Schneeschmelze offenbart Schäden

Schlaglöcher auf den Straßen in NRW: Wie der Schnee den Asphalt zerstört hat

Nach strengem Frost und ordentlich Schnee in weiten Teilen von NRW sind die Straßen nun wieder frei. Doch voran kommen viele Autofahrer trotzdem nur langsam: Warum jetzt der Asphalt bröckelt.

NRW – Am ersten Sonntag im Februar (7. Februar) ging es los: In der Nacht hatte vielerorts Eisregen eingesetzt, Schnee und eisige Temperaturen weit unter null Grad folgten. Die ganze folgende Woche blieb es in NRW klirrend kalt, auf den Straßen lag Schnee. Doch dann wurde geräumt und gestreut – und letztendlich begann der Schnee Anfang der Woche (Montag, 15. Februar) wieder zu schmelzen. Und offenbarte das Deseaster: Straßen voller Schlaglöcher und kaputtem Asphalt. Trägt der Frost die Schuld?

LandesbetriebStraßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW)
AufgabePlanung, Bau und Betrieb des überörtlichen Straßennetzes
MinisteriumMinisterium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Schlaglöcher auf den Straßen in NRW: Frost sorgt für holprige Straßen

Tatsächlich ist gefrierendes Wasser auf der Fahrbahn ein großes Problem und sorgt nach fast jedem strengeren Winter für holprige Straßen. Ein weiterer Faktor wirkt wie ein Verstärker bei dem Problem: das Streusalz. Doch warum zerstört der Frost überhaupt die Fahrbahn?

In Dortmund machten sich bereits am Donnerstag (11. Februar) Straßenarbeiter daran, die heftigsten Schlaglöcher auf den wichtigsten Straßen der Stadt zu verfüllen. Doch nicht nur in Dortmund. Auch in Düsseldorf, Bottrop und vielen anderen Städten in NRW läuft aktuell der Kampf gegen die Frostschäden. In Dortmund rückte das Tiefbauamt mit Kaltasphalt an, um die Straßenschäden auszubessern. 72 Eimer Kaltasphalt brauchten die Straßenarbeiter nach Angaben der Stadt, um zumindest die B1 in Dortmund wieder gefahrlos befahrbar zu machen.

Doch die Stadt ist sich bewusst: Der Kaltsphalt kann nur eine schnell umzusetzende Übergangslösung sein. Die Flicken seien „nicht mehr als ein Pflaster“. Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes Dortmund erklärt: Erst wenn die Witterung es zulässt, können die Schlaglöcher mit Heißasphalt dauerhaft ausgebessert werden. Bis dahin heißt es: Immer und immer wieder Flickschustern. Denn lange hält der Kaltasphalt nicht.

NRW: Straßen in den Städten vom Tiefbauamt geflickt

Doch nach den klirrend kalten Tagen im Februar, war es dringend nötig, die bröckeligen Straßen zumindest etwas auszubessern. Denn mit der Schneeschmelze zeigte sich: Der Asphalt hat unter dem Kälteeinbruch gelitten. Verantwortlich dafür ist ein einfacher physikalischer Effekt. Allerdings erklärt eine Sprecherin von Straßen.NRW: „Nicht der Winter an sich ist schuld. Erst wenn schon Schäden in den Straßen da sind, kann der Frost der Straße richtig zusetzen.“

Denn friert Wasser zu Eis, dehnt es sich aus. Dringt Wasser durch kleinere Risse in den Asphalt ein, kann es seine zerstörerische Wirkung voll entfalten. Zuerst sammelt es sich unter der Fahrbahndecke. Friert es dann bei Minusgraden wie im Februar zu Eis, bilden sich durch die Ausdehnung zunächst neue Risse, erklärt Uehlendahl.

Schmilzt das Eis dann wieder, entstehen mit Wasser gefüllte, brüchige Hohlräume, die durch darüber fahrenden Fahrzeuge einbrechen – es entsteht ein Loch. Fahren dann immer und immer wieder neue Fahrzeuge über die beschädigte Stelle, wird das Loch nach und nach größer. Es entsteht ein Schlagloch.

Straßen in NRW: Schäden nicht schlimmer als in vergangenen Jahren

Immerhin scheint es in diesem Jahr bisher trotz der niedrigen Temperaturen nicht schlimmer um die Straßen zu stehen, als nach den letzten Wintern. Zwar werden die Straßen derzeit noch nach Schäden abgesucht, doch bisher sei der Eindruck laut der Sprecherin von Straßen.NRW eher der, dass es „nicht schlimmer sei als im letzten Winter.“ Allerdings liege mancherorts noch Schnee. Dort laufen noch keine Ausbesserungsarbeiten. Und einzelne Stellen, die sehr schlimm aussähen, gebe es natürlich auch (mehr News aus NRW auf RUHR24.de).

Glatte Straßen und Wege im Winter: Streusalz kann dem Fahrbelag schaden

Dabei sind es ausgerechnet die Städte, die nun vor der Aufgabe stehen, die kaputten Straßen schnellstmöglich zu reparieren, die zu der Zerstörung der Asphaltdecke im Winter mit beitragen – allerdings aus Gründen der Sicherheit. Denn auch das Streusalz, das bei glatten Straßen und Wegen zum Einsatz kommt, schadet dem Fahrbahnbelag. In einem Beitrag des Wissensmagazins Quarks wird erklärt, wie und warum das Salz die Straßen in Mitleidenschaft zieht.

Durch regelmäßiges Streuen kommt es zu einem ständigen Wechsel zwischen Auftauen und erneutem Gefrieren des Wassers auf den Straßen. Denn durch das Streusalz schmelzen Eis und Schnee selbst bei durchgehend niedrigen Temperaturen. Das Schmelzwasser dringt dann wie oben beschrieben in die Risse der Straße ein und sprengt diese beim erneuten Einfrieren regelrecht. Je häufiger dieser Wechsel zwischen Auftauen und Frost stattfindet, desto größer sind die Schäden auf den Straßen.

Für den privaten Gebrauch ist die Verwendung von Streusalz übrigens verboten. Wer mit Salz streut, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth

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