Auktion für digitale Währung

Bitcoin-Versteigerung in NRW: Justiz bietet Geld aus Straftaten an

Das Land Nordrhein-Westfalen versteigert ab kommender Woche erstmals Bitcoins. Sie stammen aus Straftaten und wurden zuvor beschlagnahmt.

NRW – Drogen, Waffen, Autos: Solche Dinge zahlen Kriminelle gerne mit Bitcoins*. Denn Transaktionen mit der digitalen Währung lassen sich nicht ohne weiteres zurückverfolgen, weiß RUHR24*. Hin und wieder bekommen Polizei und Staatsanwaltschaften jedoch einige Bitcoins aus illegalen Geschäften in die Finger. Doch was tun damit? Versteigern zum Beispiel.

WährungBitcoin
Erscheinungsjahr2009
SymbolBTC
Maximale Versorgungca. 21 Millionen

NRW: Justizministerium versteigert Bitcoins aus Straftaten – Auktion startet Montag

Genau das plant jetzt das Justizministerium in NRW*. Denn mittlerweile stapeln sich die digitalen Münzen bei der Strafverfolgungsbehörde geradezu. Bislang seien bei Straftaten Bitcoins im Wert eines achtstelligen Euro-Betrags sichergestellt worden, teilt das Justizministerium jetzt mit. Sprich: In den „Wallets“ liegen mindestens zehn Millionen Euro.

Die will das Land nun „nach und nach verwerten“. Dazu soll die laut Ministerium „derzeit marktstärkste virtuelle Krypto-Währung“ in einer Justiz-Auktion versteigert werden. Der Kurs ist zuletzt enorm gestiegen: Ein Bitcoin ist aktuell rund 52.000 Euro wert (Stand: 22. Oktober).

Der Start-Termin der ersten Bitcoin-Auktion in NRW:

  • Montag, 25. Oktober 2021, 12 Uhr

Bitcoin-Auktion in NRW: Justizministerium versteigert Krypto-Währung aus Straftaten

Zuvor wollen NRW-Justizminister Peter Biesenbach (73, CDU) sowie Markus Hartmann, Oberstaatsanwalt und Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime, darüber berichten, woher die Bitcoins stammen und wie die Auktion abläuft. Ab 11.30 Uhr lässt sich das per Youtube verfolgen.

Die Bitcoin-Auktion läuft dann auf dem Portal Justiz-Auktion. Dort werden sonst auch beschlagnahmte Sportwagen oder teure Uhren aus Zwangsvollstreckungen angeboten. Und künftig auch Bitcoins. Erst 2019 nahmen BKA und FBI einen Darknet-Markt mit Verbindungen nach NRW* hoch, wo ebenfalls mit der digitalen Währung gezahlt wurde.

Was ist Bitcoin und wie funktioniert die Krypto-Währung?

Die Krypto-Währung Bitcoin wurde 2009 von einem gewissen Satoshi Nakamoto erfunden. Bis heute ist unklar, ob es sich dabei überhaupt um eine echte Person oder eine Gruppe von Entwicklern handelt. Bitcoins sind digitales* Geld und Währungssystem zugleich. Bezahlt werden kann damit rund um die Uhr, ohne dass dazu ein Vermittler (etwa eine Bank) nötig ist.

Alle Transaktionen werden in einem dezentralen Netzwerk gespeichert, der sogenannten Blockchain. Gesichert werden alle Transaktionen über dieses öffentliche Buchungssystem. Dabei sind Bitcoin-Zahlungen – anders als Banküberweisungen – nicht ohne weiteres einer bestimmten Person zuzuordnen. Neue Bitcoins können nur über Rechenleistung „geschürft“ werden („mining“). Maximal kann es nur knapp 21 Millionen Bitcoins geben. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/DPA

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