Bundespolizei ermittelt

Junge Frau im Ruhrgebiet belästigt: Tatverdächtiger beschuldigt Opfer

Ein Mann soll am Sonntag eine 23-Jährige am Hagener Hauptbahnhof begrapscht haben. Dann ging er selbst zur Polizei – und beschuldigte die junge Frau.

NRW – Ein 33-jähriger Mann ist am Sonntagmorgen (17. Juli) zur Polizeiwache am Hagener Hauptbahnhof gegangen und behauptete, von einer Frau ohne Grund geschlagen worden zu sein. Nach eigenen Aussagen ging die Bundespolizei der Sache direkt nach. Zusammen mit dem Mann liefen die Einsatzkräfte mit ihm zu der Stelle, wo sich der Vorfall abgespielt haben soll.

ProblemSexuelle Belästigung
MaßnahmeVorfall melden / anzeigen
HilfePolizei, Beratungsstellen, Hilfstelefone

Hagen: Alkoholisierter Tatverdächtiger macht fragwürdige Aussage bei der Polizei in NRW

Dort trafen sie auf die mutmaßliche Angreiferin. So hatten die Beamtinnen und Beamten die Möglichkeit, mit der 23-Jährigen aus Hagen zu sprechen und bemerkten, dass die Frau zuvor geweint hatte. Die Bundespolizei beschrieb ihren Zustand als „emotional sehr aufgewühlt“. Die Betroffene sagte gegenüber den Einsatzkräften aus, dass der 33-Jährige sie sexuell belästigt habe, indem er ihr mit der Hand mehrere Male unter ihren Rock an den Po gegrapscht hätte.

Es scheint, als habe der 33-jährige Mann den Vorfall umgedreht und das eigentliche Opfer beschuldigt. Die Polizei in Hagen habe als Zeugen zudem den Begleiter der 23-Jährigen befragt. Dabei kam heraus, dass die Betroffene scheinbar nur eine Abwehrhaltung eingenommen habe, um den alkoholisierten Tatverdächtigen von sich fernzuhalten, ihn aber nicht geschlagen habe.

Hagen Hauptbahnhof: Schon wieder gibt es in NRW ein Opfer von sexueller Belästigung

Wie sich im Rahmen eines freiwilligen Atemalkoholtests herausstellte, war der 33-jährige Tatverdächtige laut Bundespolizei Hagen mit 1,1 Promille alkoholisiert. Nun sollen die Videoaufnahmen des Angriffs ausgewertet werden. Ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Belästigung wurde eingeleitet. Erst vor wenigen Wochen kam es auch in Bochum zu einem Fall sexueller Belästigung in einer U-Bahn (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Meldungen zu sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen sind keine Seltenheit. Betroffene können sich an die Polizei oder an Hilfstelefone vor Ort wenden. Therapeutische Hilfe und Unterstützung bei Fragen zur Anzeigenerstattung, anonymen Spurensicherung, Prozessbegleitung und Opferentschädigung gibt es bei Frauenberatungsstellen in der Nähe. 

Rubriklistenbild: © Fotostand, Gottfried Czepluch/Imago; Collage: RUHR24

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