Regeln in der Pandemie

Zuckerfest in NRW läuft: Ausnahmen trotz Corona – Regeln für Muslime im Überblick

Das Zuckerfest 2021 wird für Tausende Muslime in NRW wegen Corona anders als gewohnt. Doch es gibt Ausnahmen von den harten Regeln.

Dortmund – Rund eine Million Muslime leben in NRW und beenden am 12. Mai den Ramadan mit dem dreitägigen Zuckerfest. In normalen Zeiten nutzen viele Muslime dann die Festtage zu Besuchen in der engen und erweiterten Familie. In diesem Jahr ist aber alles anders – klar, wegen Corona. Doch es gibt dennoch mehrere Möglichkeiten, trotzdem zu feiern.

AnlassZuckerfest (türk. şeker bayramı)
ArtFest des Fastenbrechens
Termin in 202112. bis 15. Mai

NRW: Zuckerfest läutet Ende des Ramadan ein – Muslime leiden unter Corona-Regeln

Entscheidend bei allen Corona-Maßnahmen ist derzeit, welche Inzidenz in der entsprechenden NRW-Stadt oder dem Kreis herrscht. Überschreitet der Wert an drei Tagen in Folge die Zahl von 100, darf sich privat nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Ein großes Zuckerfest innerhalb der Familie wäre für Muslime in NRW also in sehr vielen Städten nicht möglich.

Am Montag (10. Mai) hatten nur folgende Städte und Kreise eine 7-Tage-Inzidenz unter 100:

  • Borken
  • Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Warendorf
  • Viersen
  • Wesel
  • Mülheim
  • Kleve
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Siegen-Wittgenstein
  • Höxter
  • Soest
  • Coesfeld
  • Münster

In Städten mit einer Inzidenz unter 100 herrschen aber weiterhin Kontaktbeschränkungen – höchstens fünf Personen aus zwei Hausstände dürfen zusammen kommen. Zudem können die Städte selbst eigene Verordnungen erlassen, die strenger als die Landes- und Bundesregeln sind.

Zuckerfest in NRW: Ausnahmen für Corona-Geimpfte und Genesene

Doch seit dem 9. Mai gibt es von diesen Regelungen eine Ausnahme: Menschen, die gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sind, werden bei den Kontaktbeschränkungen nicht mehr mitgezählt. Ein Haushalt könnte sich also theoretisch mit einer unbegrenzten Anzahl von Geimpften und Genesen treffen.

Auch gelten für Geimpfte und Genesene keine Ausgangsbeschränkungen und sie müssen nach Einreise aus dem Ausland nicht in Quarantäne – es sei denn, sie kommen aus einem sogenannten „Virusvarianten-Gebiet“ wie derzeit Indien. Wer also zum Zuckerfest Besuch aus dem Ausland empfängt, könnte Kontaktbeschränkungen mit Impf-Nachweis oder Nachweis einer Corona-Infektion umgehen.

Muslime in NRW können sich am Zuckerfest trotz Corona auf freie Religionsausübung berufen

Und eine weitere Ausnahme von den harten Corona-Maßnahmen sieht das aktuelle Infektionsschutzgesetz vor – ungeachtet der Inzidenz. So gilt für Zusammenkünfte der Religionsausübung keine Beschränkung durch die Ausgangssperre. Hin- und Rückweg zur Teilnahme an den Gebeten in Moscheen ist also auch nachts erlaubt. Die im Grundgesetz verankerte freie Religionsausübung greift hier – im Übrigen natürlich auch bei allen anderen Religionen in NRW.

Der Ramadan 2021 stand in NRW in diesem Jahr erneut unter den Eindrücken der Corona-Pandemie – Ausgangssperren gelten für Religionsgemeinschaften aber nicht.

Der Zentralrat der Muslime bittet jedoch darum, von dieser Ausnahmeregelung nicht unbedingt Gebrauch zu machen und Nachtgebete daheim zu verrichten.

Große Gebete in NRW-Moscheen zum Zuckerfest sind nicht möglich

Sollte es zu größeren Gebeten in Moscheen an den Tagen des Zuckerfests kommen, ist aber auch da nicht alles erlaubt. Laut aktueller Coronaschutzverordnung des Landes NRW sollen Religionsgemeinschaften auf Mindestabstände, Begrenzung der Teilnehmerzahl und weiter Hygienemaßnahmen achten (Maskenpflicht, Anmeldeformulare, kein Gemeindegesang).

Das Zuckerfest 2021 wird also kein gewöhnliches für die vielen Muslime in NRW. In 2022 sollte das dank Impfungen aber wieder ganz anders aussehen (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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