Taser im Streifendienst

Pilotprojekt in NRW: Polizei testet Einsatz von Elektroschockpistolen - Innenministerium kritisch

Die Polizei in NRW testet demnächst den Einsatz von Tasern im Streifendienst.
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Die Polizei in NRW testet demnächst den Einsatz von Tasern im Streifendienst.

Zum Jahreswechsel startet bei der Polizei in NRW ein Pilotprojekt. Dabei soll der Einsatz von Tasern im Streifendienst getestet werden. Bisher ist das Innenministerium skeptisch. 

  • Zum Jahreswechsel startet in NRW ein Pilotprojekt der Polizei.
  • Einzelne Dienststellen sollen den Einsatz von Tasern im Streifendienst testen.
  • Bisher zeigt sich das NRW-Innenministerium noch nicht überzeugt von den Elektroschockpistolen.

NRW/Düsseldorf - Bisher werden Taser - auch bekannt als Elektroschockpistolen - nur von Spezialeinheiten der Polizei in NRW eingesetzt, jedoch nicht im Streifendienst. Ein Pilotprojekt soll nun jedoch darüber entscheiden, ob die Geräte auch im normalen Streifendienst eingesetzt werden.

Land

Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung

17,93 Millionen (2019)

Größte Stadt

Köln

Sehenswürdigkeiten

Kölner Dom, Altstadt uvm.

Hochschulen und Universitäten

Technische Universität Dortmund uvm.

Polizei in NRW testet Taser/Elektroschockpistolen im Streifendienst

In einem Bericht, der am Donnerstag (14. Mai) im Innenausschuss des NRW Landtages besprochen wurde, zeigt sich das Innenministerium noch nicht ganz überzeugt vom Einsatz der Taser im regulären Streifendienst. Diese wurden zuvor intern, vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste getestet.

Die Kritik des Innenministeriums hängt vor allem damit zusammen, dass die Taser sehr teuer sind und nicht für jeden Einsatz genutzt werden können. Demnach eigne sich das Gerät nur für statische Einsatzsituationen, bei der die "bewaffnete Person keine erkennbaren Angriffstendenzen gegen andere zeigt", auf notwendige polizeiliche Maßnahmen jedoch Widerstand erwartet werde.

Mittlerweile steht fest: In NRW sollen Polizisten die Taser aber 2021 etwa in Dortmund und Gelsenkirchen testen.

Innenministerium NRW kritisch gegenüber Tasern: Teuer und nicht für jeden Einsatz

Wenn die andere Person jedoch mit einer Schusswaffe, einem Messer oder Ähnlichem bewaffnet ist, eigne sich der Einsatz von Elektroschockpistolen nicht. In so einem Fall könnten die Schüsse mit den Pfeil-Elektroden des Schockers daneben gehen und ihre Wirkung verfehlen. Das Gerät stelle auf keinen Fall einen Ersatz für Schusswaffen dar, denn es gebe zu viele Situationen, in denen das Gerät nicht ausreiche. 

Hinzu kommen noch die Kosten für die Neuanschaffung. Um den Streifendienst mit Tasern auszustatten, wären rund 9.300 Geräte nötig. Die Kosten dafür würden zwischen 57 und 61 Millionen Euro für fünf Jahre liegen.

Wegen dieser Kritikpunkte soll der Einsatz von Tasern im Streifendienst nun erstmal in ausgewählten Dienststellen getestet werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen diese Tests zum Jahreswechsel in drei bis sechs Stationen in NRW starten. Nach dem Pilotprojekt möchte man dann entscheiden, ob die Taser künftig in NRW eingesetzt werden.

Bisher werden die Taser nur von Spezialeinheiten der Polizei NRW genutzt.

Video: Neue Waffe für Polizei: Taser ab sofort offiziell erlaubt

Während die Politik den Einsatz der Elektroschockpistolen erst noch weiter testen möchte, forderte die Gewerkschaft der Polizei die Einführung von Tasern bereits im Januar 2019. Ihrer Meinung nach dürften sie in keinem Streifenwagen fehlen.

In Rheinland-Pfalz sind die Taser auch im Streifendienst erlaubt und werden dort bereits eingesetzt. Zuvor wurden die Geräte ein Jahr lang bei der Polizeidirektion in Trier getestet.