. Mitte Juli brannte ein Waldstück zwischen Iserlohn und Altena – mehrere Hektar wurden Opfer der Flammen. Im April brannte bei Dortmund ein Waldstück. Auch der Einsatz eines Lösch-Hubschraubers stand zu Debatte.

Damit die Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, aber auch Forstarbeiter in Zukunft schneller und besser auf Waldbrände reagieren können, hat die NRW-Landesregierung ein Konzept zur Bekämpfung von Waldbränden vorgestellt. Dabei spielen Videokameras eine wichtige Rolle.

Kameras sollen Waldbrände in NRW frühzeitig melden – Feuerwehren bereiten sich vor

Das Konzept bildet die Grundlage für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und den Feuerwehren heißt es in der Mitteilung der Landesregierung. Unter anderem ist vorgesehen:

  • Waldbrandschutzstreifen sollen eine Ausbreitung der Feuer verlangsamen oder möglichst ganz verhindern. Die Streifen können durch schwer entflammbare Laubbäume oder Schneisen ohne Bewuchs gebildet werden.
  • Löschteiche sollen saniert oder weiter ausgebaut werden. Nicht alle Waldstücke liegen in der Nähe einer Wasserquelle.
  • Damit die Feuerwehr im Ernstfall gut zum Brand durchkommt, sollen die Waldwege rund 3,5 Meter breit sein, für 32 Tonnen schwere Fahrzeuge befahrbar und in der Höhe ein sogenanntes Lichtraumprofil von rund 4,5 Meter lassen, sodass auch hohe und breite Einsatzfahrzeuge gut durchkommen.
  • Damit in Extremsituationen wie beim Waldbrand alles möglichst reibungslos funktioniert, sind regelmäßige gemeinsame Übungen von Forstmitarbeitenden und Feuerwehren vorgesehen.

Und jetzt kommen wir zu den Kameras: Diese sollen nämlich beispielsweise Rauchsäulen frühzeitig erkennen und anzeigen können – quasi ein Waldbrandfrühwarnsystem. Die Kameras sollen digital und halbautomatisiert in Betrieb genommen werden.

Wetter in NRW bleibt heiß und trocken: Waldbrandgefahr steigt

Hintergrund der Erstellung des Waldbrandkonzeptes sind die zunehmende Trockenheit, geringe Niederschläge und heiße Sommermonate in den vergangenen Jahren. Auch in der zweiten Augustwoche bleibt es in NRW heiß und trocken.

Wenn ein Waldbrand ausbricht, kann das erhebliche Folgen haben.

Auslöser für Brände ist allerdings meist das unvorsichtige Verhalten von Waldbesucherinnen und Waldbesuchern, die – trotz Verbot – im Wald rauchen, grillen oder Feuer machen. Wer einen Wald besucht, muss bestimmte Regeln beachten.

Einen kleinen Nachteil des Konzeptes gibt es allerdings. Die Landesregierung kann nicht jeden Wald sofort mit Kameras ausstatten und die Wege verbreitern. Denn rund 65 Prozent des Waldes in Nordrhein-Westfalen befindet sich in Privatbesitz. Die Umsetzung der Maßnahmen des Waldbrandvorbeugekonzepts obliegt denen, die den Wald besitzen.

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