Aber auch gute Nachrichten

NRW-Wälder sind in Horror-Zustand: Eine Drohne soll aufforsten

Wie sieht der Wald der Zukunft in NRW aus? Eine Drohne soll helfen, den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten.

NRW – Tausende Hektar kahle Fläche, gefällte Bäume und totes Holz. Der Zustand des Waldes in NRW ist alarmierend. In Nordrhein-Westfalen stehen auf 115.000 Hektar derzeit keine Bäume. Der Wald leidet enorm unter dem Klimawandel und nach und nach verschwindet ein Sehnsuchts- und Rückzugsort für Tiere und Menschen. Das Land NRW will nun gegensteuern.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
ThemaZustand des Waldes

Wälder in NRW leiden unter dem Klimawandel – Bäume im Ruhrgebiet erholen sich

Der Klimawandel sorgt dafür, dass Böden austrocknen, wenig Wasser nachkommt und Bäume infolgedessen sterben. Durch den Mangel an Wasser werden die Pflanzen auch anfälliger für Schädlinge – der Borkenkäfer ist der bekannteste unter ihnen. Etwa die Hälfte des Fichtenbestandes wurde durch den Borkenkäfer und Trockenheit zerstört, teilt das Landesamt für Natur und Umwelt (Lanuv) mit.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: So habe sich der Waldboden – insbesondere im Ruhrgebiet – in den letzten Jahren deutlich erholt. Das habe mit dem Rückgang der Schwerindustrie zu tun. Schwermetalle seien zwar nicht komplett verschwunden, aber tiefer in den Boden gesackt, schreibt der WDR.

Trotzdem: Die Folgen des Klimawandels sind in NRW jetzt schon zu spüren. „Wir müssen festhalten, dass das Ökosystem Wald neue Herausforderungen zu bewältigen hat“, so Lanuv-Präsident Thomas Delschen.

Drohne soll Wälder in NRW wieder aufforsten – Klimawandel ist keine Eintagsfliege

Und diese Herausforderungen will das Land NRW mit einer ganzen Stange Geld unterstützen und fördern. Über 45 Millionen Euro umfassen die forstlichen Förderprogramme für Nordrhein-Westfalen alleine in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr wurden Fördermitteln in Höhe von 66,6 Millionen Euro bewilligt.

Waldbesitzer sollen nach Angaben des Landes noch gezielter unterstützt werden, damit Waldflächen zeitnah und zukunftsgerecht wieder aufgeforstet werden können.

Zukunftsgerecht bedeutet klimafit, denn: Der Klimawandel ist keine Eintagsfliege. Um die Wälder zielgerichtet klimafit zu machen, ist eine Mischung aus natürlicher Wiederbewaldung und zielgerichteten Pflanzungen derzeit für viele Flächen der beste Weg, heißt es weiter.

Aktuell gibt es in Deutschland mehr Nadelbäume als Laubbäume. Das war nicht immer so.

Drohne soll Wälder klimafit machen – Wald soll vielfältiger werden

Wie sieht also der Wald der Zukunft aus? Vielfältig soll er sein. Verschiedene Baumarten, mehrstufiger Aufbau, mehrere Baumgenerationen auf einer Fläche. Laut Angaben des Nabu ist Deutschland von Natur aus ein Land der Laubwälder, insbesondere der Buche. Aber: Die häufigste Baumart im Land ist nach wie vor die Fichte. Warum ist das so?

Der Holzhunger der Menschen musste gestillt werden. Fichten wachsen schnell und liefern somit schnell und zuverlässig Holz. Laubwälder wurden abgeforstet und mit Nadelbäumen wieder aufgeforstet. Heute liegt der Laubbaumanteil bei rund 40 Prozent.

Damit die Wälder wieder gut durchmischt werden, soll eine Drohne den Wald in NRW zukunftssicher machen. Die Daten aus den Flugbildern der Drohne sollen dabei helfen, die optimalen Stellen für die Saat zu bestimmen. In einem nächsten Schritt soll die Ausbringung von Saatgut mit Drohnen ermöglicht werden. Ziel ist es, mit hochauflösenden Drohnen-Bildern automatisiert optimale Saatstellen zu definieren.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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