Noch vor den Sommerferien

Schule in NRW: Präsenzunterricht ab dem 31. Mai – Gebauer nennt entscheidenden Faktor

Immer mehr Schulen in NRW kehren vom Distanz- in den Wechselunterricht zurück. Ab dem 31. Mai sollen die Schüler sogar wieder Präsenzunterricht erhalten.

Update, Mittwoch (19. Mai), 16.02 Uhr: NRW — „Auch in schwierigen Zeiten muss Schule vor allem im Interesse der Zukunft der Schülerinnen und Schüler gestaltet werden“, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Entscheidung der NRW-Regierung am Mittwoch. Als einen „zentralen Baustein für den Gesundheitsschutz“ bezeichnete Gebauer die Corona-Tests an Schulen. Dabei meint sie sowohl die bisherigen Schnell-Tests als auch die sogenannten Lolli-Tests, die es seit Kurzem für Schüler gibt. „Seit dem Frühjahr testen wir mindestens zweimal wöchentlich alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte in Präsenz“, machte sie deutlich.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
BildungsministerinYvonne Gebauer (FDP)
Einwohner17,9 Millionen (Stand: 2019)

Schulen in NRW öffnen schon im Mai: Yvonne Gebauer unterstützt Entscheidung

Auch zur aktuellen Entscheidung, in den Orten von NRW mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 die Schulen wieder zu öffnen, hat sich Yvonne Gebauer geäußert. Die Inzidenzen lägen bei über „der Hälfte der nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte stabil unter 100“, so Gebauer. „Das Leid der Kinder und Jugendlichen, die Entbehrungen durch geschlossene Schulen durch fehlende Begegnungen mit Freundinnen und Freunden und all das daraus resultierende, nämlich die psychischen Belastungen, bleiben weitgehend im Verborgenen“, erklärte die Schulministerin.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist jetzt gefragt, wie es in den letzten Wochen in den Schulen weitergeht.

Diese könne man weder messen noch grafisch darstellen, trotzdem seien die psychischen Belastungen da, so Gebauer. Daher habe sich „die Landesregierung entschieden, die Möglichkeiten für Präsenzunterricht, die durch das Bundesinfektionsschutzgesetz gegeben sind, vollumfänglich im Interesse der Kinder und Jugendlichen und im Interesse der Bildungsgerechtigkeit und der Zukunftschancen [...] auch zu nutzen“.

Öffnung von NRW-Schulen nach Corona-Lockdown: Sieben-Tage-Inzidenz entscheidet

Daraufhin bestätigte Gebauer die schon von Armin Laschet (CDU) verkündeten Öffnungen. „Ab Montag, dem 31. Mai findet daher in allen Schulen aller Schulformen bei einer stabilen Inzidenz unter 100 wieder Präsenzunterricht für unsere Schülerinnen und Schüler statt.“ Dabei sollen aber „die bestehenden und strikten Hygieneregeln“ weiterhin gelten. Die Schulen sollen nun in Mails über weiter Details informiert werden.

Update, Mittwoch (19. Mai), 13.20 Uhr: Wenige Wochen vor dem Beginn der Sommerferien zeichnet sich eine Wende für die Schüler in NRW ab. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte im Landtag in Düsseldorf an, dass alle Schüler bereits ab dem 31. Mai wieder Präsenzunterricht erhalten sollen. Voraussetzung sei eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter dem Wert von 100. Die Regelung gelte für alle Schulformen, so Laschet.

Laschet verkündet Präsenzunterricht in NRW: Rückkehr der Schüler ab dem 31. Mai

Der CDU-Chef betonte, dass Corona besonders für die Jüngeren eine langfristige Gefahr sei, auch in psychosozialer Hinsicht. Nach gut einem Jahr mit stark eingeschränkten sozialen Kontakten brauche es unbedingt wieder eine Rückkehr in die Schulen. „Soziale Kontakte kann kein Bildschirm ersetzen, und deshalb ist der Präsenzunterricht so wichtig.“ Über genaue Details werde Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) noch informieren.

Weiter erklärte Laschet, dass die Schüler noch vor den Sommerferien Impfangebote erreichen sollen. Länder, die zuerst in die Ferien gingen, müssten auch zuerst mit Impfstoff für junge Menschen beliefert werden, sagte er. Ziel sei, möglichst viele Kinder noch vor den Sommerferien zu impfen, damit danach noch mehr Sicherheit in den Schulen möglich sei.

Corona-Impfungen in NRW: Schüler sollen vor dem Sommerferien Impfangebot bekommen

Auch für die Präsenz in Ausbildung und Studium im Herbst müsse über den Sommer die Impfung aller impfwilligen Jugendlichen sichergestellt werden. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft derzeit die Zulassung des Impfstoffs von Biontech für junge Menschen ab 12 Jahren.

Erstmeldung, Dienstag (18. Mai), 18 Uhr: Der tägliche Blick auf die Corona-Karte macht Hoffnung. Die Inzidenz-Werte sinken. Inzwischen liegen nur noch 15 Kreise und Städte in NRW über der 100er Marke. Viele kratzen sie bereits. Dadurch kommt jetzt auch buchstäblich wieder mehr Bewegung in die Schulen.

Corona in NRW: Schulen dürfen schrittweise öffnen – Normalität schon bald in Sicht?

Aufgrund der Corona-Notbremse war in den vergangenen Monaten die Schule das eigene Zuhause. Homeschooling statt Präsenzunterricht hieß die Devise. Doch für viele Schüler in NRW geht es so langsam wieder zurück in die Klassenräume – zumindest im Wechselunterricht.

Denn sobald die 7-Tage-Inzidenz stabil, also fünf Tage in Folge unter 165 sinkt, kann Wechselunterricht wieder stattfinden. Die Corona-Notbremse an Schulen greift dann nicht mehr.

NRW: Mehr Schulen öffnen im Wechselunterricht – Corona-Notbremse greift nicht mehr

Seit Wochenbeginn gibt es nur noch in zehn Städten und Kreisen in NRW Distanzunterricht. So kehrten am Montag (17. Mai) auch Herne, Remscheid, Köln und Dortmund wieder zum Wechselunterricht zurück.

Normalität an Schulen sieht dennoch anders aus. Aber wann soll wieder normaler Unterricht möglich sein? Theoretisch sei das schon bei einer Inzidenz unter 100 möglich, da der Bund unter diesem Wert zumindest keine Regeln mehr vorschreibt. Länder können selbstständig entscheiden, Wechselunterricht ist keine Pflicht mehr.

Corona an Schulen in NRW: Maske und Tests gehören zum Alltag – bald wäre Präsenzunterricht möglich

Wobei auch bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 100 weiterhin allgemeine Regeln gelten. Dazu zählt die Masken- und Testpflicht. Zweimal in der Woche sollen NRW-Schüler auf Corona getestet werden – unter anderem mit Lolli-Tests.

Aktuell (Stand 17. Mai) wäre allgemeiner Präsenzunterricht in 22 Kreisen und Städten in NRW möglich. Tendenz steigend. Die Umsetzung dessen fordert auch die SPD. Dem WDR sagte Fraktionschef Thomas Kutschaty: „Wenn wir jetzt regelmäßig die Kinder testen können, dann können wir es wieder verantworten, bei sinkenden Inzidenzwerten alle Kinder in die Schule zu holen.“

Corona-Regeln an Schulen: NRW-Regierung plant Schritte zum Präsenzunterricht

Es wäre ein Wagnis, schließlich dauert das Schuljahr nur noch sieben Wochen. Ob NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Schritt angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie geht, bleibt vorerst fraglich (weitere News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).

Pläne, um den Präsenzunterricht an Schulen wieder zu ermöglichen, werden jedenfalls geschmiedet. Aus dem Schulministerium hieß es am Montag: „Eine Entscheidung, ob und wann auf Grundlage des Bundesinfektionsschutzgesetzes wieder vollständiger Präsenzunterricht in Nordrhein-Westfalen stattfinden kann, wird innerhalb der Landesregierung derzeit vorbereitet“, berichtet die dpa.

Sinkende Corona-Inzidenz in NRW: Land NRW will Präsenzunterricht an Schulen ermöglichen

„Selbstverständlich“ sei für die NRW-Landesregierung klar, „dass bei sinkenden Infektionszahlen auch wieder mehr Unterricht in Präsenz ermöglicht wird.“ Die Planungen würden noch für das aktuelle Schuljahr laufen und es werde zeitnah mit den Verbänden gesprochen.

Vor zu frühen Lockerungen der Corona-Regeln an Schulen warnen allerdings viele Eltern, die ein langsameres Vorgehen fordern. Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sei der Inzidenz-Wert von 165 aus der Luft gegriffen. Die Meinung, erste Lockerungen sollten erst unter 100 erfolgen, vertrat die Gewerkschaft Ende April.

Maike Finnern, NRW-Vorsitzende der GEW, warnte beim WDR auch vor einer einheitlichen Lösung, wie sie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann anstrebt. Es müsse je nach Infektionslage „individuell“ entschieden werden. Die Unterschiede in den Kommunen seien noch zu groß. Auch betonte sie, dass Planungssicherheit für die letzten Wochen des Schuljahres wichtig sei. 

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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