Sexting mit bösen Folgen

14-Jährige verschickt intimes Video von sich - und erlebt danach den blanken Horror

Eine 14-Jährige aus NRW wollte ihren Schwarm mit einem intimen Video von sich erfreuen. Doch was danach damit passiert, macht sprachlos.

  • In NRW ermittelt die Polizei wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Falls von Sexting unter Teenagern.
  • Als Sexting wird das (freiwillige) Verschicken erotischer Nachrichten bezeichnet.
  • Eine 14-Jährige hatte im Chat mit einem 16-Jährigen intime Videos von sich selbst verschickt.

Rhein-Erft-Kreis - Wie ein Bumerang zog ein erotisches Video, welches ein 14-jähriges Mädchen von sich selbst gemacht hatte, weite Kreise durch Instagram, Snapchat und WhatsApp.

Sexting: Video-Weiterleitung geriet außer Kontrolle

Das Video, welches der Teenager an eine Instagram-Bekanntschaft geschickt hatte, wurde auf Smartphones und Laptops von Mitschülern, Freunden und Freundesfreunden angeguckt und anschließend weitergeschickt. Bis es letztendlich wieder bei dem Mädchen selbst ankam - oder zumindest bei ihrer Schwester. 

Die erkannte in dem pikanten Video, welches auch sie als Kopie auf ihr Smartphone geschickt bekam, ihre kleine Schwester und informierte schnell ihre Familie. Am Freitag (10. Januar) erstattete die Mutter des 14-jährigen Mädchens schließlich Anzeige gegen den 16-Jährigen, der ursprünglich als einziger Empfänger von seiner Instagram-Bekanntschaft vorgesehen war.

Pikantes Video kursierte im Freundeskreis

Denn anstatt das Video von dem Mädchen für sich zu behalten, filmte er es ab und schickte es an eine andere 14-Jährige weiter. Auch die löschte das eindeutig sehr private Video nicht, sondern leitete es an diverse Mitschüler weiter. Spätestens zu diesem Zeitpunkt geriet außer Kontrolle, an wie viele Freunde und Bekannte das Video weiterverschickt wurde.

Dabei hatte der 16-Jährige die 14-Jährige überhaupt erst auf die Idee gebracht, ein pikantes Video von sich selbst anzufertigen. Über Snapchat hatte er dem Mädchen zuvor ein Video geschickt, welches ihn selbst beim Onanieren zeigte.

Sexting: Gefahren beim Verschicken von Videos erkennen

"Das Phänomen ist nicht neu", erklärt Kriminalhauptkommissarin Danny Gruneberg. An nahezu jeder weiterführenden Schule würde es solche Fälle geben. Auch deshalb gäbe es regelmäßig Info-Veranstaltungen, um Jugendliche für die Gefahren, die vom Sexting ausgehen, zu sensibilisieren.

Denn: Wie der Fall der beiden Teenager zeigt, besteht die Gefahr, dass Bilder, Videos oder Nachrichten oft - aus den unterschiedlichsten Gründen - anderen gezeigt werden. Zudem können sie weiterverschickt, geteilt oder über soziale Medien im Internet verbreitet werden. 

Was tun, wenn Videos bereits verschickt sind?

Deshalb sollte stets nur unverfängliches Material verschickt werden. Denn einmal im Netz, ist es schwer, Bilder und Videos wieder daraus zu entfernen. Falls bereits Bilder und Videos im Umlauf sind, rät die Präventionsstelle Sexting, so vorzugehen:

  • Verlange vom Empfänger das Löschen des Bild- oder Videomaterials.
  • Veranlasse von Betreibern der Plattformen das Löschen deiner Bilder.
  • Informiere die Schulleitung und hol dir Rat bei einem Rechtsbeistand, zum Beispiel einem Anwalt.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei.

Am bestens sei es aber, intime Videos oder Bilder von sich selbst gar nicht erst zu verschicken.

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