Nicht der einzige Fall

NRW: Kripo ermittelt nach 19 Jahren erneut wegen totem Säugling

Die Mordkommission Duisburg meldet sich nun mit einer Hinweissuche. Der Tod eines kleinen Säuglings ist allerdings schon 19 Jahre her – wer kann etwas zu der Mutter sagen?

Duisburg – Nach mehr als 19 Jahren suchen die Ermittler der Duisburger Mordkommission und die Staatsanwaltschaft auch weiterhin nach dem Täter. Nun bitten sie die Öffentlichkeit erneut um Mithilfe und Zeugenhinweise.

StadtDuisburg
BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche232,8 km²
Einwohner495.900 (Stand: 2020)

Totes Baby in Duisburg: 2002 finden Zeugen ein Neugeborenes in einem Busch

Am 22. Oktober 2002 wurde in einer Böschung in Duisburg, am Baerler Busch, ein Müllsack mit einer Leiche des bis heute unbekannten weiblichen Babys gefunden. Eine damalige Obduktion ergab, dass der Säugling kurz nach der Geburt verstarb und vermutlich Anfang Oktober an dem Fundort deponiert wurde. Die Fundstelle lag an der Verbandsstraße, Ecke Orsoyer Allee in unmittelbarer Nähe eines beliebten Parkplatzes am Rande des Baerler Busches (alle News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Bereits im Jahr 2002 hat die Duisburger Mordkommission zahlreiche Menschen nach verdächtigen Beobachtungen befragt und Fahndungsplakate verteilt. Die Beamten sprachen dabei mit Passanten, Verkehrsteilnehmern, Mitgliedern des dort ansässigen Angel- und Schwimmvereins, Krankenhausmitarbeitern, Frauenärzten und Hebammen.

Mordkommission Duisburg ermittelt nach Fund von totem Baby vor 19 Jahren

Doch niemand konnte Hinweise zur Kindesmutter geben. 19 Jahre nach dem Tod des Babys hofft die Polizei erneut auf Hinweise zu Frauen, die im Jahr 2002 schwanger waren, ohne dass später ein Kind da war. „Möglicherweise waren potenzielle Zeugen seinerzeit aufgrund einer Konfliktsituation nicht in der Lage, sich bei der Polizei zu melden – das könnte heute anders sein“, so die Polizei Duisburg in einer Pressemitteilung.

Doch der unglaubliche Tod des Babys und die fehlende Mutter sind nicht der einzige Fall dieser Art für die Mordkommission in Duisburg. Nur ein Jahr zuvor fanden die Ermittler einen toten Säugling. Im Januar 2000 hatten Zeugen am Ufer des Weikensees in Hamminkeln-Ringenberg ein neugeborenes Kind gefunden. Das leblose Mädchen wurde vermutlich schon im November 1999 dort abgelegt. Es war in ein rot-weiß gestreiftes Handtuch gewickelt und steckte in einer Plastiktasche mit der Aufschrift des Modelabels „Coast“.

Polizei Duisburg sucht auch bei einem ähnlichen Fall von Säuglings-Tod nach Mutter

Wie die Duisburger Mordkommission erklärt, haben die beiden Fälle wohl nichts miteinander zu tun. In beiden Fällen muss jedoch von einer vorsätzlichen Tötung ausgegangen werden. Da die Kindesmütter oder andere Verantwortliche für die Babys nie ermittelt wurden, greift die Kripo solche Fälle als Cold Cases routinemäßig wieder auf.

Das Kommissariat 11 der Duisburger Kripo nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 0203/2800 entgegen. Darüber hinaus ist auch eine Kontaktaufnahme unter der E-Mail-Adresse baby.duisburg@polizei.nrw.de möglich.

Rubriklistenbild: © Picture Alliance/dpa, Ina Fassbender/AFP; Collage: RUHR24

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