Tier entdeckt

Seltener Fall in NRW: Aggressive Fledermaus sorgt für Virus-Gefahr

In NRW ist eine mit Tollwut infizierte Fledermaus gefunden worden. Das Tier verhielt sich aggressiv und musste eingeschläfert werden. Eine Tollwutinfektion kann auch beim Menschen tödlich verlaufen.

NRW/Minden – In Minden in NRW ist ein seltener Fall von Fledermaustollwut entdeckt worden. Das mit dem Tollwutvirus infizierte Tier war bereits Mitte Juni geschwächt aufgefunden und in eine Auffangstation gebracht worden, berichtet RUHR24*. Weil sich die Fledermaus dort auffallend aggressiv verhielt, musste sie eingeschläfert werden. Da das Virus auch für Menschen äußerst gefährlich sein kann, sollten kranke Tiere auf keinen Fall angefasst werden.

Tollwutvirale Zoonose
Viren Familie: Rhabdoviridae; Genus: Lyssaviren
VorkommenWeltweit

NRW: Tollwut in Fledermaus entdeckt – Virus auch für Menschen gefährlich

Wie der Kreis Minden-Lübbecke mitteilte, wurde die Fledermaus nach der Einschläferung zu genaueren Untersuchung in das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) nach Hannover geschickt. Der Kreis liegt an der nordrhein westfälisch-niedersächsischen Grenze. Im Labor des LAVES konnte der in NRW* sehr selten vorkommende Tollwut-Erreger festgestellt werden.

Generell ist Tollwut bei Tieren in Deutschland nur noch selten. Wie das Amt informiert, konnte der Erreger in Säugetieren wie beispielsweise dem Fuchs fast vollständig getilgt werden. Seit 2008 gilt Deutschland sogar als frei von klassischer Tollwut. Allerdings gibt es in Fledermäusen nach wie vor ein Reservoir des Virus. Da dieses durch Bisse oder Kratzer auch auf den Menschen übertragen werden kann, warnt die Behörde dringend davor, kranke Tiere anzufassen.

Tollwut in NRW: Virus überlebt in Fledermäusen – ist aber sonst selten

„Da Tollwutinfektionen auch für den Menschen gefährlich sind und tödlich verlaufen können, müssen Bissverletzungen unbedingt verhindert werden“, warnt Dr. Detlef Grote vom Kreisveterinäramt. Wer ein totes oder krankes Tier findet, sollte das Veterinäramt informieren und das Tier auf keinen Fall berühren.

Dass das Virus ausgerechnet in Fledermäusen überlebt, liegt daran, dass es ihnen im Laufe ihrer Evolution gelang, sich an zahlreiche Viren anzupassen, so das niedersächsische Landesamt. Die Fledermaustollwut wird dabei als eigenständige Erkrankung angesehen, die von einem anderen Virentypus ausgelöst wird, als die klassische Tollwut.

Bei Füchsen wurde der Erreger erfolgreich bekämpft.

Fledermäuse, die an Tollwut erkrankt sind verhalten sich laut LAVES häufig aggressiv, wie auch das in NRW gefundene Tier. Infolge von Lähmungserscheinungen liegen sie zudem häufig am Boden und werden dadurch zu einer leichten Beute für Hunde. Eine Ansteckung der Haustiere* ist daher nicht ausgeschlossen. Ebenso wie die klassische Tollwut, kann auch die Fledermaustollwut auf Menschen oder andere Tiere übertragen werden – wenngleich die Fälle, in denen das geschieht, sehr selten sind.

NRW: Bei Verdacht auf Tollwut-Infektion sofort zum Arzt

Bei dem Verdacht, sich möglicherweise mit Tollwut infiziert zu haben – beispielsweise durch einen Biss oder Kratzer von einem infizierten Tier – sollten Menschen allerdings schnell einen Arzt aufsuchen. Denn eine Therapie ist nach wie vor schwierig. Wie das RKI informiert, müssen Patienten mit klinischer Symptomatik sogar intensivmedizinisch betreut werden.

Die Symptome bei einer Tollwutinfektion lassen sich demnach in drei Stadien aufteilen. Zunächst treten uncharakteristische Beschwerden auf, wie Kopf- oder Muskelschmerzen. Zudem kann Brennen, Jucken und Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Bisswunde auftreten.

Tollwut: Bricht die Krankheit aus, endet sie tödlich

Im weiteren Verlauf kann es bei der enzephalitischen Tollwut, der sogenannten „Wilden Wut“ zu einer Hydrophobie kommen. Also der Angst vor Wasser, die sich laut RKI als erheblichen Angst vor dem Trinken zeigt. Funktionsausfälle, Schluckstörungen, unkontrolliertes Ausfließen von Speichel folgen, sowie Krämpfe der Muskulatur und weitere Angstzustände.

Bei der paralytischen Tollwut („Stille Wut“) folgen dagegen unter anderem Lähmungen und Muskelschwäche. Kommt es zur Atemlähmung oder Lähmung der Herzmuskulatur tritt der Tod, in der Regel im Koma, ein. Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod liegen meist nur 7 bis 10 Tage.

Doch nicht jeder Biss eines erkrankten Tieres führt unumgänglich zur Infektion bei Menschen. Dennoch sollte der Kontakt unbedingt vermieden werden. Zwar kann eine unverzügliche Impfung nach der Übertragung laut RKI den Ausbruch der Krankheit noch verhindern, kommt die Krankheit jedoch zum Ausbruch, endet sie meist tödlich. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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