Hitze und Dürre

„NRW trocknet aus“: Umweltminister warnt vor Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel trifft auch NRW hart. Umweltminister Krischer spricht von einer „Klimakrise“ – und warnt vor gravierenden Folgen.

Dortmund – Dürre, Hitze, Waldbrände: Der Sommer 2022 wird wohl nur ein Vorgeschmack auf das, was die Menschen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen künftig blüht. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) zeichnet jetzt ein düsteres Bild der Zukunft: „Wir sind in der Situation: NRW trocknet aus“, sagte er laut DPA.

Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Krise:Klimawandel
Unweltminister:Oliver Krischer (Grüne)

Klimawandel wird „gravierende Auswirkungen“ für Menschen in NRW haben

Mehr heiße Tage und tropische Nächte, dadurch gesundheitliche Probleme für den Menschen, Wassermangel: In seinem Hydrologischen Statusbericht warnt NRW-Umweltminister Oliver Krischer am Freitag (26. August) in Duisburg vor „weitreichenden Folgen des ungebremsten Klimawandels“.

Dabei ist Duisburg der passende Ort, um über die Folgen der Erderwärmung zu sprechen. Denn dort wurde erst 2019 der aktuelle deutsche Hitzerekord gemessen. 41,2 Grad Celsius zeigte das Thermometer in Duisburg-Baerl am 25. Juni an. 2022 war es dort erneut fast 40 Grad heiß.

Daran werden wir uns gewöhnen müssen, sagte Krischer: „Die Tage mit Temperaturen von mehr als 30, manchmal sogar 40 Grad, werden in Zukunft noch mehr zunehmen.“ Das zeigen auch Daten des Deutschen Wetterdienstes. Demnach hat sich die Zahl der Hitzetage mehr als verdoppelt (siehe Grafik).

Klimawandel in NRW: Temperatur steigt im Durchschnitt immer weiter an

Das hat für die Umwelt direkte Auswirkungen. Selbst große Flüsse führen immer weniger Wasser. Eine Satellitenaufnahme des Rheins zeigt das Ausmaß der Dürre in NRW. Doch auch in kleineren Gewässern wie der Stever bei Haltern am See sterben massenhaft Fische. Den Flüssen geht durch die Trockenheit regelrecht die Luft aus.

Auch für den Menschen hat der Klimawandel bereits jetzt Folgen, sagt Sibylle Pawlowski, Präsidentin des NRW-Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz: „In den stark bebauten und versiegelten Städten bilden sich Hitzeinseln. Die Temperaturen sinken nachts kaum ab, es kommt zu tropischen Nächten. Das kann zu massiven Gesundheitsproblemen bei Bürgerinnen und Bürger führen.“ (Alle News zu Klima und Wetter in NRW auf RUHR24 lesen)

Klimakrise in NRW „wird Wasser zum knappen Gut machen“

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wegen zahlreicher Talsperren wird uns das Trinkwasser in NRW so schnell wohl nicht ausgehen. Die Versorgung sei „grundsätzlich sichergestellt“, sagt Krischer. Klar ist jedoch auch: „Die Klimakrise wird Wasser zu einem knappen Gut machen.“

Die Füllstände der Talsperren sinken allerdings seit Monaten, was aber normal ist. Ihr Wasser muss aber auch in die Flüsse geleitet werden, damit diese nicht überhitzen oder austrocknen. Zu hohe Wassertemperaturen wurden zuletzt etwa in Erft, Wupper, Ruhr, Inde und Rur gemessen.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer warnt vor den Folgen der Klimakrise.

Doch was will die Behörde gegen diese Klimakrise tun? Mit Blick auf das Wasser will der Umweltminister vor allem die Trinkwasserqualität in NRW sicherstellen: „Wir werden ihr Vorrang vor anderen Nutzungen geben“, sagt Krischer. Kommunen müssen dazu jährlich erklären, wie sie die Wasserversorgung der Menschen auch in Krisenzeiten sicherstellen.

Gegen die zunehmende Hitze in NRW müssen wir uns anders wappnen. Immer neue Waldbrände im Ruhrgebiet und Hitze-Rekorde in NRW werden in den kommenden Jahrzehnten wohl zur Normalität werden.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/DPA

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