Historisches Relikt

NRW: Ruhrpott-Speisekarte zeigt kuriose Gerichte – dann bricht der Weltkrieg aus

Alte Speisekarte von 1939 vom Parkhotel Haus Rechen
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Bochum präsentiert eine historische Speisekarte aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Das Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte präsentiert eine Speisekarte aus dem Jahr 1939.

Bochum – Jeden Monat wird im „Schaufenster Stadtgeschichte“ ein historisches Dokument oder Objekt aus der Stadt Bochum ausgestellt. Das Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte präsentiert dabei Relikte aus den Beständen des Stadtarchivs. Im März 2022 ist im Schaufenster eine ganz besondere Rarität aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu betrachten.

NRW: Bochum stellt historische Relikte der Stadt aus – alte Speisekarte enthält kurioses Gericht

Diesen Monat präsentiert das Zentrum für Stadtgeschichte im Schaufenster eine alte Speisekarte aus dem Jahr 1939. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Speisekarte im Parkhotel Haus Rechen eingesetzt. Das Hotel zeichnete sich laut Bochumer Stadtarchiv insbesondere aufgrund der gehobenen Küche und der luxuriösen Ausstattung aus. Es zählte zu den besten Hotels im Ruhrgebiet und umfasste viele eindrucksvolle Räumlichkeiten für Mahlzeiten der Gäste.

Auf der ausgestellten Speisekarte sind zahlreiche Gerichte aus der Vergangenheit zu sehen. Einige sind bis heute noch sehr beliebt wie ein Wiener Schnitzel oder Crêpes Suzette. Die Preise sind zudem noch in Reichsmark angegeben. Doch die Karte enthält mit „Geflügelgalantine mit Cumberlandtunke, Schinkentüten gefüllt mit Gänselebermus oder Kalbskopf Schildkröten-Art“ auch ein kurioses Gericht.

NRW: Bochumer Stadtarchiv stellt alte Speisekarte aus – Hotel hat den Krieg nicht überstanden

Die Speisekarte ist mit dem Datum 20. August 1939 versehen. Nur zwei Wochen später begann der Zweite Weltkrieg. Das Parkhotel Haus Rechen hat den Krieg nach Angaben des Zentrums für Stadtgeschichte nicht überstanden. Bei einem Luftangriff soll das Gebäude so stark beschädigt worden sein, dass es abgerissen werden musste. Heute steht das Gebäude des Finanzamts Bochum-Süd auf dem Grundstück.

Die Ausstellung im Bochumer „Schaufenster Stadtgeschichte“ soll „einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören“ geben. Interessierte können sich jeden Monat auf ein neues Ausstellungsstück freuen.

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