Fatale Beobachtungen

Baden in Rhein und Ruhr – Experte ist nach Unfällen fassungslos über Verhalten

Mehrere tödliche Badeunfälle überschatten bislang den Sommer in NRW. Baden in Flüssen wie Rhein und Ruhr ist gefährlich – das Verhalten einiger Menschen macht Experten fassungslos.

Duisburg – Der Sommer hat NRW fest im Griff. Die Menschen suchen Abkühlung. Häufig in Gewässern wie Freibädern oder Seen. Das ist gut. Problematisch wird das Schwimmen in Flüssen wie Rhein und Ruhr.

BundeslandNRW
FlussRhein
Länge1.230 Kilometer

NRW: Baden in Rhein und Ruhr – DLRG-Experte fassungslos über manche Besucher am Fluss

Das ist einerseits an zahlreichen Stellen verboten und andererseits auch sehr gefährlich. Das hat erst jüngst der Badeunfall am Rhein bei Duisburg gezeigt, bei dem drei junge Mädchen (17, 14 und 13) zunächst vermisst gemeldet wurden.

Für ein Mädchen (17), das gefunden und dann ins Krankenhaus geliefert wurde, kam jede Hilfe zu spät. Für die beiden anderen noch nicht gefundenen Mädchen schwindet die Hoffnung von Minute zu Minute.

NRW: Baden in Rhein und Ruhr – bei einigen Gruppen hilft nur verbesserte Aufklärungsarbeit

Aus Sicht von Martin Flasbarth, Vorsitzender der DLRG Duisburg, der mit der WAZ sprach, gibt es unterschiedliche Gruppen, die am Rhein baden gehen. Die Unwissenden, die Unbelehrbaren und diejenigen, die bewusst ein Risiko eingehen.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund, so der DLRG-Vorsitzende, kennen einfach die Regeln nicht. Sie sehen den weichen, weißen Sand und gehen bedenkenlos schwimmen. Man müsse die Menschen erreichen und informieren. Sind Sprachbarrieren das Problem? Möglicherweise, vermutet auch die Polizei.

Am Rhein bei Duisburg hat es einen fatalen Badeunfall gegeben.

Doch auch vermeintlich einkommensschwächere und bildungsfernere Familien gehören zu der Gefahrengruppe. Kleine Kinder, so Martin Flasbarth, planschen im Wasser, während der Vater grille und die Mutter im Handy vertieft sei. Sowas mache fassungslos.

NRW: Baden in Rhein und Ruhr – was sind die größten Gefahren?

Die Experten, darunter auch Vertreter der Feuerwehr und Polizei, vergleichen laut WAZ den Rhein als Schifffahrtsstraße mit einer Autobahn. Und auf einer Autobahn würde man seine Kinder auch nicht spielen lassen. Letztendlich gebe es auch noch die Menschen, besonders junge, männliche Erwachsene, die das Risiko bewusst eingehen

Doch was sind die größten Gefahren beim Baden im Rhein?

  • Auf dem Rhein fahren viele Schiffe – stromaufwärtsfahrende Schiffe saugen das Wasser an, sodass es an Ufernähe verschwindet und Menschen mit sich ziehen kann.
  • Die Strömung im Rhein ist so stark, dass man bis zu zwei Kilometer beim Durchschwimmen abtreiben würde.
  • Zwischen den Buhnen (Holzpfeiler im Wasser) entstehen kleine Strudel, die zunächst schwer zu erkennen sind und plötzlich tiefe Stellen im Wasser kreieren und Menschen herunterziehen können.

Auch an der Ruhr, obwohl es sich bei diesem Fluss nicht um eine Schifffahrtsstraße handelt, ist das Schwimmen sehr gefährlich. Die DLRG warnt immer wieder davor. Auch dort können Strömungen auftreten.

Zudem gibt es dort ein anderes Problem – Jugendliche und junge Erwachsene nutzen Brücken, um ins Wasser zu springen. Das kann, genau wie an den Kanälen im Ruhrgebiet, sehr gefährlich sein.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa