Pendler aufgepasst

Lokführer-Streik legt heute Züge der Bahn lahm: Überblick der betroffenen Linien in NRW

Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Streiks im Bahnverkehr angekündigt. Auch NRW ist betroffen. Welche Züge ausfallen werden.

NRW – Alptraum für Pendler aus Nordrhein-Westfalen*: Die Lokführergewerkschaft GDL hat rund anderthalb Wochen nach ihrem mehrtägigen Streik Mitte August einen neuen Streik für den deutschen Bahnverkehr* angekündigt. Während der Güterverkehr schon seit Samstag (21. August) um 17 Uhr bestreikt wird, geht es mit dem Personenverkehr erst in der neuen Woche los, berichtet RUHR24*.

GewerkschaftGDL
VorsitzClaus Weselsky
Nächster Streik im PersonenverkehrAb Montag, 2 Uhr nachts

Bahnstreik im Personenverkehr ab Montag: Viele Züge für Pendler fallen aus

Pünktlich zum Berufsverkehr werden am Montag (23. August) etliche Züge in Deutschland ausfallen. Ab 2 Uhr wird die Lokführergewerkschaft GDL den Personenverkehr im ganzen Land bestreiken. Das Ende des Streiks ist für Mittwoch (25. August) ebenfalls um 2 Uhr geplant, wodurch der Streik im Personenverkehr insgesamt ganze zwei Tage andauern wird.

Nach dem ersten Streik Mitte August ist erneut mit vielen Ausfällen, Problemen und Verspätungen zu rechnen. Betroffen von dem zweitägigen Streik ist nicht nur der Fernverkehr, sondern auch der Regionalverkehr, wodurch vor allem die Berufspendler die Auswirkungen zu spüren kriegen dürften (mehr Nachrichten zum Verkehr* bei RUHR24).

Bahnstreik in der kommenden Woche: Diese Linien fallen ab Montag komplett aus

Der Reiseverkehr wird wohl, anders als beim ersten Streik vor anderthalb Wochen, nicht allzu stark leiden. In einigen Bundesländern, darunter in NRW, sind die Sommerferien schon vorbei. Aber welche Strecken sind von dem Streik überhaupt betroffen? Laut Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) fallen diese Linien von Montag bis Mittwoch komplett aus:

  • RE8: Mönchengladbach–Köln–Köln/Bonn Flughafen–Troisdorf–Bonn-Beuel–Koblenz
  • RE9: Aachen–Köln–Troisdorf–Au (Sieg)–Betzdorf–Siegen
  • RE18: Heerlen–Herzogenrath
  • RB20: Stolberg/Alsdorf–Herzogenrath–Aachen–Stolberg–Stolberg Altstadt/Düren
  • RB25: Köln–Overath–Engelskirchen–Marienheide–Meinerzhagen–Lüdenscheid
  • RB28: Neuwied–Niederlahnstein
  • RB38: Köln Messe/Deutz–Horrem–Bedburg
  • RE42: Essen–Gelsenkirchen–Münster
  • RB43: Dortmund–Wanne-Eickel–Dorsten (Ersatzverkehr ist eingerichtet)
  • RB53: Dortmund–Schwerte–Iserlohn (Ersatzverkehr zwischen Dortmund und Schwerte ist eingerichtet)
  • RB54: Unna–Fröndenberg–Menden–Neuenrade (Ersatzverkehr zwischen Menden und Unna ist eingerichtet)
  • RE57: Dortmund–Arnsberg–Bestwig–Winterberg/Brilon Stadt (Ersatzverkehr zwischen Fröndenberg und Dortmund ist eingerichtet)

Diese S-Bahn-Linien sind vom Bahnstreik ab Montag betroffen und fallen aus:

Nicht nur Züge, sondern auch S-Bahnen sind von dem Streik der GDL betroffen. Bis jetzt sind zwei S-Bahn-Linien bekannt, die während der zwei Streiktage komplett ausfallen sollen:

  • S4: Unna - Unna-Königsborn - Dortmund-Dorstfeld - Dortmund-Lütgendortmund (Ersatzverkehr zwischen Unna und Dortmund Dorstfeld ist eingerichtet)
  • S8: Hagen–Wuppertal–Düsseldorf–Neuss–Mönchengladbach (Ersatzverkehr zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf sowie zwischen Neuss und Mönchengladbach ist eingerichtet)

Auf diesen Bahnlinien kann es wegen des GDL-Streiks zu Verspätungen kommen:

Neben den angekündigten Totalausfällen müssen Pendler auf mehreren Bahnlinien außerdem mit Verspätungen und Beeinträchtigungen rechnen. Diese Zuglinien sind betroffen:

  • RE2: Düsseldorf–Duisburg–Essen–Gelsenkirchen–Münster–Osnabrück (Die Züge fahren zwischen Münster und Osnabrück normal. Teilausfälle zwischen Münster Hbf und Düsseldorf Hbf)
  • RB27: Mönchengladbach–Köln–Köln/Bonn Flughafen–Troisdorf–Bonn Beuel–Königswinter–Bad Honnef (Rhein)–Linz am Rhein–Neuwied–Koblenz. (Die Züge von Köln nach Mönchengladbach verkehren stündlich. Die Züge von Köln nach Koblenz fahren im Zwei-Stunden-Takt)
  • RB51: Dortmund–Lünen–Coesfeld–Gronau–Enschede (Züge fahren nur im Zwei-Stunden-Takt)
  • RB63: Münster–Coesfeld (Züge fahren nur stündlich)
  • RB64: Münster–Gronau–Enschede (Züge fahren nur stündlich)
  • S1: Dortmund–Essen–Duisburg–Düsseldorf–Solingen (Züge verkehren stündlich)
  • S6: Essen–Ratingen Ost–Düsseldorf–Köln (Züge verkehren stündlich)
  • S11: Bergisch Gladbach–Köln–Neuss–Düsseldorf–Düsseldorf Flughafen Terminal (Züge fahren nur stündlich)
  • S12: Au (Sieg)–Hennef–Troisdorf–Köln/Bonn Flughafen–Köln–Horrem (Züge fahren nur stündlich)
  • S19: Au (Sieg)–Hennef–Troisdorf–Köln/Bonn Flughafen–Köln–Horrem–Düren (Züge fahren nur stündlich)

Bahnstreik in NRW ab Montag: Nur sechs Bahnlinien sollen überhaupt fahren

Gerade mal sechs Bahnlinien und zwei S-Bahn-Linien sollen laut VRR während des Streiks normal fahren:

  • RE17: Hagen–Schwerte (Ruhr)–Bestwig–Warburg–Kassel-Wilhelmshöhe
  • RB27: Mönchengladbach–Köln–Köln/Bonn Flughafen–Troisdorf–Bonn Beuel–Königswinter–Bad Honnef Rhein)–Linz am Rhein–Neuwied–Koblenz
  • RB30: Ahrbrück–Remagen–Bonn
  • RB33: Aachen/Heinsberg–Lindern–Mönchengladbach–Krefeld–Duisburg–Essen
  • RE42: Mönchengladbach–Krefeld–Duisburg–Essen–Gelsenkirchen–Münster
  • RB52: Dortmund–Hagen–Lüdenscheid
  • S5: Hagen–Witten–Dortmund
  • S68: Düsseldorf–Langenfeld (Rheinland)

Pendler können während des Streiks auf andere Verkehrsunternehmen hoffen

Eine Hoffnung für NRW-Pendler sind in der kommenden Woche die Züge und S-Bahnen, die von anderen Bahnunternehmen betrieben werden. Dazu zählen Keolis Deutschland (eurobahn), National Express, Abellio und Regiobahn. Wie der VRR am Freitag (20. August) bestätigte, werde nur der Deutsche-Bahn-Ableger DB Regio von der GDL bestreikt. Andere Verkehrsunternehmen seien nicht betroffen.

„Auswirkungen durch die Streiks im laufenden Betrieb können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da auch zum Teil der Konzernbereich DB Netz, der für die Schieneninfrastruktur verantwortlich ist, bestreikt werden soll“, teilt der VRR mit.

Züge der Eurobahn sind von dem Bahnstreik der GDL nicht betroffen.

Bahnstreik in NRW: Viele Großstädte im Ruhrgebiet ab Montag betroffen

Die genauen Auswirkungen des Streiks werden sich in der kommenden Woche also vor allem im Berufsverkehr in den Morgen- und Abendstunden zeigen. In NRW und vor allem im Ruhrgebiet sind wie bereits beim Streik vom 11. bis zum 13. August viele Großstädte* betroffen. Darunter Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Duisburg.

Für Reisende wurde ab Freitag (20. August) um 15 Uhr eine kostenfreie Info-Hotline eingerichtet. Die Rufnummer lautet 08000 996633. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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