Petition gestartet

Hund von Frau aus NRW stirbt nach Todesbiss: „Er ist keine Sache“

Ihr Liebling ist tot. Doch juristisch gesehen verlor die Besitzerin nur eine „Sache“.

Lüdenscheid – Den Tod ihres Mini-Yorkshire-Terriers Diego hat Chrisanthi Kechagia noch lange nicht überwunden. Ihr geliebtes Haustier verlor durch den Angriff eines Rottweilers sein Leben. Nun hat sie große Angst, mit ihrem neuen Schützling auf die Straße zu gehen. Sie macht sich immer noch die Vorwürfe, ihren geliebten Diego nicht genug beschützt zu haben.

„Diego ist keine Sache“

Wie come-on.de berichtet, attackierte der große Hund den Terrier kurz vor Weihnachten mitten in einem Kaufhaus. Der kleine Hund überlebte das nicht. Furchtbar genug. Doch was Kechagia am meisten verärgert ist, dass sich der Hundehalter bis heute nicht gemeldet hat. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige! Und das, obwohl er genau wissen müsste, was sein Rottweiler angerichtet hat, so Kechagia. Sie ist überzeugt, dass „so jemand“ niemals Hunde halten dürfe.

Doch noch etwas anderes verstört sie zutiefst. Denn juristisch gesehen verlor sie kein geliebtes Haustier, sondern lediglich einen Gegenstand. „Mein Hund ist nicht mehr da, aber man redet darüber, als habe ich mein Auto verloren, das nun ersetzt werden muss.“

Juristisch gesehen gehe es nicht um emotionale Werte, sondern um den Sachwert des verstorbenen Hundes. Dieser wird laut come-on.de berechnet, indem Faktoren, wie Alter, Zustand und Krankheiten betrachtet werden. Wie bei einem kaputten Auto. Eine Zumutung für das trauernde Frauchen. Und genau dieser Punkt, dass ein Hund mit einem Gegenstand gleichgesetzt wird, brachte sie auf eine Idee: Chrisanthi Kechagia startete eine Petition.

Hundehalterin startet eine Petition „Haustiere sind keine Gegenstände“

Mit ihrer Petition im Bundestag möchte sie erreichen, dass Haustiere vor dem Gesetz als Lebewesen anerkannt und nicht mehr nur als Sachgegenstand betrachtet werden.

„Ich bin in Tierheime gegangen und habe gefragt: Was kann ich machen, damit sich etwas ändert?“, erzählt sie. Am Ende soll ihr laut wa.de Andreas Stach, Fraktionsvorsitzender der Grünen, den Tipp gegeben haben. Einen Monat habe es gedauert, bis die Petition online war. Seit Donnerstag (17. Februar) läuft sie nun.

Nun muss sie bis zum 10. März 50.000 Unterschriften sammeln und hofft auf viele Unterstützende. Die Petition kann im Petitionsforum des Deutschen Bundestages unterzeichnet werden. Kechagia verweist auf Regelungen in Spanien und Portugal, wo Hunde bereits als Mitglieder der Familie angesehen werden und nicht als Sachgegenstände.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Panthermedia, IMAGO / agefotostock; Collage RUHR24