Diskussionen im Landtag

Corona-Alarm bei Kindern in NRW – Aufstand gegen Yvonne Gebauer geplant

In NRW herrscht Corona-Alarm an Schulen und Kitas. Jetzt sollen neue Quarantäne-Regeln für Kinder diskutiert werden.

Dortmund – Insgesamt befanden sich nach letzten Informationen (Stand: Donnerstag, 26. August) des Schulministeriums in NRW 30.018 Schüler in Corona-Quarantäne*. Eine immense Zahl. Jetzt werden Stimmen gegen die aktuellen Quarantäne-Regeln und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut. RUHR24* verrät, was dahinter steckt.

BundeslandNRW
SchulministerinYvonne Gebauer (FDP)
ThemaQuarantäneregeln an Schulen und Kitas

NRW: Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas in Corona-Quarantäne – Regeln zu hart

Die absolute Warnstufe bei Kindern und Jugendlichen sei erreicht worden, erklärte SPD-Fraktionschef und Oppositionsführer Thomas Kutschaty* am Montag (30. August) im Landtag in Düsseldorf. Corona sei ein Problem, da sich zahlreiche Kinder und Jugendliche nicht impfen lassen können.

Der SPD-Politiker fordert für NRW* neue Quarantäneregeln an den Schulen. Denn aus seiner Sicht sei das aktuelle Regelwerk „reiner Mumpitz“. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) habe die Kontrolle verloren und unternehme nichts, diese wieder zurückzugewinnen.

Das Problem aus der Sicht des SPD-Politikers: Gesundheitsämter müssen aktuell in vielen Fällen ganze Klassen in Corona-Quarantäne schicken. Der Plan, nur die Sitznachbarn zu isolieren, funktioniere nicht.

NRW: Corona-Quarantäne – SPD fordert im Landtag eine Neuordnung der Regeln

Daher schlägt die SPD eine Neuordnung der Quarantäneregeln vor. Ganze Klassen sollten bei einem positiven Test nur für fünf statt für 14 Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen sei ein PCR-Test möglich, sodass man sich freitesten könne.

Es sei in NRW unbedingt notwendig, die Schüler in Quarantäne mit einem guten Digitalangebot des Unterrichts zu versorgen. Kinder verpassen 14 Tage Schule.

SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty schlägt neue Regeln für Kinder und Jugendliche bei Corona-Quarantäne vor.

Das könne nicht sein. Auch müsse man die Schulen mit Luftfiltergeräten versorgen. Das sei verschlafen worden – durch die Landesregierung.

NRW: Auch Elternbeirat und Lehrerverband haben die Quarantäne-Regeln satt

Einen interessanten Vergleich und eindeutigen Seitenhieb verteilte unter anderem Andreas Bartsch, Verbandspräsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbandes, in der Rheinischen Post.

Die aktuellen Corona-Regeln für Schüler, die in Quarantäne müssen:

Schüler, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, müssen 14 Tage lang in Quarantäne. Als sogenannte Kontaktperson gilt laut Gesundheitsministerium ein Schüler, der vor, hinter, rechts oder links neben einem Infizierten saß. Auch Lehrer und Schulpersonal müssen bei Kontakt in Quarantäne.

Geimpfte ohne Symptome sind von einer Quarantäne ausgenommen. Wer einen negativen PCR-Test vorlegt, darf in der Theorie wieder am Unterricht teilnehmen. Allerdings gibt es eine Einzelfallprüfung vom Gesundheitsamt. Sollte der oder die Schülerin bzw. das Schulpersonal als Kontaktperson identifiziert worden sein, gilt trotzdem eine Quarantäne.

„Es ist doch ein Widerspruch, wenn ein Mallorca-Urlauber sich nach fünf Tagen freitesten lassen kann, die Schüler aber volle 14 Tage zu Hause* sitzen“, so Bartsch. Auch zum Thema Luftfilter* äußerte sich der Verbandspräsident eindeutig. Es sei „katastrophal“ gelaufen.

Quarantäne-Regeln in NRW: Sondersitzung im Landtag am Donnerstag (2. September) geplant

Letztendlich kritisiert auch der Landeselternbeirat (LEB) die strengen Quarantäne-Regeln von 14 Tagen. Am Dienstag (31. August) äußerte sich der Beirat in einer Pressemitteilung. Quarantäne würde Kinder schwer treffen. Die Folgen von Isolation und mangelnder Teilhabe seien verheerend.

Am Donnerstag (2. September) hat die SPD in NRW nun eine Sondersitzung im Landtag einberufen. Das Thema: Corona-Alarm bei Kindern. Schulministerin Yvonne Gebauer, die die Notwendigkeit der aktuellen Corona-Regeln ständig überprüfen will, dürfte ein eisiger Gegenwind im Landtag erwarten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Georgios Kefalas/dpa

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