Spektakuläre Neubauten

XXL-Bauprojekte im Ruhrgebiet: Region überholt andere Städte in Deutschland

Aus dem Ruhrgebiet ist eine boomende Metropole geworden. In München präsentiert das Revier 14 Großprojekte der Immobilienbranche – und stellt damit alte Metropolen in den Schatten.

Dortmund – Kohle und Stahl haben das Ruhrgebiet einst geprägt. Doch die Zeiten, in denen rauchende Schornsteine und verrußte Kohlekumpel dem Revier ein Gesicht gaben, sind vorbei: Längst werden im Ruhrgebiet mehr neue, prestigeträchtige Bürogebäude gebaut, als in anderen deutschen Metropolen. Wie RUHR24* weiß, bieten auch Bochum oder Dortmund prominente Beispiele, mit denen sich das Revier schmücken kann.

RuhrgebietBallungsraum im Westen Deutschlands
Fläche4.438,69 Quadratkilometer
Einwohner5,1 Mio. (2019)

Boom im Ruhrgebiet: Städte wie Bochum und Dortmund punkten mit modernen Quartieren

Es sind Quartiere wie das Dortmunder Stiftsquartier am Phoenix See, der Office Campus 51°7 in Bochum oder auch der Königshof City Dock in Essen, welche das Ruhrgebiet in neuem Glanz erstrahlen lassen. Und so präsentiert sich das Revier auf Europas größte Immobilienmesse in München ab dem 11. Oktober selbstbewusst unter dem Slogan: „Wenn, dann hier“.

Auf der Immobilienmesse ist das Ruhrgebiet mit 12 Kommunen und 80 Standpartnern vertreten, berichtet die Bild. Mit 14 Großprojekten wirbt die Region auf der Messe für sich selbst. Einer der Aussteller ist die Business Metropole Ruhr GmbH. Geschäftsführerin Prof. Julia Frohne weiß: „Das Ruhrgebiet von heute ermöglicht modernes Arbeiten und Wohnen an immer neuen Orten.“

Die Dynamik, mit der sich das Ruhrgebiet aktuell entwickelt, ist dabei rasant: In diesem Jahr, so geht es aus einer Pressemitteilung der GmbH hervor, wurden in der Metropole Ruhr mehr Bürofläche geschaffen, als in sechs der sieben deutschen A-Städte.

Ruhrgebiet: Metropolregion hat wichtige Städte in Deutschland abgehängt

Städte wie München oder Hamburg hat das Ruhrgebiet in dieser Hinsicht also bereits abgehängt. Nur in Berlin wird aktuell noch mehr gebaut. Julia Frohne ist sich sicher: „Die richtige Zeit zum Investieren in das Ruhrgebiet ist jetzt.“

Sichtbar wird die Dynamik an Standorten wie dem ehemaligen Opel-Werk in Bochum. Auf dem knapp 70 Hektar großen Areal entsteht unter dem Namen Mark 51°7 ein Quartier, in dem Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in engem Kontakt zur Wirtschaft stehen sollen. Ein Standort, der Start-ups und Ideenschmieden gleichermaßen anlocken soll, wie etablierte und  technologieorientierte Unternehmen.

Der Phoenix See in Dortmund gehört zu den Prestigeprojekten der Stadt.

Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum, zeigt sich entsprechend selbstbewusst: „Bochum ist die Ermöglicherstadt im Ruhrgebiet.“ Doch nicht nur Bochum schreitet mit großen Schritten voran. Auch in anderen Städten wie Duisburg, Essen oder Dortmund* entstehen reihenweise spektakuläre Neubauten.

Boom im Ruhrgebiet: Phoenix See in Dortmund gehört zu den Vorzeigeprojekten

In Dortmund ist es die Umgestaltung der Areale am Phoenix See*, welche Wohnen und Arbeiten zukunftsweisend miteinander verbinden sollen. Moderne Büros, Einzelhandel, schicker Wohnraum – besonders das Stiftsquartier könnte zum Vorzeigeprojekt der Stadt werden.

Bis 2023 sollen hier 7000 m² Büroflächen, 60 Wohnungen und Einzelhandelsflächen im Stil einer Markthalle entstehen. Das Quartier ist eines der Vorzeige-Bauprojekte, welches die Business Metropole Ruhr laut Bild auf der Immobilienmesse in München präsentieren will.

Abgehängt: Innenstädten im Ruhrgebiet steht Strukturwandel bevor

Doch bei allem Selbstbewusstsein, trotz des Booms im Ruhrgebiet, sind sich die Städte auch ihrer Problemzonen bewusst: Denn inzwischen steht der Einzelhandel in den Innenstädten vor einem Strukturwandel, wie in die Kohle- und Stahlindustrie bereits durchgemacht hat. Die Corona-Pandemie beschleunigte diesen Prozess immens.

Und so stehen Innenstädte wie beispielsweise in Dortmund vor großen Herausforderungen. Künftig könne nicht mehr nur der Einzelhandel der Taktgeber für die City sei, war sich der Dortmunder OB Thomas Westphal bereits im Sommer dieses Jahres sicher. Ideen, wie die Dortmunder Innenstadt gerettet werden kann*, soll eine neu ins Leben gerufene City-Runde liefern.

Auch vonseiten der Business Metropole Ruhr ist man sich im Klaren: Corona hat den Druck auf den Einzelhandel verstärkt. Durchschnittsmieten für 1a-Lagen im Einzelhandel (Innenstädte) sanken laut einer Analyse des Gewerbeimmobilienmarkts um 5,5 Prozent. Die Umwidmung ehemaliger Gewerbe- und Produktionsflächen bietet ebenfalls viele neue Perspektiven. Perspektiven, die dringend gebraucht werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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