Erneute Ermittlungen

Schülerin aus NRW stirbt auf Klassenfahrt nach London – Lehrer beschuldigt

Den traumhaften Blick über London können in diesem Sommer wohl nur wenige genießen. Mehrere Faktoren erschweren den Urlaub in England.
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Bei einer Klassenfahrt nach London ist eine Schülerin aus NRW gestorben.

Nachdem eine Schülerin aus NRW bei einer Klassenfahrt in London gestorben ist, wird der Fall nun vor Gericht neu aufgerollt.

Mönchengladbach / London – Wer ist verantwortlich für den Tod einer Schülerin aus Mönchengladbach? Die damals 13-Jährige war 2019 während einer Klassenfahrt nach London gestorben. Sie war Typ-1-Diabetikerin.

NRW: Mädchen (13) stirbt auf Klassenfahrt in London – Ermittlungen wieder aufgenommen

Im März 2020 stellte die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach die Ermittlungen ein, weil es zunächst keine Hinweise dafür gegeben hatte, dass der Tod hätte verhindert werden können. Der Vater des Mädchens legte Beschwerde ein. Jetzt wird wieder ermittelt. Neue Zeugen müssen gehört werden.

Im Fokus der Ermittlungen stehen vier Lehrer, die an der Klassenfahrt teilgenommen hatten. Gegen sie wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Der Vorwurf: Die Lehrer sollen bei der Fahrt im Sommer 2019 zu spät auf Beschwerden des Mädchens reagiert haben. Der Anwalt des Vaters des Mädchens gibt gegenüber der Bild-Zeitung an, die Schule hätte von der Erkrankung des Mädchens gewusst.

NRW-Staatsanwaltschaft ermittelt wieder wegen Tod einer Schülerin aus NRW

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte bei ihren ersten Ermittlungen unter anderem ein ärztliches Gutachten eingeholt, Zeugen vernommen und Handys ausgewertet. Auch die beschuldigten Lehrkräfte hätten bei den Ermittlungen „rechtliches Gehör“ bekommen, sagte die Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Familie des toten Mädchens beschuldigt die Lehrer indes, sich vor Antritt der Klassenfahrt nicht richtig über gesundheitliche Besonderheiten der mehr als 70 Schüler informiert und bei den ersten in London auftretenden Krankheitssymptomen entsprechend rechtzeitig gehandelt zu haben. Wäre das geschehen, so der Vorwurf gegenüber den Lehrern, hätte der Tod der 13-Jährigen verhindert werden können. mit dpa-Material