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Dürfen wir bald keine Schlangen mehr als Haustiere haben? Darüber diskutiert gerade die Politik in NRW. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium plant ein Gefahrtiergesetz. Auslöser war das Verschwinden einer Giftschlange in Herne vor einigen Tagen.

  • Bisher gibt es in NRW kaum Vorgaben zur Haltung wildlebender Tiere.
  • Federführend bei den Plänen ist NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).
  • Es soll auch neue Regelungen im Bereich Einfuhr und Verkauf geben.

NRW-Landesregierung plant Gefahrtiergesetz

Nachdem in Herne eine Giftschlange verschwunden war, plant die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ein neues Gesetz: Eine strengere Regulierung der Haltung wildlebender Tiere.

Derzeit prüfe man, welche Tiere von einem solchen Gesetz betroffen wären. Dabei stellt sich die Frage: Welche Tiere sind so gefährlich, dass von ihnen eine Bedrohung ausgeht?

Vermisste Schlange in Herne bringt Thema erneut auf den Tisch

Bereits 2014 hatte die rot-grüne Landesregierung einen ersten Entwurf für ein Gefahrtiergesetzt ausgearbeitet. Ohne Erfolg. Es wanderte 2016 in die Schublade. Durch die Suche nach einer Giftschlange in Herne ist das Thema jetzt aber aktueller denn je.

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Zum Hintergrund: In Herne hatte man tagelang nach einer Giftschlange gesucht. Am Ende konnte ein Schlangenexperte sie einfangen. Eine Geschichte, die Grund genug war das Thema Gefahrtiergesetzt noch einmal neu anzugehen.

Planung läuft im NRW-Umweltministerium auf Hochtouren

Neben der Kategorisierung von wildlebenden Tieren steht auch die Überlegung im Raum, „eine Anzeigepflicht für diejenigen Halter, die derzeit noch solche sehr gefährlichen Tiere halten“ einzuführen.

„Der aktuelle Fall in Herne hat gezeigt, dass ansonsten die Allgemeinheit für die potenziell hohen Kosten einer Absicherung, Suche und Sicherstellung aufkommen muss“, so ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums.

Regelung für den Verkauf und die Einfuhr von Gefahrtieren in NRW

Eine solche Regelung „könnten helfen, dass weniger gefährliche Tiere ins Land kommen und hier gehalten werden“, zitiert die Deutschen Presse-Agentur den Städtetag, den Städte- und Gemeindebund und den Landkreistag. „Ob und inwieweit auch ein Gefahrtiergesetz auf Landesebene dazu beiträgt, kann in diesem Zusammenhang ebenfalls geprüft werden.“

Je nach Bundesland sind die Regelungen in Bezug auf die Haltung von sogenannten Gefahrentieren unterschiedlich. In NRW hatten sich bereits der Herner Oberbürgermeister Frank Dudda und zehn Arten- und Tierschutzverbände für ein Gefahrtiergesetz ausgesprochen.

„Eine Vorlage zur Ressortabstimmung soll zeitnah geschehen, ein genaues Datum können wir jedoch nicht nennen“, heißt es vom NRW-Ministerium. Es bleibt spannend, ob sich das Gesetz bei diesem Versuch durchsetzt. mit dpa-Material