Teure Fotos im Revier

Blitzer-Alarm im Ruhrgebiet: Eine Stadt ist für Autofahrer besonders tückisch

Die Gefahr, in den großen Ruhrgebietsstädten geblitzt zu werden, ist relativ gering. Vor allem in einer Stadt im Herzen von NRW stehen besonders wenige Radarfallen.

Dortmund - Ist das Ruhrgebiet ein Schlaraffenland für PS-Protzer und Raser? Zumindest stehen in den großen Ruhrgebietsstädten vergleichsweise wenig Blitzer. Das zeigt eine Analyse einer Anwaltskanzlei, die BILD-Online veröffentlichte. In den 40 größten Städten Deutschlands sind laut Bericht durchschnittlich 11,8 feste, mobile und teilstationäre Radarfallen pro Tag und 1000 Hektar Straßenfläche im Einsatz.

NameRuhrgebiet
Bevölkerung5.112.050
Fläche4.435 km²

Blitzer im Ruhrgebiet: Nur in Gelsenkirchen stehen viele Radarfallen

Im Ruhrgebiet stehen weniger Blitzer als im Bundesdurchschnitt. Lediglich Gelsenkirchen liegt mit 12,5 Radarkontrollen über dem Mittel. Am wenigsten Sorgen müssen sich Autofahrer in Duisburg machen. Dort stehen im Schnitt 3,1 Messanlagen an den Straßenrändern. In Dortmund sind laut der Analyse der Kanzlei 6,8 Blitzer tagtäglich im Einsatz (Hier mehr News zum Thema Unfall und Verkehr in NRW bei RUHR24 lesen.)

Im Ruhrgebiet stehen laut einem Bericht unterdurchschnittlich viele Blitzer.

Blitzer im Ruhrgebiet: NRW-Städte wollen Raser zur Kasse bitten

Die meisten Blitzer in NRW stehen übrigens am Rande des Ruhrgebiets, im Wuppertal, also im Bergischen Land. Dort sind laut Bericht 34 Anlagen pro Tag und 1000 Hektar Straßenfläche im Einsatz. Währenddessen will der Städte- und Gemeindebund NRW, dass auch kleinere Städte und Kommunen eigenständig Blitzer aufstellen dürfen. Das berichtet der WDR.

Bisher ist es nämlich so, dass nur Polizei, kreisfreie Städte, Kreise und kreisangehörige Kommunen mit mehr als 56.000 Einwohnern Radarfallen aufstellen dürfen. Kleinere Städte müssten also vorher bei der Kreisverwaltung um Maßnahmen gegen Raser bitten.

Blitzer: Kleine NRW-Städte wollen Raser stärker kontrollieren

Das will der Städte- und Gemeindebund ändern. Die kleineren Städte müssten passgenauer und schneller reagieren, sagt Hauptgeschäftsführer Christof Sommer gegenüber der Rheinischen Post. Auch die Bürgerinnen und Bürger würden stärkere Kontrollen wünschen.

Der Städte und Gemeindebund betont in dem Bericht, dass es nicht darum gehe, die Haushaltskassen mit dem Geld von Rasern zu füllen, sondern dass die Verkehrssicherheit im Mittelpunkt stehe. Erst kürzlich hat ein Raser am Borsigplatz in Dortmund einen schweren Unfall mit 30.000 Euro Schaden verursacht.

Raser auf dem Wall in Dortmund.

Blitzer: Mehr Radarfallen in NRW benötigt Gesetzesänderung

Die Politik reagiert auf den Vorschlag gespalten. Während die Grünen im Landtag den Vorschlag begrüßen, ist man auf Seiten der SPD skeptisch. Auch dort befürchte man eine Aufbesserung der Haushaltskassen der kleineren Kommunen. Eine Gesetzesänderung ist nötig, damit Raser auch in den kleinen Städten und Dörfern öfter geblitzt werden können.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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